Theia

Wer ist Theia? Das ist die falsche Frage. Nicht „Wer ist Theia?“ sondern „Was war Theia?“.

Ich möchte jetzt nicht auf die Kreationismus-Debatte eingehen. Wer hier mit liest weiß sicher, dass ich inzwischen die Schöpfungserzählung aus 1. Mose 1 für Lyrik halte, was sie nicht abwertet aber als etwas anderes darstellt als eine Dokumentation. Aber wenn ich Geschichten wie die Urknall-Theorie, die Evolutionstheorie etc. für voll nehme, ergeben sich ganz neue Möglichkeiten, die Größe Gottes zu bemerken.

Als sich die Erde gebildet hat war sie nach solchen Theorien nicht mehr als ein glutflüssiger Stein, der sich mit einem Affenzahn um die eigene Achse dreht. Dadurch hat sich die Erde in 24 Stunden 3-4 mal um die eigene Achse gedreht. Wenn das so geblieben wäre, bezweifel ich, dass Leben möglich gewesen wäre. Die Winde wären zu krass gewesen, vielleicht hätte sich die junge Erde durch die Fliehkraft selbst zerstört? Oder hätte wie wild rumgeeiert, ohne eine stabile Achse. Dann wäre es unmöglich gewesen zu sagen, was als Nächstes passieren würde, Wüsten und Eiswüsten würden an den unmöglichsten Stellen plötzlich entstehen und vergehen. Für Leben auch eher wenig geeignet.

Würde das in der Schöpfungserzählung stehen käme vielleicht als Nächstes: „Und Gott sah, was er gemacht hat und es war gut, aber etwas fehlte noch.“

Dann hat er gemacht, was er eben schon mal so macht: Etwas absolut Wahnwitziges!

TheiaVon irgendwo her kam ein Planetoid. Ein kleiner Planet, der auch noch nicht ganz fertig ist. Ungefähr so groß wie der Mars, vielleicht noch größer. Auf Kollisionskurs mit der noch jungen Erde. Diesen Planetoiden nennen wir heute „Theia“. Er kam immer näher, geriet ins Schwerefeld der jungen Erde, was bedeutet, dass er ihr so nah kam, dass er durch ihre Schwerkraft angezogen wurde. Nur die Fliehkraft und der leicht schiefe Kurs verhinderten, dass Erde und Theia frontal aufeinander krachten und so beide komplett vernichtet werden würden. Aber dennoch musste Theia auf die Erde einschlagen, wenn nicht frontal, dann doch seitlich, wie ein Streifschuss. Durch die Energie, die so frei wurde, entstand ein wahres Inferno. Erde und Theia schmolzen komplett und vermischten sich. Es entstanden viele kleine Brocken und Tropfen, die sich umeinander drehten und sich durch die Schwerkraft neu formierten. Zuerst eine neue Erde, um sie herum ein Ring aus den restlichen Trümmern, ähnlich wie die Ringe des Saturn. Aber anders als die Saturnringe fanden die Brocken in diesem Ring zu einander. Es entstand ein Klumpen, der etwas größer war als die Klumpen neben ihm und deswegen zog er die kleineren Klumpen an (das passiert im Weltall oft) und wurde so noch größer, konnte noch mehr Klumpen anziehen, bis schließlich alle Klumpen dieses Ringes sich zu einer einzigen, großen Kugel vereinigt haben.

Der Mond war erschaffen. Und er war groß. Und schwer. Natürlich gibt es auch andere Planeten mit einem oder mehreren Monden, aber trotzdem ist dieser Mond etwas Besonderes, nicht nur wegen dieser wahnwitzigen Entstehungsgeschichte, sondern auch wegen der schieren Größe und Masse, denn große Monde gehören in der Regel auch zu großen Planeten. Ein ähnlich großer Mond wie unserer wäre Io und der gehört zum Jupiter. Die Erde hätte normalerweise, wenn überhaupt, einen Mond, der die Größe eines Asteroiden hätte.

Aber grade, weil unser Mond so groß und schwer ist, hat er auch einen großen Einfluss auf die Erde. Durch seine Masse hat er die Erdrotation verlangsamt und die Achse stabilisiert. Wäre es früher so gewesen, dass Deutschland mal der Nordpol wäre mit Eiseskälte und dann mal am Äquator liegen würde und sich innerhalb kurzer Zeit Wüste bilden würde hat sich die Achse inzwischen so eingependelt, dass die größten Temperaturschwankungen die Jahreszeiten sind. Und während früher die Tage 7 Stunden hatten und sich schon alleine dadurch extreme Winde gebildet hätten, haben wir heute einen chilligen 24-Stunden-Tag. (Ganz davon abgesehen, dass ein 7-Stunden-Tag für Vollberufstätige ungünstig wäre…) Erst so wurde die Erde zu einem grünen Planeten, auf dem man gut und gerne leben kann. So etwas konnte nur durch einen großen Mond entstehen. Aber damit ein derart großer Mond zur Erde kommen konnte, musste ein wahnwitziger Einschlag her.

Und Gott sah, was er gemacht hat, und es war sehr gut.

Wie gesagt, ich sehe darin das Handeln Gottes, und das nicht nur wegen seinem schrägen Humor. Ich denke manchmal an diese Geschichte, wenn ich sehe, dass scheinbar alles auseinander bricht. So, wie die junge Erde auseinander gebrochen ist, als Theia eingeschlagen hat. Ich denke dann manchmal daran, wie durch dieses Inferno und durch diese scheinbare völlige Zerstörung letztendlich ein Ort wie die Erde entstehen konnte, die der einzige Planet ist, den wir aktuell kennen, auf dem es etwas wie Leben gibt. Und manchmal frage ich mich, wenn ich viele Sachen wegen ihrer Grausamkeit und scheinbaren Sinnlosigkeit nicht verstehe, wie sich das vielleicht letztendlich entwickelt und was gewesen wäre, wenn… .

Ich bin keine Astrophysikerin, deswegen kann ich nicht mit Sicherheit sagen, dass ich es richtig verstanden habe. Wenn dich das interessiert, informier dich gerne selber. Ich bin nur ein interessierter Laie, und ich mache mir gerne meine eigenen Gedanken und Interpretationen. Die ja oft auch nur Momentaufnahmen sind und vielleicht irgendwann sich weiter entwickeln.

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11 Gedanken zu “Theia

  1. Karl Heinz schreibt:

    Hallo, liebste Bithya,
    lag ich offensichtlich doch nicht so falsch, als ich mich seinerzeit entschlossen hatte, ab und zu mal bei Gemigblog vorbeizuschauen ;-))
    Die Schöpfungserzählung aus dem Buch Genesis war für mich noch nie Dokumentation. Und im „Zusammenhang“ mit der Urknall-Theorie und der Evolutionstheorie hat sich für mich schon seit langer Zeit ein völlig anderes Gottesbild ergeben, als das von den Religionen so verkündet wird.

    Ich für mich selbst habe erkennen dürfen, dass GOTT IST. Und ich für mich selbst verstehe das so, dass alles Materielle einschließlich allem Spirituellen, dass diese Gesamtheit GOTT IST.

    Wir sind davon überzeugt: Gott ist unendlich.
    Wenn Gott unendlich ist, dann ist er einerseits kleiner als das kleinste von uns Menschen bisher überhaupt erkannte subatomare Teilchen und gleichzeitig ist Gott größer als das von uns Menschen überhaupt erfassbare Universum mit allen Sonnen, Nebeln und Galaxien.
    Die Wissenschaft hat festgestellt, dass sich unser Universum ausdehnt. Die Wissenschaft hat auch versucht zurückzurechnen, wie klein unser Universum wohl gewesen sein muss, als es begann, sich auszudehnen (beim Urknall). Endgültige und absolut beweisbare Ergebnisse waren dabei bisher m.W. nicht zu erzielen.

    Es mag im ersten Augenblick zwar absolut fantastisch erscheinen, aber was hindert uns eigentlich daran, zu akzeptieren, dass GOTT ALLes ist. Materie und Geist als unzertrennliche Einheit. Und wenn wir uns bemühen, uns Gott vorzustellen, warum nehmen wir als Bild nicht einfach das, wie Gott sich uns zeigt, wie ER sich (in unserem Moment) gerade darstellt. Für mich selbst ist alles, was wir überhaupt wahrnehmen können, die sich ständig verändernde Selbstdarstellung (Schöpfung) Gottes.
    DAS ist meine ureigenste persönliche Erkenntnis: Wir existieren durch, mit und in Gott.

    Wir sind davon überzeugt: Gott ist allmächtig.
    Wenn Gott allmächtig ist, dann war das für IHN kein Problem, sich aus unendlicher Kleinheit und Dichte auszudehnen zu unendlicher Größe (Urknall) und dann ist es für IHN auch kein Problem, sich, beginnend mit einfachsten (Wasserstoff-)Atomen immer komplizierter und immer größer und schwerer darzustellen bis hin zum gesamten existierenden ALL und zu dem, was daraus noch alles entstehen wird.

    Wir sind davon überzeugt: Gott ist allwissend.
    Wenn Gott allwissend ist, dann enthält er selbst auch allen Geist, den wir getrost auch den „Heiligen Geist“ nennen dürfen. Was ist es denn, was alle Ordnung bringt und aufrecht erhält? Was ist es, was wir „Seele“ (jeder Art und in Allem) nennen? Was ist es, das z.B. Zellen dazu bewegt, sich zu teilen? Was ist es, das uns Leben bringt und erhält? Was ist es, was den Lebewesen als Gabe/Talent zuteil wird? Ich sehe darin den wahrhaftigen Geist Gottes. Für mich selbst ist jede Seele ein Splitter vom Geist Gottes mit verschiedensten Facetten und Ausfärbungen.

    Und gerade auch weil Gott allmächtig ist, darum dürfen wir IHM auch zutrauen, dass ER aus sich selbst, nach seinem eigenen Willen, u.a. auch Menschen entstehen ließ, denen ER ihren jeweils eigenen Willen gegeben hat. ER selbst weiß zwar schon ewig, welchen Weg jedes einzelne SEINER Geschöpfe gehen wird, aber die Geschöpfe müssen den Weg nach ihrer eigenen Entscheidung erst einmal gehen. So sieht es m.M.n. aus.

    Ja, für mich selbst ist schon lange klar: Alle Existenz, d.h. alle Materie zusammen mit allem darin enthaltenen und unendlich darüber hinausgehenden Geist ist Gott, in einem unendlichen Wandel (Schöpfung) begriffen und sich selbst stetig neu darstellend.
    Und wir Menschen sind kleinste Teile dieser unendlichen Gesamtheit und wir kehren am Ende unseres Lebens wieder in diese Gesamtheit, in Gott zurück. Materie zu Materie (Staub zu Staub) und Geist und Seele in den Gesamtgeist unseres ewigen Gottes.

    Und wie Gott unseren Geistessplitter wieder in sich aufnimmt und welche Wohnung er uns dort bereitet hat, ER alleine weiß es, ER alleine, GOTT der Vater, von dem alles kommt…

    In diesem Sinne LG von Karl Heinz

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  2. Kira schreibt:

    Dieses „Und Gott sah, was er gemacht hatte, und es war gut, aber etwas fehlte noch“ könnte man fast zwischen den Zeilen erahnen, nach „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer und Gottes Geist schwebte über den Wassern…“ und sah, dass er es toll hinbekommen hatte, aber noch der letzte Schliff fehlte 😀
    Ja, der Gedanke hat was, wenn man dieses Bild vor Augen hat – etwas zerbricht, um aus dem Chaos völlig einzigartig und neu zu entstehen. Manchmal kann ich aus solchen Bildern etwas Hoffnung ableiten. Nicht immer. Aber manchmal schon.
    lg

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  3. Karl Heinz schreibt:

    Hallo, liebe KIRA und hallo, liebe Bithya,
    ich kann es verstehen, wenn Ihr Euch zu meinen obigen Zeilen vielleicht gedacht habt: Ach, der schon wieder mit seiner langweiligen Panentheismus-Theorie. Ich kann Euch versichern, dass ich Euch wirklich nicht langweilen wollte oder will. Ich musste meine wiederholten Gedanken einfach einmal mehr schreiben, weil es ja im Anfangsbeitrag auch um das Erkennen der Größe Gottes ging/geht.

    Was mich nun ein wenig verwundert, das sind Eure Worte zum Ableiten von Hoffnung bzw. zu einer gewissen Sinnlosigkeit.
    Was, liebe Bithya, erscheint Dir mitunter so komplett sinnlos? Oder, liebe KIRA, Hoffnung ableiten worauf?
    Ich denke, wir könnten da schon in einen Dialog kommen.

    Die Erkenntnis, zu der ich in meinem Innersten kommen durfte, die hat in mir alle meine früher befürchtete Sinnlosigkeit und auch alle Hoffnungslosigkeit weggefegt. Für mich hat alles einen Sinn und ich benötige auch nirgendwo einen Ansatz, erst Hoffnung ableiten zu müssen.
    Vielleicht denkt Ihr jetzt: Na ja, schön für dich, wenn du in allem Sinn siehst und wenn du nirgends auf Hoffnung angewiesen bist…

    Wenn sich (nach meiner persönlichen Überzeugung) in allem Gott selbst „befindet“ und darstellt, dann gibt es überhaupt nichts Sinnloses. In allem ist der Geist und Sinn GOTTes vorhanden. Wir müssen davon nur überzeugt sein und darauf vertrauen, wir müssen „nur“ glauben. Und alle Geschehnisse verlaufen nach SEINEM Willen, ob wir nun in eine bestimmte Richtung oder auf etwas hoffen oder auch nicht.

    Ich bin der Überzeugung, dass sich ganz viele Menschen gar kein bzw. kein rechtes Bild von GOTT, dem allmächtigen Vater, von dem alles kommt, machen können und dass deshalb auch überall das rechte Vertrauen in und auf GOTT fehlt.
    Und was GOTT uns durch Jesus zu vermitteln versuchte, das Hauptgebot der Nächstenliebe, das will von ganz ganz vielen Menschen einfach nicht gesehen werden bzw. es wird völlig achtlos beiseite gewischt (wie ein Wisch auf dem Smartphone)…

    Ich selbst bin natürlich nicht völlig hoffnungslos. Ich hoffe immer noch darauf, mit meiner Schreiberei (auch an verschiedenen anderen Orten) vielleicht irgendwo jemanden doch ein ganz klein wenig helfen zu können, mit den ganz persönlichen Problemen ein winziges bisschen leichter zurecht zu kommen. Wenn mir das gelingen könnte…

    In diesem Sinne viele herzliche Grüße von Karl Heinz

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    • Kira schreibt:

      Hallo Karl Heinz,
      ich persönlich kann nicht in allem, was geschieht einen Sinn sehen. Ich bin auch nicht bereit anzunehmen, dass alles, wirklich alles einen Sinn HAT – den ich vielleicht nicht immer verstehe. Zum Beispiel der Klassiker, die Theodizee-Problematik – zu glauben, dass jedes Leid, so unmenschlich es auch ist, einen Sinn hat, also, mal salopp ausgedrückt, zu irgendetwas gut ist oder zielführend und von Gott gewollt – das ist eine Vorstellung, die ich nicht teilen kann. Worauf ich Hoffnung ableite fragst Du… Nun, ich finde den Gedanken, dass Gott aus Chaos und Zerstörung etwas völlig Neues kreieren kann,(in Bezug auf Theia als Gleichnis sozusagen) einfach sehr tröstlich. Er lässt mich darauf hoffen, bzw. daran glauben, dass Gott das letzte Wort hat, bei allem was geschieht – dass es eine, wie auch immer geartete Wiederherstellung geben wird.
      Du sagst, dass viele Menschen sich kein rechtes Bild von Gott machen können… was genau meinst Du mit dem rechten Bild? Und mit dem rechten Vertrauen?
      Mein Bild von Gott ist in etwa Folgendes: Gott ist die Liebe. Und je mehr wir uns nach der Liebe ausstrecken, desto näher kommen wir Gott – und umgekehrt. Dabei weiß ich, dass viele Fragen offen bleiben, dass es vieles gibt, was ich nicht (richtig) verstehe und vielleicht auch falsch sehe. Ich glaube auch nicht, dass es irgendeinem Menschen möglich ist, Gott bis ins Letzte zu erfassen und zu begreifen. Unser Leben ist eine Suche, ein Weg von Gott aus, mit ihm, zu ihm zurück. Und dabei verrennen wir uns manchmal, manchmal bleiben wir stehen, gehen Umwege…worauf ich vertraue, ist, dass Gott in allem bei uns ist, dass uns nichts von ihm und seiner Liebe trennen kann. Und dass er uns am Ende alle nach Hause – zu ihm – führt. Ich kann gut damit leben, dass andere Menschen ein anderes Bild von Gott haben – unsere Gottesbilder sind alle individuell geprägt von unseren Erfahrungen und unserer Persönlichkeit. Jeder hat seinen ganz eigenen Weg mit Gott.
      Dass das Liebesgebot von Jesus oft in den Hintergrund rückt, sehe ich auch. Meiner Meinung nach deshalb, weil es vielen religiösen Menschen oft wichtiger ist, recht zu haben, den richtigen Glauben, die einzig wahre Erkenntnis. Und es dann nur noch darum geht, anderen aufzuzeigen, wie falsch sie liegen.
      Früher war ich auch mal so. Nachdem meine damaligen Glaubensvorstellungen, mein Gottesbild dann schmerzhaft zu Bruch gingen, bin ich diesbezüglich ein bisschen demütiger geworden. Ich hatte erkannt, dass ich mich grundlegend irren kann. Mittlerweile ist es mir wichtig, das Liebesgebot zur Grundlage meines Lebens zu machen. Alles andere, Dogmen, etc. ist relativ für mich geworden.
      lg

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    • bithya85 schreibt:

      Sinnloses Leid ist für mich sinnlos. Beispielsweise plötzlicher Kindstod und dessen Auswirkungen auf die Familien, Naturkatastrophen, die viele Opfer fordern etc.pp. Wenn du darin durch deine persönliche Gottesvorstellung einen Sinn siehst, freue ich mich für dich. (Das meine ich ehrlich.) Ich habe eben eine andere Gottesvorstellung, nicht in allen Bereichen, aber in einigen, und dadurch auch eine andere Sicht auf solche Dinge. Keine bessere oder schlechtere, sondern einfach eine andere, denn ich bin ein anderer Mensch mit anderer Geschichte und anderen Erfahrungen. Liebe Grüße.

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  4. Karl Heinz schreibt:

    Hallo, Ihr zwei, liebe KIRA und liebe Bithya,
    ich habe geschrieben, dass ich so empfinde, dass sich viele Menschen kein rechtes Bild von Gott machen können. Was ich mit dem „rechten“ Bild meine ist, dass nach meinem ureigensten Gefühl viele Menschen Gott als etwas sehen, was mit der Realität nicht viel gemeinsam hat.
    Gott ist nach meinem Gefühl nicht ein „über allem schwebender Geist“, gleich einer Gestalt aus 1000 und einer Nacht. Und Gott ist auch keine „höhere Macht“, die würfelt oder spielt und die von „oben her“ auf die Schöpfung „einwirkt“. Gott ist nach meiner persönlichen Erkenntnis auch nicht „barmherzig“ oder „gut/gütig“ oder ein „lieber“ oder „gnädiger“ Gott. Und ich kann in meinem Innersten auch nicht nachvollziehen, dass Gott „die Liebe ist“, also die Liebe in dem Sinn, wie Menschen zueinander „Liebe“ verstehen.
    Für mich ist Gott ewig, unendlich, allmächtig, allwissend, allgewaltig und allumfassend.
    GOTT IST !
    Ich sehe Gott als die Gesamtheit von allem, was überhaupt existiert, geistig und materiell und ich kann diese für mich persönlich absolut reale Tatsache einfach auch nicht anders beschreiben.

    Aus dieser ewigen Gesamtheit von allem, was existiert, sind auch wir Menschen hervorgegangen, wir sind und bleiben trotz aller Individualität auf immer und ewig auch Bestandteil dieser ewigen Gesamtheit und alles, was uns als Individuum ausmacht geht mit dem körperlichen Tod (Materie-Umwandlung) auch wieder auf innigste Weise in diese ewige Gesamtheit Gottes zurück. Diese unendliche Zugehörigkeit zur Gesamtheit allen Seins, weil uns Gott nie und nimmer „fallen lässt“, weil wir auf ewig Teile von IHM sind, in dieser untrennbaren Zugehörigkeit sehe ich die unendliche „Liebe“ Gottes.

    Und nun zum „Sinn“ in allem, was geschieht. Ich sehe auch keinen „Sinn“ in menschlichem Leid, in plötzlichem Kindstod, in Naturkatastrophen mit vielen Opfern. Über die Auffassung, dass Gott seine Geschöpfe vielleicht „strafen“ könnte, bin ich längst weg. Ich frage hier eher: Wer sucht eigentlich nach der Sinnhaftigkeit von Geschehnissen? Sinnsuche betreibt nur der Mensch, weil er mit seinem neugierigen Wesen einfach auf jede Frage eine Antwort haben möchte.
    Alles, was überhaupt geschieht, verläuft nach dem Willen Gottes (Dein Wille geschehe). Haben wir Menschen das Recht, Gott zur Rede zu stellen und IHN zu fragen „Warum hast DU dieses oder jenes gemacht? Wie kommst DU dazu, einen Tsunami zu erzeugen, der hunderte Menschenleben fordert? Warum hast DU das Kind der Nachbarin mit 3 Monaten sterben lassen? Warum hast DU die Contergankinder mit verkrüppelten Gliedmaßen zur Welt kommen lassen? Und, und, und…“
    Kein Geschöpf hat das Recht, seinen Schöpfer zu rügen mit dem Hinweis: „GOTT, das hast Du nicht richtig gemacht – das, was gerade geschieht, macht/hat keinen Sinn!“
    Jeder „Sinn“ liegt im Geschehnis selbst. Für den „Sinn“ ist immer der freie Wille dessen maßgebend, der etwas „geschehen“ oder „nicht geschehen“ lässt.

    Ja, GOTT hat uns Menschen mit einem freien Willen ausgestattet. Jeder Mensch kann im Rahmen seiner Möglichkeiten frei seinen Willen entfalten (nach SEINEM Bild und Gleichnis). Jeder Mensch ist angehalten, die neben ihm existierenden Geschöpfe gleichrangig zu werten und zu achten. Aber ob das die Menschheit jemals auch begreifen wird…?

    LG von Karl Heinz

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  5. Thomas Jakob schreibt:

    Hochinteressant, wie die Erde nach heutigem Wissensstand zu ihrem Mond gekommen ist. Eine gute Erklärung, warum im Weltall anscheinend so selten Leben entsteht. Ich interpretiere das Ganze auch als Schöpfung, zucke allerdings zusammen, wenn ich so konkrete Formulierungen lese wie „Und Gott sah, was er gemacht hat und es war gut, aber etwas fehlte noch.“. Für die altehrwürdige Original-Schöpfungsgeschichte ist das in Ordnung, damals dachte man so, aber ich brauche es heute abstrakter, wenn ich es ernst nehmen soll.

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    • bithya85 schreibt:

      Danke 🙂 Ich finde so etwas auch sehr spannend, schon alleine, weil so viele Faktoren zusammen kommen müssen, damit Leben möglich ist. Es kommt ja noch die Position der Erde im Sonnensystem und der Galaxie dazu usw. In einer ungünstigeren Position hätte es auch kein Leben geben können.
      Ich weiß natürlich nicht, was Gott sich dabei gedacht hat, woher auch? 😀 Ich könnte mir nur vorstellen, wahrscheinlich hauptsächlich in meiner Fantasie, dass er gedacht hat, etwas fehlte noch. Ich hab eben viel Fantasie, schon immer gehabt. Manche treibt das in den Wahnsinn, aber es ist einfach meine Art, denke ich. Ich nehm mich da auch nicht zu ernst, also ich denke nicht, das ist jetzt Gottes Wort oder so, also wenn du es besser ohne diese Kommentare lesen kannst, dann streich sie einfach in Gedanken. Aber schön, dass du mit liest.
      Liebe Grüße!

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  6. Karl Heinz schreibt:

    Hallo Thomas,
    und, wie abstrakt sieht dann Deine Vorstellung von Gott und von der Schöpfungsgeschichte aus, damit Du es ernst nehmen kannst? DAS würde uns hier doch interessieren…
    Ob und wie selten im Weltall Leben entsteht, das wissen wir doch garnicht. Hast Du schon daran gedacht, dass es in unserer Galaxie 100 Milliarden Sonnen gibt und dass das uns bekannte All darüber hinaus nochmals 100 Milliarden Galaxien (nicht nur Sonnensysteme, sondern Galaxien) umfasst?
    Woher willst Du wissen, dass Gott nur „so selten“ Leben entstehen ließ?
    Wie sehen Deine Erkenntnisse in diese Richtungen aus?
    LG von Karl Heinz

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    • Thomas Jakob schreibt:

      Hallo Karl Heinz,

      zunächst das Einfachere: Erkenntnisse über außerirdisches Leben im Weltall:
      Meines Wissens gibt es bisher keinen positiven Nachweis extraterrestrisch entstandenen Lebens. Ich vermute aber, angesichts der ungeheuren Dimensionen des Alls, dass es schon noch anderswo Leben gibt.

      Jetzt das Schwierige: Gott, abstrakter. Ich halte es gern mit Prediger 5,1 „[…]Gott ist im Himmel und du auf Erden; darum lass deiner Worte wenig sein.“ oder mit Meister Eckhart: „Darum schweig und schwätze nicht von Gott.“ Wenn denn Aussagen nötig sind, gefällt mir die abstraktere Form von Vergleichen ganz gut, nach dem Muster: Gott ist wie X, aber anders als X und mehr als X. Für X kann ich dann verschiedene Bilder oder Vergleiche einsetzen. Vater, Mutter, Urenergie usw..

      Viele Grüße
      Thomas

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