Fundstück: Über das Zuhören

Momo.jpgWenn ich dich bitte, mir zuzuhören,
und du beginnst, mir Ratschläge zu geben,
dann hast du nicht getan,
worum ich dich gebeten habe,
hast nicht verstanden,
was ich brauche.

Wenn ich dich bitte, mir zuzuhören,
und du mir sagst, ich solle nicht so empfinden,
wie ich es tue,
dann trampelst du auf meinen Gefühlen rum.

Wenn ich dich bitte, mir zuzuhören,
und du hast das Gefühl, meine Probleme lösen zu müssen
dann hast du mich verfehlt – so seltsam es klingen mag.

Bitte, höre zu,
alles, was ich erbitte ist das Zuhören,
nicht zu reden oder gar zu handeln.
Höre einfach zu.

Ratschläge sind billig.
Ich bekomme sie für ein paar Cent in jeder Illustrierten,
und mein Horoskop gibt’s noch gratis dazu.

Das kann ich allein, ich bin nicht hilflos.
Wenn du etwas für mich tust, das ich selbst tun könnte,
so trägst du dazu bei, dass ich ängstlich und schwach erscheine.
Wenn du aber als simple Tatsache akzeptierst,
dass ich so empfinde, wie ich empfinde
– auch, wenn es dir irrational vorkommen mag –
dann kann ich den Versuch aufgeben, dich überzeugen zu müssen.

Dann ist es mir selbst möglich, zu verstehen, was sich hinter dem verbirgt,
was ich sage und tue…. was ich empfinde.
Wenn ich das erkenne, öffnen sich Chancen und Antworten,
und ich werde keinen Rat mehr brauchen
(oder ich werde fähig sein, ihn zu hören.)

Also bitte, hör mir zu,
höre einfach, was ich zu sagen habe.

Solltest du aber reden wollen,
so werde ich Zeit haben,
und ich verspreche, ich werde zuhören.

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2 Gedanken zu “Fundstück: Über das Zuhören

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