Traum und Psyche

schmetterling2cKennst du das, wenn du etwas träumst, das einfach so ein schöner Traum ist, dass du dich tagelang daran erinnerst und davon zehrst? Ich hatte es lange nicht mehr, aber jetzt neulich wieder. Und dieser Traum war so stark, dass ich kurz danach wieder etwas ganz Ähnliches, genauso Schönes geträumt habe. Im Traum war ich wieder in Israel, aber ich wusste nicht, wie lange ich schon da war und auch nicht, wann es wieder zurück geht. In einigen Szenen war Jesus dabei. Ich war mit einer Gruppe unterwegs, ob es die Hossael18-Gruppe war, weiß ich nicht. Aber auch total liebe Menschen. Und dann noch was mit tollen Kirchen und mit Musik und… . Ich kann das gar nicht wirklich beschreiben. Aber wenn ich jetzt daran denke, spüre ich wieder die heiße, schwüle Luft in Galiläa, die entspannte Atmosphäre auf einer Dachterrasse, Jesus, der den Arm um mich legt und mir zeigt, dass ich angenommen bin, ich höre wieder die Musik und spüre wieder, dass wir als Christen weltweit eins sind, trotz völlig verschiedener Traditionen und Denkweisen.

Das Verrückte daran ist aber, dass ich genau weiß, was diesen Traum ausgelöst hat. Ich meine nicht, was ich in dem Traum vielleicht verarbeitet habe. Das ist mir ziemlich egal in diesem Moment. Ich meine, was mich mental in die Lage versetzt hat, diesen Traum zu träumen. Ich weiß nicht, ob es verständlich ist, wie ich schreibe. Ich kann es auch nicht so gut erklären. Manchmal weiß ich einfach genau, was mir ein Traum sagen soll, oder was ich in einem Traum verarbeite, oder eben wie in diesem Fall, was gewesen war, das mich einfach so entspannt hat, oder vielleicht ist entspannt nicht der richtige Ausdruck, aber was mich dazu befähigt hat, einen solchen Traum zu bekommen. Vielleicht kann man fast schon sagen, zu empfangen. Und das war etwas, wo ich mir nicht ganz sicher bin, ob das in Ordnung ist, dass es so ist.

Ich mag einfach gerne Mythologie. Ich finde viele von diesen Geschichten lustig oder spannend oder einfach, dass man sie gut anhören oder lesen kann. Sie haben einfach irgendetwas für mich Undefinierbares. Habe „Percy Jackson“ gelesen und einen Teil der Fortsetzung, und die „Kane-Chroniken“ und ich habe in „Die Götter von Asgard“ reingeschnuppert. Ab und zu höre ich auch „Sagen und Legenden des Altertums“, wo so ein Typ eine viertel Stunde lang alte Geschichten erzählt, ich kenne die Odyssee und Homer, auch wenn ich sie nicht im Original kenne. Aber was das mit dem Traum zu tun hat: Das, was mich befähigt hat, diesen Traum zu bekommen – ich traue mich fast gar nicht, das zu schreiben – war, dass ich die Sage von Psyche auf Youtube gehört habe. Als ich eben ein Bild für den Beitrag gesucht habe ist mir aufgefallen, dass diese Geschichte als Porno wirken könnte. Das war in dieser Version nicht so, es war einfach eine sehr schöne Liebesgeschichte. Schon als ich sie gehört habe habe ich gedacht, das ist eine richtig schöne Geschichte und wenn die kein Happy End gehabt hätte, dann wäre ich sauer geworden. (Jetzt hab ich wohl gespoilert, sorry.) Und ich habe gedacht, da steckt sooo viel drin. Aber doch nicht für jemanden wie mich. Ich bin doch Christ. Griechische Götter sollten mir egal sein. Aber ich hab mit diesen Figuren eben mit gefiebert wie ich mit anderen Figuren auch mit fiebere, die ich zum Beispiel in Filmen sehe. Und irgendwie hat es diese Geschichte geschafft, mich in die Lage zu versetzen, einen solchen Traum zu bekommen.

Und jetzt frage ich mich, darf das eigentlich sein? Sollte ich nicht solche Träume vom Bibel lesen bekommen? Oder von Gottesdiensten? Darf ich als Christ es zulassen, dass, ich schreib das jetzt einfach mal so, ich einen Traum habe, von dem ich denke, er könnte von Gott sein (aufgrund der heilsamen Wirkung, die er auf mich hatte) wenn es so kommt? Nutzt Gott solche Kanäle? Mir wurde immer gesagt, dass das dann nicht Gott wäre sondern etwas Anderes. Aber kann das sein? Wenn es mich in die Lage versetzt, ausgeglichener zu sein, und dadurch freundlicher und hilfsbereiter, weniger reizbar, vielleicht liebevoller, dann wäre das doch eigentlich Gottes Handschrift. Und wenn eine solche Geschichte mich in die Lage dazu versetzt, dann dürfte das doch eigentlich nicht schlecht sein?

Ich bin dankbar für diese Träume und habe ein schlechtes Gewissen, dass ich sie hatte. Ergibt das Sinn? Ich habe mir schon lange wieder solche Träume gewünscht, habe mich aber nicht wirklich getraut, darum zu beten, weil ich Angst hatte, dass Gott sauer auf mich ist, weil ich die Fundi-Szene verlassen habe. Und weil ich sie so harsch kritisiere.

Ich würde gerne die Geschichte wieder und wieder hören, auch in der Hoffnung, dass wieder dasselbe passieren würde. Aber ich weiß auch, dass das so nicht funktionieren würde. Ich kann das nicht herstellen oder herbei führen oder kontrollieren. Oder davon ausgehen, dass, wenn es einmal auf diese Weise passiert ist, es wieder passieren wird. Also höre ich es mir nicht noch mal an, denn ich will diese Seifenblase nicht zerstören. Die wunderschöne, schillernde, verträumte, zerbrechliche Seifenblase.

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