Word Against Humanity 1,5

Ich weiß nicht, ob man das in die Reihe Word against Humanity einordnen kann. Ich meine, immerhin weiß ich nicht, ob es wirklich diese Worte sind.

Vor über einem Jahr flatterte eine christliche Zeitschrift in meinen Briefkasten. Normalerweise beachte ich so etwas nicht weiter, aber diese hat meine Aufmerksamkeit gepackt. Einer der Artikel darin hat mich so angesprochen, dass er mich seit dem nicht mehr los lässt. Gleichzeitig hab ich ganz große Probleme damit, ihn zu lesen. Ja, seit einem Jahr versuche ich, diesen Text zu lesen. Und ich werde immer wieder unterbrochen von Gedankengängen und komme einfach nicht voran.

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Was wäre, wenn man die Ereignisse, die sich in den letzten Jahren ereignen christlich/biblisch deutet? Und nein, ich meine nicht, dass bald die Entrückung stattfindet oder die Endzeit in vollem Gang ist. Ich meine die Frage, wie wohl beispielsweise die alten Propheten das Ganze interpretiert hätten, wenn sie mitbekommen hätten, was heute auf der Welt los ist? Was hätten sie zur Klimakatastrophe und zur Corona-Pandemie und zum Krieg in der Ukraine gesagt? Wie hätten sie Zusammenhänge geknüpft und wo hätten sie Verantwortlichkeiten gesehen – und wo vielleicht auch nicht? Welche Schwerpunkte hätten sie gesetzt, wenn sie davon berichtet hätten? Wer wären die Helden der Erzählung und die Antihelden, die tragischen Figuren und die Antagonisten? Hätte es klare Linien, Schwarz und Weiß und Gut und Böse gegeben oder wäre es viel komplizierter gewesen? Was wäre das Gute gewesen und was das Böse? Würden sie von der Stimme der Erde erzählen, die zu Gott schreit, der Stimme des Blutes des Bruders, die Stimme der Schöpfung, die gequält und gegängelt wird und auf Erlösung wartet? Was wäre mit den Stimmen der Vergessenen, den Unsichtbaren, die niemand sieht, aber die trotzdem mehr mitten drin sind in dem, was wir heute Katastrophen nennen als jede/r von uns?

Ich hab neulich von Awon erzählt. Dem Begriff für Sünde, der den Schwerpunkt daraufsetzt, dass etwas gehörig aus dem Gleichgewicht geraten ist. Und darauf, dass auf Aktion die Reaktion folgt, dass nach einer Ohrfeige der Schmerz kommt. Eigentlich ist das noch zu schwach ausgedrückt, denn wenn ich es richtig verstanden hab ist bei Awon Ohrfeige=Schmerz und Aktion=Reaktion. Oder wie ein System, das nicht aufgeteilt werden kann und dass das Eine und das Andere beides dazu gehören, wie zwei Seiten einer Medaille oder der Anfang und das Ende einer Geschichte. Denn so betrachtet finde ich (und auch der Autor des Artikels, wenn ich es richtig verstanden habe) ergibt Vieles, was unverständlich scheint, mehr Sinn. Zumindest ist es eine Möglichkeit, etwas zu verstehen.

Eisberg

Ich will nicht etwas bis ins Letzte erklären, was ich selbst nur ansatzweise verstehe und ich will dir mit Sicherheit nicht das Denken abnehmen. Dafür müsstest du in eine christliche Szene gehen, zu der ich mich nicht mehr zählen möchte. Sorry, der Diss musste grad sein. Ich möchte nur ein paar Fragen stellen: Was wäre passiert, wenn wir die Tierwelt in Ruhe gelassen hätten? Hätte ein gewisser Virus die Möglichkeit gehabt, vom Tier auf den Menschen überzuspringen? Was wäre gewesen, wenn wir die Globalisierung nicht so stark vorangetrieben hätten? Was wäre gewesen, wenn wir eine Kultur der Demut, Dankbarkeit und Genügsamkeit kultiviert hätten und nicht des Fortschrittes und Reichtums um jeden Preis? Was wäre gewesen, wenn der Respekt vor dem Leben nicht nur theoretisch sondern tatsächlich über dem Profit stehen würde, nicht nur da, wo man es schnell sieht, sondern auch an verdeckten Orten? Und nicht nur dem Respekt vor dem Leben sondern auch dem Respekt vor der Unversehrtheit, der Gesundheit, der Würde? Von Menschen, aber auch von anderen Lebewesen. Und speziell bei Menschen (weil meines Wissens es exklusiv bei Menschen vorkommt): Der Respekt vor der Lebensweise, der Tradition, aber auch der Kreativität und Kultur. Wenn wir nicht in der Vergangenheit und auch heute noch sagen würden, wir sind eh besser als die, denn wir sind… (hier bitte beliebiges Adjektiv einsetzen.) Ja, ich gehe tatsächlich so weit zu behaupten, dass es Kolonialismus und Sklaverei heute noch gibt. Es wird nur nicht mehr beim Namen genannt. Und das nicht nur bei den bösen anderen Staaten, sondern auch bei uns. Sind wir vielleicht keinen Deut besser als die anderen? Wie sehen Menschen am anderen Ende der Erde uns? Halten sie uns auch für so toll wie wir uns selber? Und wie sehen die sich selbst, auf die wir herabsehen?

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Und ich denke nicht nur an diesen Artikel. Sondern auch an das, was Sigfried Zimmer letzten Sommer bei Worthaus gesagt hat. (Ja, Worthaus hat stattgefunden, aber in einer etwas kleineren Version mit weniger Teilnehmenden und etwas abgelegener.) Es ging um die Offenbarung, unter Anderem um den Fall der Hure Babylon. Leider ist der Vortrag noch nicht in der Mediathek, deswegen muss ich mehr oder weniger aus dem Gedächtnis und von dem, was ich mir aufgeschrieben hab erzählen. Zuerst, um Trigger zu vermeiden: Die Hure ist keine Sexarbeiterin im heutigen Sinne. Und auch keine selbstbewusste Frau. Sondern ein System. Das, was wir heute Kapitalismus nennen würden. Es war eine Gegend, in der Reichtum, Luxus und GELD GELD GELD über alles ging. Sucht nach mehr, Sucht nach Geld, Sucht nach Anerkennung und Statussymbolen, Sucht danach, sich von dem Pöbel abzuheben, Sucht danach, immer das Neueste, Beste, Modernste und Schönste zu haben und die Überzeugung, nicht weniger verdient zu haben als das Beste vom Besten. Machtgeilheit. Geldgeilheit. Kommt uns das vielleicht bekannt vor? So ganz latent? Und dieses System wird laut Johannes zusammen brechen, denn es darf nicht sein, dass die Mächtigen und Reichen die Deutungshoheit über alles haben und behalten und sich die Welt machen können wie sie ihnen gefällt. Denn Gott hört das Schreien und wird einschreiten. Und dann werden die Wirtschaftsbosse und Superreichen weinen wie kleine Kinder. „Quä-quä-quä, jetzt kann ich mir keine 10. Yacht und kein 5. Flugzeug mehr anschaffen! Ich schmeiß mich auf den Boden und heule und schreie rum.“ Was macht man mit solchen Kindern, die an der Kasse einen Terror machen, weil sie keine Süßigkeiten mehr bekommen?

So. Und bei diesem Cliffhanger mach ich Schluss und überlass es dir, die Sache weiter zu schreiben.

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