Reklamierender G*tt

reklamierender Gott

Ich kann mich noch an die Situation bei den Möwen (diese hier) erinnern, wo wir als Gottesdienstbesucher gefragt wurden, wovon die nächste Predigtreihe handeln sollte. Das hat mich schon alleine deswegen beeindruckt weil in den anderen Gemeinden, in denen ich war solche Fragen eigentlich nie so gestellt wurden. Ich fühlte mich in meinem Glauben und meinen Zweifeln ernst genommen und in meinen Ideen und Wissen mit einbezogen. Auf jeden Fall hat schließlich der Vorschlag „gewonnen“, doch mal eine Reihe über die kleinen Propheten zu machen. Fand ich ziemlich cool, weil ich sie schon sehr lange sehr spannend fand, seit ich die Bücher mal in Unizeiten gelesen hab. In den folgenden Monaten war ich nach den Gottesdiensten oft entweder verwirrt oder verstört oder fasziniert oder eine Mischung aus alledem.

Jedenfalls war ich wohl nicht die Einzige, der es so ging, denn aus der Predigtreihe ist schließlich ein Buch entstanden.

Als Kind hab ich sehr viel gelesen. Enid Blythen und später Gudrun Pausewang hab ich geradezu verschlungen. Als ich die Diplomarbeit geschrieben habe musste ich leider so viel in kurzer Zeit lesen dass es mir das Lesen vergrault hat. Seitdem lese ich sehr viel weniger. Aber manchmal lese ich doch.

Vor ein paar Tagen (Stand dem Tag wo ich das hier geschrieben habe, nicht wo ich es veröffentlicht habe, denn ich schreibe das eine ganze Weile bevor ich es veröffentliche. Irgendwie denke ich, es ist noch nicht fertig…) ist das Buch bei mir angekommen. Und ich meine, wir kennen uns ja inzwischen eine Weile und du wirst inzwischen wissen, dass ich Provokationen mag. Ich provoziere gerne und muss dabei aufpassen, nicht über’s Ziel hinauszuschießen und ich mag provokante Gedanken und auch, selbst ein bisschen provoziert zu werden, wenn es nicht beleidigend wird. Halt alles auf eine wertschätzende und respektvolle Art auf beiden Seiten. Deswegen glaube ich, ich werde das Buch mögen. Ich wurde tatsächlich schon vom Buch aus dem Konzept gebracht bevor es richtig angefangen hat. Denn ich hab die Angewohnheit, laut zu lesen. Hab ich mit angefangen, als ich auch Youtube ein Buch vorgelesen hab. (Die Gottesversprecher) Das hilft mir, dabei zu bleiben und mich zu konzentrieren. Nur… dann kommt plötzlich ein Wort vor, das ich nicht laut lesen kann. Das ich überhaupt nicht aussprechen kann. Denn Sebastian schreibt, wenn er den Gottesnamen (JHWH) meint nicht, wie die meisten es tun „Herr“ sondern „G*tt“. Öy, wie soll ich das aussprechen? Das hat mich aus dem Konzept gebracht und gleichzeitig hat es mich schon direkt spüren lassen, was das mit mir macht, den Namen Gottes nicht aussprechen zu können. Es ist schwer zu beschreiben, aber für jemanden wie mich, die in evangelikalen Freikirchen glauben gelernt hat war Gott immer sehr vertraut. Ich meine, Gott wird teilweise Papa genannt und es wird davon gesprochen, auf seinen Schoß zu krabbeln, besonders in Gruppen, die die Prophetie sehr hoch halten und selber im Namen Gottes sprechen. Und jetzt in einem Buch über Propheten die Erfahrung an sich selbst zu machen, wenn auch nur sehr, sehr rudimentär, dass ich nicht mal den Namen Gottes aussprechen kann, also dass Gott vielleicht … ach, ich weiß auch nicht! Schon alleine das hat mir schon einen leichten Knoten ins Hirn gemacht. Und mir das Buch direkt sympathisch. Ich fühle Gott nach wie vor als sehr vertraut, aber ich muss auch mit der Tatsache klar kommen, dass ich Vieles über Gott nicht weiß/nicht wissen kann und/oder dass Einiges in Bezug auf Gott möglicherweise für mich einfach keinen Sinn ergibt. Mein Hirn wird nicht reichen. Ich würde schon gerne darüber schreiben, aber eher nicht in Form einer Reihe, wie ich es mit dem Buch über geistlichen Missbrauch gemacht und mit dem mündigen Glauben angefangen hab. Ich denke nicht, dass ich das im Augenblick durchziehen würde. Obwohl es sich vielleicht anbieten würde. Naja, ich fange einfach mal an und schaue, wie es sich entwickelt.

Jetzt, eine Weile später, hab ich das Kapitel über Hosea durch und mit Joel angefangen. (Ich glaub, das werde ich mögen, denn es fängt mit Fridays for Future an und ich bin immer noch bei XR) (Extinction Rebellion Deutschland) Ich weiß nicht, ob du mal Hosea in der Bibel gelesen hast, ich weiß noch, dass  wir das einmal vor einigen Jahren, ich war noch in der Szene, mit ein paar Mädels gelesen haben. Es war von Anfang an sehr… interessant. Wir haben gedacht, wir lesen nicht richtig. Ich will nicht spoilern, lies es am besten selbst mal. Und es wird nicht lange dauern und du verstehst, warum wir so reagiert haben. Schreib mal bitte in die Kommis, was du gedacht hast, als du es gelesen hast. Oder noch besser: Halt dein Handy bereit und mach ein Selfi von deinem Gesichtsausdruck und schick es mir, du wirst wissen, welche Stelle ich meine. Du wirst nicht mal 10 Verse lesen müssen um anzufangen, es zu verstehen.

Das andere, was ich mit Hosea verbinde ist eine Predigt. Ich weiß nicht genau, ob sie im Rahmen der Predigtreihe war oder in einem anderen Zusammenhang. Nach einigem Suchen hab ich es tatsächlich gefunden: Aus dem Predigtsommer, ungefär ab Minute 40. Es ging darum, dass Gott in Hosea sagt, dass er kein Mann ist und nicht so handelt wie manche Männer im vermeidlich christlichen Kontext, die ihre Partnerin teilweise behandeln wie Hunde. Oder noch schlimmer. In manchen Bibeln wird es mit „Ich bin Gott und kein Mensch“ übersetzt, aber wenn ich mich richtig erinnere steht da eigentlich „Ich bin Gott und kein Mann.“ Schon ein Unterschied, oder? Jedenfalls wenn man bedenkt, was das Offensichtliche in Hosea ist. Ich weiß, ich rede in Rätseln, aber wie gesagt, ich will es dir nicht spoilern.

Naja, ich hab immer noch das Gefühl, der Artikel ist nicht komplett. Aber ich hau ihn einfach mal raus. Hoffe, ich krieg das OK vom Buchautor dafür 😀

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