Bibel-Update Vol.2

Am Anfang eine kurze Erklärung: Im Moment kann ich nicht sehr viel schreiben, hab einiges um die Ohren was mich ziemlich belastet, aber darf nicht darauf eingehen. Nur so zum Verständnis, warum grade nur wenig kommt. Wird hoffentlich auch wieder besser.

IMG_20200416_142045Also, ich hab grade noch mal den Beitrag vom letzten mal gelesen, damit ich direkt daran anschließen kann. Falls du ihn nicht im Kopf hast, ist er hier noch mal: Bibel-Update Vol.1

Und ganz ehrlich, ich habe schon gemerkt, dass mein Verhältnis zur Bibel sich in den letzten Wochen schon sehr verbessert hat. Es geht viel einfacher als mit dem Abendmahl, vielleicht weil ich hier sehr viel mehr Möglichkeiten habe und sehr viel mehr auf meine individuelle Art machen kann. Das macht es mir viel leichter. Und ich glaube auch, dass Gott mir sehr dabei hilft. Nicht, dass er es beim Abendmahl nicht gemacht hätte, aber irgendwie ist es hier leichter. Da bin ich auch froh drüber, denn C. macht im Moment schon genug  Probleme.

Jedenfalls möchte ich dir jetzt ein paar Arten vorstellen, wie ich im Moment mit der Bibel arbeite, die mir helfen.

Aktuell gibt es alle zwei Wochen von der Kirche ein Angebot zum Bibel-Teilen, da nehme ich oft teil. Ich bin da über eine andere Teilnehmerin aus dem Hebräischkurs dran gekommen, und weil es nicht evangelikal oder fundamentalistisch ist, ist es für mich potentiell gut, dachte ich. Ich hab das ganz, ganz früher mal ein oder zweimal gemacht, und es hatte mich damals an meine persönliche Art erinnert, mit der Bibel umzugehen. Daran hab ich mich erinnert und dachte, es ist für mich nah an meinem persönlichen Ursprung, also an dem Ursprung, an dem ich die Bibel als etwas Wertvolles erlebt habe. Ich dachte, daran könnte ich vielleicht wieder etwas anknüpfen. Und es ist auch echt hilfreich. (Gleich beim ersten mal ging es um einen echt problematischen Text, aber im Laufe des Gespräches hat er für mich jeden Trigger verloren und es sind auch andere Dinge passiert, die ich grade nicht erklären kann, weil ich nicht weiß, wie.)

Bei den Möwen gibt es im Moment etwas Ähnliches, nur in einer verkürzten Version. Da bin ich auch meistens und mache ähnliche Erfahrungen, es hilft mir, wenn auch nicht ganz so sehr wie beim Bibel-Teilen. Wir lesen einmal in der Woche ein Kapitel aus Lukas.

Beides, also Bibel-Teilen und das hier ist über Zoom. Geht grade nicht anders. Weißt schon, wegen C. Ich bin C. sooo leid, das glaubst du gar nicht. Aber auch vorher gab es manchmal so eventartige Termine der Gemeinde, bei denen wir uns mit biblischen Themen beschäftigt haben. Das war auch immer echt gut. Seltsam, wie oft ich das Beschäftigen mit der Bibel als „gut“ erlebe, wenn ich so darauf achte. Trotzdem ist es so, dass ich bei solchen Events sehr wählerisch bin. Ich nehme gerne Angebote an, aber nur, wenn sie passen und wenn ich den Veranstaltern vertraue. Eine Sache, die ich als etwas ambivalent erlebe ist, dass es immer moderiert ist. Einerseits erlebe ich es als etwas Beengendes, es erinnert mich an die Leitung in meinen früheren Gemeinden. Wo Gehorsam erwartet wurde und man selbst klein und unmündig gehalten wurde. Andererseits hilft es auch, beim Thema zu bleiben, nicht abzuschweifen, jedenfalls nicht zu sehr und die Moderatoren helfen dann auch den Stilleren, zu Wort zu kommen und bremsen die, die andere nicht ernst nehmen. Insofern hilft es schon irgendwie. Und wenn der Moderator (ich will nicht sagen „Leiter“) Ahnung von der Materie hat ist es noch mal besser.

Dann gibt es natürlich noch das Bibel Art Journaling. Läuft im Moment auch über Zoom. Oder einfach bei mir am Küchentisch. Die anderen sagen, ich hätte meine eigene Art, kreativ mit der Bibel zu arbeiten und das kann ich nicht abstreiten. Ich habe schließlich auch meine eigene Geschichte mit der Bibel, also muss ich auch auf meine eigene Art mit ihr umgehen. Es gefällt nicht immer aber ehrlich gesagt ist genau das etwas, das mir hilft. Denn „Kunst darf alles“. Ich darf eskalieren, ich darf Seiten verunstalten, ich darf Dinge auf den Kopf und wieder zurück stellen, den Text durch den Fleischwolf jagen, frittieren und in ner Rakete zum Mond schießen, wenn es für mich zum Text passt. Es ist ein spielerischer Zugang, und im Spiel kann man nichts falsch machen. Da kann ich mich richtig schön emotional abarbeiten und mich manchmal überraschen lassen, was am Ende rauskommt, denn manchmal, wenn ich mich richtig abreagiert habe auf einer Seite oder ich dachte, jetzt hab ich es komplett verbockt, dann kommt am Ende nicht etwas Destruktives raus, sondern etwas Wunderschönes und Heilsames. Nicht immer, aber immer mal wieder.

Merkst sicher schon, diese klassische Stille Zeit ist nichts, was ich im Moment groß mache. Ich glaube, diese Stille Zeit ist auch eigentlich die Variante, die mir die meisten Schwierigkeiten macht und vielleicht brauche ich sie auch gar nicht. Trotzdem versuche ich mich ein wenig, mich dem wieder anzunähern, aber eben ganz locker, ohne Stress. Und vor Allem: Mit einer völlig anderen Übersetzung. Denn Luther, Elberfelder, Neues Leben, Hoffnung für Alle, Neue Genfer und so weiter kenne ich einfach viel zu sehr aus dem fundamentalistischen Denken. Über Hebräisch hab ich die total unbekannte Buber-Rosenzweig-Übersetzung kennen gelernt. Die ist erstens total nah am Hebräischen und zweitens so anders dass ich teilweise denke, es ist ein komplett anderes Buch und drittens teilweise echt sehr kompliziert formuliert, dass ich richtig denken muss, um mitzukommen. Da ist dann wenig mit „Ach, das kenn ich schon“ und „Jaja, nach dem kommt das, geschenkt.“ Manchmal triggert es aber auch, aber das ist bei meiner Geschichte normal, denke ich.

Dann gibt es natürlich noch den Hebräisch-Kurs, aber der findet im Moment nicht statt wegen… du weißt schon. Hab ich erwähnt, dass ich C. leid bin? Jedenfalls konnte ich über hebräisch immer ein wenig einen Realitätscheck machen, steht da wirklich das, was ich immer dachte, was da steht? Wie kann man es noch übersetzen? Wie ist so der „Tonfall“ in dem das steht? Und dieser Wechsel zwischen den Theologischen und etwas völlig Anderem wie Grammatik und sowas hat mir einfach auch geholfen, grade wenn es schwierigere Themen waren, wieder mit den Gedanken auf den Boden zu kommen. Vielleicht geht es ja irgendwann weiter 😦

Es war irgendwie für mich voll schwer heute, einigermaßen gut zu schreiben. Aber vielleicht magst du es ja doch ein bisschen. Wär schön.

Liebe Grüße!

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