Fragen :-)

Es ist ein Experiment. Mal sehen, wie es ankommt, denn es kann nur funktionieren, wenn möglichst viele Leute mitmachen.

Ich stelle eine Frage in den Raum, beantworte sie auch so gut ich kann. Und dann bist du dran: Beantworte sie auch, in einem Kommentar. Vielleicht ergibt sich so eine schöne Diskussion, man denkt weiter und kann von einander lernen.

Ich wollte ursprünglich unter jede Frage eine Möglichkeit haben, zu kommentieren, aber das hat technisch nicht geklappt. Scheinbar kann man nur auf der Blogseite kommentieren. Also werde ich die Fragen doppelt stellen (einmal hier und einmal auf dem Blog) und unter jeder Frage einen Link zu dem jeweiligen Beitrag stellen, wo du kommentieren kannst.

Frage 11: Was bedeutet es für dich, dass die Bibel einerseits Gottes Wort ist, andererseits Fehler, Unklarheiten und Widersprüche enthält?

Für mich bedeutet das, dass ich sie im Moment nicht so richtig einordnen kann. Ich bin fundamentalistisch geprägt, dem entsprechend macht es mir Mühe zu akzeptieren, dass beides zusammen möglich sein kann. Ich bin noch am Ringen damit und suche eine Möglichkeit, mit der Bibel zu arbeiten, ohne eine der beiden Seiten zu vernachlässigen: Einerseits Gottes Wort, andererseits nicht fehlerfrei und erst recht nicht eindeutig.

Aber je mehr ich versuche, damit zu arbeiten und je besser es in kleinen Schritten klappt, desto mehr bin ich von dieser scheinbaren Paradoxie fasziniert. Mir helfen zum Beispiel Worthausvorträge, in denen erklärt wird, wie gewisse Widersprüche zustande kommen und so kann ich manchmal sogar in diesen Widersprüchen Gott erkennen. Das fasziniert mich. Und vielleicht, ganz vielleicht, führt es irgendwann dazu, dass ich von der Bibel selbst wieder fasziniert bin. Jetzt bin ich auf die Kommentare gespannt.

https://gemigblog.wordpress.com/2017/06/11/frage-11-die-bibel/   <- Kommentiere bitte hier 🙂

Frage 10: Was meinst du, hat der Glaube allgemein in der Welt mehr Gutes oder mehr Schlechtes bewirkt?

Keine einfache Frage, wenn man an die Terroranschläge und an geistlichen Missbrauch denkt. Es gibt einfach zu viele Verletzte (und Tote) um die Frage eindeutig zu beantworten. Ich glaube aber trotzdem, dass trotz allem der Glaube etwas Gutes ist, denn viele Menschen sind darin geborgen und wenn er nicht ausartet, kann er Orientierung und Sicherheit geben. Und die Geschichten, die erzählt werden sind einfach zu faszinierend.

Davon abgesehen möchte ich auch nicht auf das verzichten wollen, wovon ich glaube, dass es von Gott kommt.

https://gemigblog.wordpress.com/2017/05/24/frage-10/   <- Antworten bitte hier hin 🙂

Frage 9: Science-Fiction, wenn du in Jesus Zeit reisen könntest, wo würdest du gerne mal zuschauen?

Ich weiß nicht, warum, aber ich würde gerne die Abendmahl-Szene kurz vor der Kreuzigung sehen. Hab mir schon öfter vorgestellt, wie das abgelaufen war und es hat etwas an sich, das mich fasziniert, auch wenn ich nicht genau sagen kann, was es ist.

Leider eine sehr kurze Antwort, aber ich hoffe, das stört nicht 🙂

https://gemigblog.wordpress.com/2017/05/17/frage-9/    <- bitte hier kommentieren.

Frage 8: Wodurch kannst du Gott am ehesten wahrnehmen?

Bei mir sind es oft ganz alltägliche Dinge. Zum Beispiel habe ich mal beim Autofahren Gott davon erzählt, dass ich mich oft unzulänglich fühle in Gebetsgemeinschaften, weil alle anderen so gut uns viel reden können und dann kam als Lied „Nothing at all“ von Boyzone, indem es teilweise übersetzt in etwa heißt „Du sagst es am besten, wenn du nichts sagst, das ist viel schöner als irgend ein blabla.“

Oder wenn ich eine Doku sehe über Armut und das bewegt mich innerlich so sehr, dass ich etwas suche, wo ich aktiv werden kann. Oder durch Gespräche mit Freunden, die mich entweder bestärken oder meinen Blick erweitern.

Das Klassische, also Bibel lesen und Lobpreis und Sonntags-Predigt ist bei mir eher wenig. Jedenfalls im Moment.

https://gemigblog.wordpress.com/2017/05/11/frage-8/   <- bitte hier kommentieren.

Frage 7: Theodize

Was haltet ihr von folgendem Text und der „Theorie“, die das Känguru bringt? Ich enthalte mich erst mal des Kommentars, denn erstens will ich dich nicht in eine bestimmte Richtung drängen, und zweitens weiß ich grade schlicht nicht, was ich dazu sagen soll 😀

 Marc-Uwe Kling
Die Känguru-Chroniken
Theodizee

»Grüß Gott«, sagt das Känguru.
»Ja sicher«, sage ich. »Wenn ich das nächste Mal dem un­glaublichen Hulk begegne – im Phantasiereich.«
»Glaubste nich mehr an Gott und Jesus und so?«, fragt das Känguru.
»Nee«, sage ich. »Jesus ist für mich gestorben.«
»Nicht nur für dich«, sagt das Känguru. »Für uns alle. Für uns arme Sünder.«
»Seit wann bist du denn gläubig?«, frage ich. »Ich dachte, du glaubst nur an drei Mahlzeiten pro Tag und ’nen leckeren Nachtisch.«
»Seit gestern«, sagt das Känguru. »Ich hatte einen beson­ders miesen Tag – ich erspare dir die Details – aber plötzlich, im Wartesaal des Bürgerbüros, hatte ich eine Erleuchtung.«
»Wer ist dir erschienen?«, frage ich. »Simon der Stemp­ler?«
»Quatsch. Keine Vision. Eine Erleuchtung. Ich hab was kapiert. Ich dachte immer, es kann unmöglich einen Gott ge­ben, bei all dem Übel in der Welt … Aber vielleicht gibt es die ganzen Übel ja gerade, weil es einen Gott gibt. Ja. Vielleicht, vielleicht nämlich ist Gott einfach nur kein besonders netter Typ. Es könnte doch sein, dass Gott gar kein DJ ist, sondern ein Arschloch«, sagt das Känguru.
»Wahrscheinlich ist er sogar beides«, sage ich. »Ein DJ, der auf einem Kindergeburtstag die ganze Zeit nur Rammstein spielt.«
»Exactemento«, sagt das Känguru. »Du kennst doch be­stimmt den Spruch, dass Gott die Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat. Kuck dich mal um! Wenn man da­von ausgeht, dass Gott ein Arschloch ist, ergibt das plötzlich mächtig viel Sinn.«
»Allerdings«, sage ich grübelnd.
»Oder nimm die Klimakatastrophe«, sagt das Känguru. »Den armen Ländern drohen Dürre, Überschwemmungen, Tod und Verderben, und uns Verursacher erwartet: besseres Wetter. Zufall? Nein. Ein schlechter Witz eines ganz und gar verdorbenen Schöpfers. Haste die Bibel gelesen?«
»Na ja«, sage ich. »So halb. Die beste Lektüre, um jeman­den zum Atheisten zu machen.«
»Genau. Völlig unglaubwürdiges Machwerk. Aber nur wenn man davon ausgeht, dass Gott ein Guter ist.«
»Du meinst, man müsste die Bibel noch mal neu lesen«, frage ich, »als großen Schurkenroman?«
»Ich meine nur: >Das Schweigen der Lämmer< würde dir auch komisch vorkommen, wenn du mit dem festen Ansatz an das Buch rangehst, bei Hannibal Lecter handle es sich um den Guten.«
»Hm«, sage ich. »Ich verstehe.«
»Kuck ma«, sagt das Känguru. »Da stellt sich einer ein gol­denes Kalb in seinen Garten. Schlechter Geschmack, keine Fra­ge. Aber nur ein Sadist verhängt dafür eine Strafe wie 40 Jahre in der Wüste rumgurken. Oder so Sachen wie Hosea 14,1:
Samaria wird wüst werden; denn es ist seinem Gott ungehor­sam. Sie sollen durchs Schwert fallen und ihre kleinen Kinder zer­schmettert und ihre schwangeren Weiber aufgeschlitzt werden.
Ich denke, der Fall ist klar.«
»Und nu?«, frage ich.
Das Känguru zuckt mit den Schultern.
»Kann man nix machen«, sagt es. »Ist ja allmächtig, der Typ.«
»Gründeste jetzt ’ne Sekte?«, frage ich. »Die Zeugen des«, ich räuspere mich, »A-lochs?«
»Nee«, sagt das Känguru. »Als Kinski gestorben ist, hab ich mir vorgenommen, nie mehr ein Arschloch anzubeten. Aber ich werde auch nie mehr nach dem Warum fragen müssen.«
In diesem Moment kackt dem Känguru eine Taube auf den Kopf.
»Ich weiß Bescheid!«, ruft das Känguru und reckt seine Stinkepfote gen Himmel.

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Frage 6: Was hältst du von den ganzen verschiedenen Konfessionen und Gemeinderichtungen?

Finde sie gut. Ganz ehrlich. Ich bin gar kein Fan von Einheitsbrei, denn Menschen sind verschieden. Es gibt, um es mal ganz platt zu formulieren, Leute, die eher die ängstlichen Typen sind und vor Freiheit Angst haben, für die wäre beispielsweise eine Brüdergemeinde eher geeignet als eine charismatische oder progressive. (gibt es eigentlich schon progressive Gemeinden? Wäre echt cool.) Dann gibt es die eher freiheitlich denkenden, für die wäre eher eine andere Gemeinde gut. Einen Menschen mit großem Freiheitsdrang in eine konservative Brüdergemeinde zu stecken würde nicht funktionieren, genauso wenig wie es gut gehen würde, einen Menschen mit Ängsten, eigene Entscheidungen zu treffen in eine Gemeinde zu schicken, die auf so etwas großen Wert legt.

Wo man aber vorsichtig sein sollte, finde ich, bei Elitedenken: „Unsere Gemeinde ist die Beste und wer unsere Gemeinde verlässt, ist irregeleitet oder schlimmeres.“ Oder „Diese und jene Gemeinde ist bähbäh und du solltest da weg bleiben!“ Man verändert sich schließlich und wer sagt denn, dass Gott einen nicht von seiner Phobie heilen kann und man plötzlich mehr Freiheit möchte? Oder man sich irgendwann vielleicht „charismatisch ausgetobt“ hat und ein Bedürfnis nach etwas Ruhigerem hat?

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Frage 5: Welche Bibelstellen würdest du auf dein persönliches Treppchen stellen? Und gibt es eine Stelle, die du universell für am wichtigsten hältst?

Auf mein persönliches Treppchen käme mit Sicherheit 1. Thessalonicher 5,19-21: „Den Geist löscht nicht aus. Prophetische Rede verachtet nicht. Prüft aber alles und das Gute behaltet.“ Das bekäme wohl von mir Gold, weil es für mich ein wenig als Kompass fungiert, für meinen Glauben und mein Lesen in der Bibel. Damit ich nicht einerseits alles blind glaube, was man mir erzählt, andererseits auch nicht alles von Vorne herein als dumm abstemple. Silber wäre für mich Jeremia 31,3: „Der HERR ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ Ich meine, wenn Gott mich liebt, brauche ich das ja eigentlich nicht näher zu erklären, oder? Bronze ist die Bergpredigt im Ganzen und speziell die Seligpreisungen. Sie ist einfach so überraschend und anders und macht im Denken und Handeln völlig neue Türen auf.

Universell halte ich persönlich tatsächlich etwas aus den kleinen Propheten für am wichtigsten: Hosea 6,6 „Denn ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer.“ Liebe und Wertschätzung vor Regeln. Gesunder Menschenverstand vor einfachem Nachplappern.

War nicht so einfach wie ich dachte, die Frage zu beantworten. Ursprünglich wollte ich auch nur fragen „Welche Bibelstelle würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?“ Ich habe gemerkt, dass ich noch einige Blockaden im Denken habe, sowas wie „Du MUSST aber als guter Christ dieses oder jenes noch rein bringen, Johannes 3,16 zum Beispiel.“ Oder: „Wie kannst du sagen, dass ein Teil der Bibel wichtiger ist als ein anderer?“ Ich sag’s mit Gollum: „Geh weg und komm nie wieder, ihr doofen Mauern!“

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Frage 4: Gab es mal eine Zeit, wo du dir gewünscht hast, mit dem ganzen Mist, den man Glauben nennt, nichts zu tun zu haben?

Ja, die gab es. Nachdem ich jahrelang glückliche evangelikale Charismatikerin war und dann meinen ersten großen Unfall hatte, da, wo ich mit dem grausamen Rollenverständnis von Mann und Frau konfrontiert wurde. Die Frau muss sich dem Mann unterordnen, darf keine eigenen (Karriere-)Träume haben, sondern soll dafür dankbar sein, dass sie den Mann glücklich machen und unterstützen kann. Ich wollte wirklich lange tun, was Gott möchte, aber irgendwann habe ich gemerkt, das ist unmöglich für mich. Es würde mich kaputt machen. Und da gab es tatsächlich eine Zeit, wo ich überlegt habe, ist es das wirklich wert? Wenn Gottes Wille (von dem ich da gedacht habe, es wäre der selbe wie die Lehrmeinung meiner damaligen Gemeinde) mich kaputt macht, ist es dann nicht wirklich besser, mein eigenes Ding durchzuziehen?

Außerdem gab es so eine Situation auch, als ich ein Kind war, vielleicht sieben oder acht Jahre. Da haben wir in der Schule in Religion Sodom und Gomorrah durchgenommen und die Lehrerin hat es, ich sag mal, sehr farbenfroh erzählt. Ich habe Angst und Alpträume bekommen und dann hab ich gedacht, mit diesem Gott will ich nichts zu tun haben. Das hatte ich dann auch tatsächlich bestimmt vier Jahre durchgezogen.

https://gemigblog.wordpress.com/2017/04/18/frage-4/       <- bitte hier kommentieren.

Frage 3: Darf Gott auch so sein, wie es mir nicht gefällt?

Jaaaaa…, ich glaube schon. Gut, ich denke, ich muss nicht sagen, dass Gott mich da natürlich nicht fragen muss, dass die Frage so gemeint ist, ob es für mich in Ordnung wäre, ob ich damit leben könnte. Ich sage vorsichtig ja.

Denn… wenn Gott immer so gewesen wäre, wie ich ihn gerne hätte, wenn er mir nie als der völlig andere begegnet wäre, dann wäre ich heute noch in Marburg, eine klassische Charismatikerin, die andere vielleicht auch sehr stark bedrängen würde, auch so zu sein und die sich weder näher mit Themen wie sozialer Gerechtigkeit noch mit Themen wie der Satisfaktionslehre auseinandergesetzt hätte. Deswegen hoffe ich sogar ein wenig, dass Gott nicht (nur) so ist, wie ich ihn gerne hätte.

Andererseits, wenn es sich jetzt herausstellen würde, dass er doch so eng und streng und kleinlich und – naja, seltsam ist, wie ich als neuer Christ gelernt habe, damals als Jugendliche, ich glaube, dann hätte ich tatsächlich ein ziemliches Problem damit.

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Frage 2: Wann wolltest du Gott mal so richtig die Meinung sagen?

Naja, das kommt schon ab und zu vor 😀 In so alltäglichen Situationen, wo ich vielleicht irgend etwas von ihm lese oder höre und dann denke „Ey, willst du mich verarschen?“ Dann guck ich ihn an (oder würde es, wenn er sichtbar neben mir sitzen würde) und würde am liebsten was nach ihm werfen.

Ne, aber im ernst. Als ich meine erste Stelle verloren habe, oder besser, ne Weile danach. Ich bin da einfach an Gottes Reden verzweifelt weil ich so felsenfest geglaubt habe, Gott wolle mich in dieser Stelle haben. Ich war da noch nicht so weit gewesen, Gott anmeckern zu können, vielleicht hätte es geholfen. Aber da war ich innerlich wirklich wütend auf ihn, habe mich aber nicht getraut, das vor mir selbst zuzugeben, ja, nicht mal wirklich zu fühlen, denn es ist ja Gott.

Eigentlich denke ich heute, hey, eben, es IST Gott. Er kann das aushalten, wenn ich sauer bin. Gott braucht sich doch nicht zu profilieren oder etwas zu kompensieren.

https://gemigblog.wordpress.com/2017/04/12/frage-2/   (<- hier kommentieren)
Frage 1: Warum glaubst du eigentlich?

Boah ey, wie soll ich diese Frage beantworten? Ich glaube, ich glaube, weil ich glauben will. Ich denke nicht, dass ich ausschließlich aus eigenem Antrieb glauben kann, da muss Gott schon ordentlich mithelfen. Andererseits denke ich nicht, dass ich nur deswegen glaube, weil Gott es so will. Ist ja auch eine Frage der Predistinationslehre, wo ich mir auch nicht sicher bin, was ich von ihr halten soll. Jedenfalls glaube ich, dass ich glaube, weil ich glauben will und weil Gott auch will, dass ich glaube. Eine lückenhafte Antwort auf eine für mich schwere Frage, die ich aber selbst in den Raum gestellt habe… hach, warum tue ich mir das eigentlich an? 😀

https://gemigblog.wordpress.com/2017/04/12/4787/    (<- hier kommentieren)