Heilig und Dirty Dancing

maxresdefaultEs war vor bestimmt drei Jahren, da hatte ich einen deutlich längeren Arbeitsweg als heute. Es war ein super-schöner Kindergarten, aber ich bin jeden Tag fast eine dreiviertel Stunde hin und zurück gefahren. In der Zeit hab ich oft Podcasts gehört, und besonders oft Worthaus und andere Vorträge von Siggi Zimmer, die sozusagen auch unter der Hand gehandelt werden 😀 Na, das klingt jetzt fieser als es war, eine Bekannte hat mich mit ein paar versorgt. (Ich hab aber auch welche bei ihm gekauft.) Und ich weiß nicht mehr, welchen Vortrag ich da gehört habe, aber ich weiß noch, dass es um eine der Stellen ging, in denen Gottes Thron beschrieben wurde und die Wesen dort „heilig, heilig, heilig“ sagen. Das war das Einzige, was ich noch von dem Vortrag weiß. Ach ja, und die Tatsache, dass Siggi Zimmer das auf hebräisch gesagt hat: Kaddosh. Kennst du das, dass du eine Predigt oder einen Vortrag oder irgend was hörst und ein kleines Detail bei dir einen solchen Kaffee-Effekt auslöst, dass alles andere in den Hintergrund tritt und du das Gefühl hast, so wach warst du noch nie? Ich glaube, ich musste rechts ran fahren, als mir aufgefallen ist, was ich dir gleich erzähle.

Ja, ich mache es spannend. Hab ich grad mal Lust zu. Also hole ich mal etwas aus, um es noch spannender zu machen. Aus einem anderen Vortrag (und auch aus dem Hebräisch-Kurs) weiß ich, dass im Hebräischen gewisse Ähnlichkeiten in der Aussprache und der Betonung und so weiter oft nicht von ungefähr kommen. Zum Beispiel das Wort für heiliger Geist, Ruach, kann auch mit Atem oder Wind übersetzt werden und ist lautmalerisch: „Ruach“ ist das Geräusch beim Ausatmen, achte mal darauf, wenn du ganz tief einatmest und dann ausatmest, wie das klingt. (Übrigens habe ich das grade nochmal zur Sicherheit im Wörterbuch nachgeschlagen und ganz in der Nähe, praktisch geschrieben mit den gleichen Buchstaben, sind Worte wie Weite und sich erleichtert fühlen. Wie gesagt, kann möglicherweise was bedeuten.)

Aber zurück zur eigentlichen Story. Im Hinterkopf: Ruach ist lautmalerisch für Atmen und solche Ähnlichkeiten bedeuten oft mehr als Zufall. So, und jetzt erzähl ich weiter: Ich war während des Vortrag-Hörens ein wenig in Gedanken, ich weiß nicht genau, wie ich darauf gekommen bin, aber ich war mit meinen Gedanken bei Dirty Dancing. Hab den Film ein paar mal gesehen und ich mag die Musik. Und da gibt es eine Szene, die würde ich dir gerne zeigen, aber ich hab sie nicht gefunden, wo der Tanzlehrer (ich hab den Namen vergessen) dem Mädchen (ich hab ihren Namen vergessen) Nachhilfeunterricht im Tanzen gegeben hat. Er macht einen Cut, weil sie Probleme mit dem Rhythmus hat und legt ihre Hand auf sein Herz, damit sie seinen Herzschlag hört und sich daran vom Rhythmus her orientieren kann. Er sagt, sie solle die Augen schließen und dem Herzschlag zuhören: Babum, babum, babum.

Und just in dem Moment sagt Siggi Zimmer im Vortrag, dass die Wesen um Gottes Thron heilig, heilig, heilig sagen. Auf hebräisch. Kaddosh, kaddosh, kaddosh.

Babum, babum, babumIMG_20200320_195721

Kaddosh, kaddosh, kaddosh.

Kann es sein, dass „Kaddosh“ auch lautmalerisch ist? Kann es sein, dass das Wort für heilig den Herzschlag beschreibt? Ich bin ran gefahren, als mir klar geworden ist, was das bedeuten könnte. Dass der Herzschlag heilig ist? Dass Leben an sich heilig ist? Dass Gott das Leben ist? Dass heilig vielleicht mehr ist als dieses, was alle sagen, dass Gott eben völlig sündlos und perfekt ist und deswegen Unperfektes nicht ertragen kann. Naja, dass es das so nicht sein kann, jedenfalls nicht nur, das war mir schon vorher klar, schließlich sind viele soziale Normen, die wir als gut und richtig erachten, sehr zeitgebunden und Gott ist nicht zeitgebunden und man sehe sich nur mal Jesus an. Aber wenn das wirklich stimmen sollte, dass heilig das Geräusch vom Herzschlag ist… . Ich weiß nicht, ob es für dich banal klingt, oder trivial oder völlig an den Haaren herbei gezogen. Bin weder Theologin noch Sprachwissenschaftlerin oder sowas.

Aber wäre das vielleicht wirklich möglich? Wie gesagt, sehen wir uns doch mal Jesus an. Wenn wir durch bzw in Jesus Gott am nächsten kommen, wenn Jesus uns zeigt, wie Gott ist, dann tut er in etwa Folgendes:

  • Er heilt die Kranken, vor Allem die, die keine Hoffnung mehr haben und von allen Ärzten aufgegeben wurden.
  • Er weckt Tote auf, lässt – Achtung, Wortspiel – ihre Herzen wieder schlagen.
  • Er befreit Gebundene, lässt die Leute wieder frei atmen, ihr Leben spüren.
  • Er verteidigt die, deren geistliches Leben und innere Freiheit von der Elite bedroht wird.
  • Er wird zwar gekreuzigt, bestialisch ermordet und begraben, aber… du weißt schon *hehehe*
  • Und uns wird gesagt, dass wir, wenn wir an ihn glauben, auch auferstehen werden.

Vielleicht ist dieser Gedanke tatsächlich gar nicht so abwegig. Hab bisher nur mit wenigen Leuten darüber gesprochen. Aber ich wurde zumindest nicht ausgelacht. Also bin ich mal gespannt, was du dazu sagst. Ist Gott vielleicht nicht nur die personifizierte Liebe, sondern auch das personifizierte Leben???

3 Gedanken zu “Heilig und Dirty Dancing

  1. Karl Heinz schreibt:

    Hallo, liebste Bithya,
    so, wie Du einerseits einen meiner Beiträge erheiternd fandest, so empfinde ich jetzt diese Deiner Darlegungen schon sehr bemerkenswert. Versuchst Du da nicht, etwas zu konstruieren, was nur Du selbst so sehen willst oder kannst? Kaddosh, kaddosh soll eine lautmalerische Nachempfindung des Herzschlags sein? Wie sieht es denn da z.B. mit den ersten Worten von Kleinkindern aus, wenn sie z.B. Mamma, mamma sagen? Vielleicht empfinden sie da auch den Herzschlag der Mutter nach? Oder glaubst Du vielleicht, dass die Hebräer gar schon ein Herzechogerät hatten, das die Pump- und Fließgeräusche der Herzfunktionen, so wie heute beim Kardiologen, über Lautsprecher hörbar machte (nur so nebenbei)?

    Nur, dass Du mich bitte nicht falsch verstehst, ich mache mich beileibe nicht lustig über Deine Ausführungen und ich bin nicht im Geringsten versucht darüber zu lachen. Aber alles Nachdenken bringt mich nur in die Richtung, dass vieles im Leben und in unseren Ansichten doch nur Konstruktion ist.

    Wie kommst Du zu der Ansicht, Gott sei vielleicht nicht nur die personifizierte Liebe, sondern auch das personifizierte Leben? Kannst Du Gott wirklich nur als Person erkennen und verstehen?

    Ich habe für mich erkannt, dass nur genau umgekehrt „ein Schuh daraus wird“. Für mich ist jede „personifizierte Liebe“ und auch jedes „personifizierte Leben“ ein Teil der Gesamtheit Gottes. Und diese Gesamtheit, die eben alles umfasst, alle Materie, alle Energie und allen Sinn und Geist, diese alles beinhaltende Gesamtheit ist eben keine Person. Gott vereinigt alles in sich. – GOTT IST –

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    • Kira Tamir schreibt:

      Hallo Karl Heinz,

      Deine Formulierung am Schluss: „Ich habe für MICH erkannt…“ bringt es doch gut auf den Punkt. (Hervorhebung durch mich) Für Dich, nicht für alle anderen. Du hast Dein persönliches Verständnis von Gott. Das ist Dir ja sicher nicht in die Wiege gelegt worden, sondern entstanden und gewachsen und gefestigt durch Deine Erfahrungen, Überlegungen, usw. Andere Menschen machen andere Erfahrungen, stellen andere Überlegungen an, kommen zu anderen Schlüssen. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, dass Du nicht verstehst, dass andere eben zu anderen Erkenntnissen kommen. Und auch, wenn Du Dein Verständnis in jedem Deiner Beiträge immer wiederholst, kannst Du nicht davon ausgehen, dass jeder das irgendwann genauso sieht wie Du. Ist es so schwer zu akzeptieren, dass jeder Mensch seine eigenen Überzeugungen hat, die ihm genauso wichtig und wertvoll sind, wie Dir die Deinen?
      Frei nach „Prüfet alles, das Gute behaltet“ finde ich in Deinen Ansichten viele Dinge, die (für mich!) wahr, gut und richtig sind und mir helfen, mein Gottesverständnis weiterzuentwickeln. Dass ich trotzdem in einigen Dingen anders denke, finde ich nicht schlimm – weil ich nicht glaube, dass es uns gegeben ist, jetzt in dieser Welt alles bis ins Letzte zu erfassen und zu begreifen. Ich weiß, dass ich mich irren kann. Es in vielen Dingen auch tue. Meine Erkenntnis ist Stückwerk und damit kann ich leben. Die Bereitschaft, zu akzeptieren, dass man eventuell auch in einigen Punkten daneben liegen könnte, die nehme ich in Deinen Beiträgen überhaupt nicht wahr. Und das ist auch der Punkt für mich, warum es für mich wenig Sinn macht, mich auf eine Diskussion einzulassen – Du gibst die Richtung vor, Deine Erkenntnis ist die einzig Wahre und wir müssen erst zu ihr durchdringen, um auf ein Level zu kommen. Sorry, aber auf der Basis kann kein Dialog entstehen. Und das ist schade.

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      • Karl Heinz schreibt:

        Hallo Kira,
        es war wohl an der Zeit, dass mir mal jemand endlich seine aufrichtige Meinung sagt 😉 und ganz ehrlich, ich freue mich wirklich darüber. Danke für Deine Zeilen.
        Hast Du es bemerkt? Wir befinden uns bereits im Dialog; er muss nicht erst noch entstehen. Nur, wir bewegen uns nicht an der „Basis“ sondern wir verhandeln bisher nur über die „Farbe“.
        Hast Du auch das bemerkt, die ersten und die letzten Sätze Deines Beitrags sind voll widersprüchlich?
        Einerseits hast Du erkannt, dass ich ausschließlich nur für MICH gesprochen habe, weil ich meine eigenen Gedanken und Erkenntnisse ja wirklich niemandem predigen oder aufzwingen möchte. Andererseits aber hältst Du mir vor, dass ich die Richtung vorgeben würde und meine Erkenntnis als die einzig Wahre vertreten würde. Es tut mir Leid, wenn meine Zeilen von Dir bzw. von Euch so verstanden wurden, so waren sie ganz sicher nicht gemeint.
        Meine eigenen Erkenntnisse zu meinem eigenen Gottesbild, die ich hier freimütig praktisch in aller Öffentlichkeit darstelle, sie erscheinen MIR eben als am zutreffendsten (logisch). Wenn ich mich in meinem Glauben (denn ich habe nicht versucht, meine mir logisch erscheinenden Erkenntnisse zu beweisen) irgendwo verirrt haben sollte, dann wäre das eben die Grundlage für eine fair geführte Diskussion (Meinungsaustausch). Man könnte hier durchaus über alles Mögliche und Unmögliche reden. Man müsste es nur auch wollen…
        LG von Karl Heinz

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