Bithya reagiert wieder xD

… auf alte Blogartikel. Hat letztes mal Spaß gemacht, also mach ich es wieder.

Was ich an Jesus liebe

(Hey, ich hab grade gelernt, wie ich die Links doch anständig integrieren kann! Freu mich!!!)

th[9]Ok, zum Thema. Den Anfang würde ich komplett heute noch so sagen. Vielleicht mit dem Unterschied, dass ich nicht mehr speziell von Jesus reden würde sondern einfach von Gott. Ich kann nicht genau sagen warum. Vielleicht liegt es auch daran, dass in den alten, evangelikalen Kreisen Jesus mit Gott grundsätzlich gleichgesetzt wurde aber ich mir heute Fragen darüber stelle, wie das gemeint sein könnte, dass Jesus der Sohn Gottes ist und Teil der Dreieinigkeit, bzw in wieweit er Gott ist. Ich weiß es eben nicht wirklich und auch, wenn ich ihn immer noch vor meinem geistigen Auge sehe, wenn ich bete spreche ich heute eher von Gott. Ob es gut oder schlecht ist weiß ich nicht. Ist ja auch nur eine Momentaufnahme, kann sich auch wieder ändern. Aber es ist echt so, ich kenne keinen, der mich so bedingungslos aushält, ganz egal, was ich tue oder lasse. Ich bin immer wieder überrascht, wie entspannt er scheinbar ist, wenn ich wieder etwas gemacht habe, was ich mir nicht verzeihen kann. (Was ziemlich oft passiert.) Und dass er auch meine Arroganz aushält, wenn ich mal wieder denke, ich hätte etwas besser kapiert als der Rest der Welt. Oder besser als er selbst. 

Die Vision, die ich im Artikel beschrieben hatte, hab ich schon praktisch vergessen und mich erst jetzt, wo ich es nochmal lese wieder dran erinnert. Oh man, stimmt ja! Und es geht mir immer noch so zu Herzen. Mann, ich bin so froh, dass ich das noch mal gelesen habe und mich jetzt wieder daran erinnere. Tut gut, zu wissen, besonders weil ich ihn eben in einem anderen Zusammenhang gefragt habe, wie stark er wirklich ist. „Stärker als du und stark genug für dich.“ Ok 😀

Was sich aber geändert hat, glaube ich, ist, dass ich immer mehr den Eindruck habe, er schützt mich nicht nur, sondern fordert mich heraus. Mich einzusetzen. Aktiv zu werden für Dinge, die ich als wichtig empfinde. Das war zu der Zeit, wo ich den Artikel geschrieben habe nicht so stark der Fall. Wobei ich mich auch frage, wie viel davon von Gott kommt und wie viel von mir. Und ob das, was von mir kommt, in Ordnung ist oder ob ich mich wieder zu wichtig nehme.

Ich bin ein Mensch! (Rage-mode)

thW68RV6H2Woah! Ich hatte nicht mehr im Kopf, dass ich so im Rage-Mode war! Aber verdammt nochmal zurecht! Es geht halt gar nicht, dass Männer alles und Frauen nichts dürfen. Und es geht gar nicht, dass kritiklos das, was dazu angeblich in der Bibel steht einfach in unsere Zeit und Situation übernommen wird. Diese Texte von Paulus sind in einer patriarchalen Millitärdiktatur entstanden, in der Frauen ungefähr so viel wert waren wie Ziegen. Und wo soweit ich weiß noch niemand von universalen Menschenrechten gehört hat. Bitte warum sollte man vor allem als christliche Gemeinschaft, die sich für Gottes Reich einsetzen will, einen solchen Rückschritt machen und Gerechtigkeit derart unterdrücken! Das ist doch völlig widersprüchlich. Schon die „weltliche“ Gesellschaft ist viel weiter, auch wenn sich einige künstlich über das Gendern aufregen. Gott sei Dank bin ich heute nicht mehr in solchen Settings, wo Frauen nicht viel mehr als Dekoration sind. (Sorry, ist etwas übertrieben, aber trifft das, wie es sich für mich angefühlt hat.) Und ich habe grade nachgedacht, in den christlichen Settings, wo ich jetzt unterwegs bin ist es sehr viel eher gleichberechtigt. Also auf die Art, wie es heutzutage „normal“ ist. Ich höre in Gottesdiensten immer wieder Predigten von Frauen und von Männern. Und kenne Leiter und Leiterinnen. Und Hauptamtliche beider Geschlechter. Als etwas völlig Normales und wenn ich diesen alten Artikel lese bin ich echt dankbar dafür. Und nicht nur das, ich höre auch immer wieder Gott gegendert. Also auch mal in weiblicher Form. Kommt auch noch mal ganz anders rüber.

Dazu kommt, dass ich zwar körperlich eine Frau bin, mich aber vor Allem als Mensch sehe. Das kann jetzt jede/r so verstehen, wie mensch will.

Warum ich trotzdem Christ bin

thVK7MAZAQGrundsätzlich würde ich das heute auch noch so ähnlich sehen. Der Gedanke, wie die Welt aussehen könnte ist ja auch eine Motivation für meinen Aktivismus. Und die Inspiration dafür habe ich nach wie vor von Jesus. Oder genauer gesagt: Dem Bild, was ich aus der Bibel von Jesus habe. Und von Gott. 

Merkst schon, es kommt ein Aber. Denn ich weiß wirklich nicht, ob ich da in der christlichen Szene allgemein nicht etwas alleine dastehe. Oder genauer gesagt: Ich frage mich, ob das wirklich so in der Mitte der Gemeinde oder auch Kirche ist, also so zentral wie es in meinem Glauben ist. Ich habe halt ganz oft das Gefühl, dass sich so viel um sich selbst gedreht wird. Und dass sich sehr wenig Gedanken gemacht wird, was außerhalb des eigenen Haushaltes oder der eigenen Familie los ist. Das ist einerseits für mich persönlich teilweise schwierig weil ich als Singel ohne christliches Elternhaus öfter mal alleine dastehe und nicht wirklich dazu gehöre. Ich muss ehrlich sagen, das war in den Fundi-Kreisen anders, da war ich sofort akzeptiert, weil ich durch meinen Glauben sofort dazu gehört habe. Dass ich nicht immer unkompliziert bin und manchmal auch gar nicht genau weiß, was ich eigentlich will macht es nicht einfacher, weder für mich noch für andere. Und andererseits finde ich für politische und gesellschaftliche Aktionen  viel eher Verbündete außerhalb von Kirche und Gemeinde. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das schade finde. Denn ja, Staat und Kirche sollten grundsätzlich getrennt sein. Aber das heißt nicht, dass Kirche nicht auch deutlich Stellung beziehen können sollte wenn es zB um Menschenrechte geht. Nicht nur mal eben ein „Jo, könnte man vielleicht mal drüber reden“ von einem ganz hohen Tier, sondern wirklich! Mal etwas mutiger sein. Können wir doch. Und wenn nicht wir, wer dann? Außerdem wünsche ich mir auch oft ich sag mal geistliche Rückendeckung und auch mal Korrektur, mal die Möglichkeit, mit Menschen den Aktivismus aus christlicher Sicht zu reflektieren oder vielleicht auch mal miteinander dafür zu beten. Vielleicht führt dieses Defizit bei mir dazu, dass ich meinen Glauben mehr infrage stelle als ich eigentlich möchte. Ich weiß ja, dass keine Gruppe perfekt ist. Ich vermisse aber diesen Zusammenhalt in Fundi-Gemeinden und wünsche ihn mir in Kirche und Co. 

Puh, das war länger als ich erwartet habe und ich könnte immer noch weiter machen 😀

Ich möchte aber trotzdem positiv enden. Denn auch wenn es sich jetzt eben so angehört hat als ob ich das alles nur defizitär sehe, ne. Ich habe in den letzten Jahren (Und vor Allem während des letzten halben Jahres mit Klimacamp) doch immer wieder Verbündete gefunden, in Kirchen und Gemeinden. Es sind halt leider oft Einzelpersonen, aber vielleicht kann sich das ja ändern. Ich meine, wenn es stimmt, dass 3,5% einer Gesellschaft für eine dauerhafte Veränderung ausreichen reicht es um Hoffnung zu haben, oder?

 

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