Liebe Grüße an den Hauskreis!

Gestern saßen wir mit ca. 10 Leuten in der Bücherei einer evangelischen Kirche und haben  diskutiert. Und unsere Diskussionen gehen manchmal hoch her, ich weiß noch, wie wir vor ungefähr einem halben Jahr darüber diskutiert haben, ob Gott alles weiß und was es bedeutet, wenn er alles weiß oder was es bedeutet, wenn er nicht alles weiß. Und ob das weitere Fragen aufwirft, wie wenn Gott alles weiß, ist er nicht allmächtig oder wenn Gott allmächtig ist kann er nicht alles wissen?.. .

Gestern war unser Text 2. Mose 14 ab V5 (und wir lesen zusammen „Expedition zum Ich“ von Douglass und Vogt.)

Nur ein paar Gedanken, die aufgekommen sind:

  • Gott befreit die Israeliten aus der Sklaverei. Aber wo genau fängt Sklaverei an? Ist Sklaverei schon, wenn ich in meinem Glauben in ständiger Angst lebe, Gott nicht zu genügen? Wenn ich mir ein Regelwerkt aufstelle(n lasse), nach dem ich mich richten kann um Gott gnädig zu stimmen? Oder wenn ich mit meinem Glauben begründe, dass ich in einem System bleibe, das mich innerlich und äußerlich kaputt macht und das dann Demut nenne? Was bedeutet das, dass Gott mich in die Freiheit führen will? Welche Freiheit ist das? Gott stellt meine Füße auf weiten Raum.
  • Wenn da steht, dass Gott das Herz des Pharao verstockt, und ihn dann dafür bestraft dass er die Israeliten nicht ziehen lässt klingt sehr befremdlich. Es erinnert an Utopia: „Wenn Ihr zulasst, dass Euer Volk völlig ungebildet ist und ihre Manieren von Kindesbeinen an schlecht sind und Ihr sie dann bestraft für Verbrechen, die sie erst auf Grund ihrer Erziehung begangen haben, kann nur eine Schlussfolgerung daraus gezogen werden: Erst erschafft Ihr die Diebe und dann bestraft Ihr sie auch noch.“ Ist das Gott? Eine mögliche (!) Erklärung wäre, dass der Autor des Textes in der besten Absicht, Gott groß zu machen, ein wenig über das Ziel hinaus geschossen ist. Luther soll mal den Vorschlag gemacht haben, im Zweifel immer Jesus mehr zu glauben. Wenn irgendwo in der Bibel etwas steht, was Jesus widerspricht, dürfen wir ruhig Jesus mehr glauben als Paulus oder Mose.
  • Das bringt aber weitere Fragen auf: Wann soll man die Bibel jetzt wörtlich nehmen und wann nicht? Wo ist die Grenze? Ab wann wird es beliebig? Ab wann ist es unsinnig?
  • Was hält einen gefangen? Termindruck? Erwartungen, die an uns gestellt werden? Zu große Auswahl und man kann sich nicht entscheiden? Was kann man da tun? Wie viel kann man tun? Wie viele Termine kann man streichen und ist man mit mehr Zeit glücklicher? Wie viel Auswahl kann man sich zumuten und ist man mit weniger Auswahl zufriedener?
  • Diese Teilung des Meeres, wie kann ich mir solche Wunder vorstellen? Tut Gott das heute noch? Und wenn ja, warum sieht man es nicht? Oder gibt es wissenschaftliche Erklärungen dafür? Oder gebraucht Gott die Naturgesetze für seine Wunder? Oder tut Gott solche extremen Wunder nur, wenn es nicht anders geht weil wir sonst in einer völlig chaotischen Welt leben würden und völlig überfordert wären? (Wenn jemand Gott um einen Parkplatz bittet und er einfach mal ein Auto dematerialisiert um an einen Parkplatz zu kommen…) Obwohl viele auch schon kleine Wunder erlebt haben und eigentlich Konsens herrschte, dass Gott jeden Tag unzählige kleine Wunder tut. Die Frage ist, was man als Wunder sieht.

However, schön, dass es euch gibt, Leute. Ich hoffe, ich hab euch nicht zu sehr geschockt mit meinen Geschichten, die ich erzählt habe 😀 Ich mag diese „Kreise“ trotzdem sehr gerne.

2 Gedanken zu “Liebe Grüße an den Hauskreis!

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