Together again <3 <3 <3

Kat und Jose.pngIch weiß nicht, wie viele Leute wie lange darauf gewartet haben. Und ich hatte eigentlich zwischenzeitlich die Hoffnung aufgegeben. Aber nach beinahe 2 Jahren und ich weiß nicht wie vielen gefühlsmäßigen Achterbahnfahrten und Gebeten war es letzte Woche endlich so weit. Mein kleiner Freund ist zurück. Kat und Jose sind endlich wieder hier zusammen wie eine normale Familie. Und er ist ein ganz tolles Kind. Ich kannte ihn ja eigentlich nur als Baby und klar, ich hatte mir immer mal wieder vorgestellt, wie er sich wohl entwickeln würde. Ehrlich gesagt, ich hatte ihn mir ganz anders vorgestellt. Irgendwie hatte ich immer gedacht, er wäre ein ganz Ruhiger, vielleicht sogar kränklich. Aber er hat mich überrascht. Fröhlich, lebhaft, neugierig, selbstbewusst. So muss es sein. Will alles ausprobieren, überall gucken, bewegt sich leidenschaftlich gerne und quasselt ununterbrochen 😀 Und das ziemlich gut für sein Alter. OK, er ist ein 2-jähriger und wie jeder 2-jährige hat er seine Wutanfälle. Aber die gehen schnell vorbei.

Er hält auch seine Mutter ganz schön auf Trapp. Sie sagt zwar auch, dass es anstrengend ist, aber man merkt, wie glücklich sie ist, dass sie wieder mit ihm zusammen sein kann und er hat sie auch ganz doll lieb. Sie haben eine sehr schöne Bindung und obwohl er lange Zeit weg war ist sie für ihn die Mama.

Und ich glaube, die ist so erleichtert, wie man nur sein kann. Ich meine, nach 2 Jahren hin und her, immer wieder Demütigung, Entmündigung, Bevormundung, chronischem Misstrauen, gezieltem Kaputtmachen der Beziehung, nachdem sie wie eine Löwin gekämpft hat, sich um Gutachten gekümmert hat, sich mit scheinbar bestechlichen Richtern, lahmarschigen Anwälten und Sozialpädagogen, die scheinbar ihre eigenen Interessen haben herum geschlagen hat und weit über ihre Belastungsgrenze gegangen ist, nur um ihr Kind wieder zu bekommen… ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das gewesen sein muss.

Vor ein paar Tagen hatte sie einen Arzt-Termin und ich hab auf Jose aufgepasst. Wir waren am Spielplatz, haben gerutscht, im Sand gebuddelt, in Pfützen gematscht und ausprobiert, wie die Flugeigenschaften von Sand, Stöcken und Blättern sind. Schaukeln haben wir auch versucht, aber ich glaube, das war ihm noch zu unheimlich. Ich hab gedacht, das Ganze ist so verrückt, wenn man bedenkt, dass das letzte mal, als ich ihn gesehen habe, ich ihm noch das Fläschchen gegeben habe und er sich in einer Flausche-Decke gewälzt hat. Und jetzt ist er schon fast so alt wie die Kinder in meiner Kindergartengruppe und man kann schon so viel Unsinn mit ihm anstellen. Dann sind wir zurück zur Arztpraxis, Kat ist uns entgegen gekommen und er hat sie schon von Weitem erkannt. „Da! Mama!“ Ich hätte sie aus der Entfernung nicht erkannt. 😀

Und gestern waren Maren, Kat, Jose und ich im Tierpark und er war voll ausgelassen. Total happy bei den ganzen Tieren und vor Allem, weil er so viel laufen konnte.

Obwohl ich auf der Arbeit ständig mit Kindern zu tun habe, verändert grade die Freundschaft zu Jose meinen Blick auf die Welt und ich sehe die Dinge mit seinen Augen. „Alles ist riesig, alles neu und aufregend, was ist wohl möglich, was können Beine wohl tragen und wie lange? Wie sind die Naturgesetze, wann falle ich auf die Nase und wie kann ich das abfangen? Und geht nicht vielleicht doch noch ein bisschen mehr? Was passiert, wenn ich etwas werfe und kann ich über einen Gullideckel laufen wie über die Straße? Ach was, ich versuch es einfach, es wird schon nichts passieren, Mama ist ja da.“ Für ihn ist alles ein Spiel und alles ganz natürlich und leicht. Vielleicht sind manche Kinder wirklich schon im Reich Gottes?

Irgendwie seltsam, dass mir das grade bei ihm so auffällt, mehr als bei den Kids auf der Arbeit. Vielleicht liegt es daran, dass ich auf der Arbeit mehr abgelenkt bin. Ich meine, da hab ich 25 Kids, die alle was wollen und so. Oder es liegt daran, weil ich in gewisser Weise einen anderen Bezug zu ihm habe. Ich habe auch mit gefiebert, in der Zeit als er weg war und ich habe auch mit gelitten, als Kat von ihm erzählt hat, wie es ihm geht und so. Und ich habe mir auch immer wieder vorgestellt, was wohl aus ihm wird. Na und jetzt? Jetzt erlebe ich ihn live. 😀 Vielleicht liegt es auch einfach daran. Ich weiß es nicht.

Naja, ich wollte dich eigentlich auch nur mal auf den neuen Stand bringen, denn schließlich hast du auch mit gefiebert, weil ich schon öfter über die beiden geschrieben habe.

Ist echt schön. Ne richtig süße, kleine Familie. ❤

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10 Gedanken zu “Together again <3 <3 <3

  1. sonntagscafe schreibt:

    Ich hab eine richtige Gänsehaut bekommen, so schlimm und schön ist diese Geschichte! Ich hab sie von Anfang an gelesen. Ich habe ja auch in diesen Bereichen gearbeitet und auch sehr viel Böses erlebt. Es ist so gruselig, dass ich gar nicht recht weiß, was ich sagen soll. Was der Kleine für einen Start ins Leben hat 😦 Aber die Beiden werden es schaffen!
    Wir wissen nicht, warum uns Gott manchmal so schwere Wege gehen lässt. Niemals wurde uns ein leichtes Leben versprochen. Außer bei manchen Evankelikalen, wenn sie sagen: wenn du Jesus hast, dann…ich glaube, du weißt was ich meine. Man muss nur mal in die Bibel schauen. Gott ist mit den Beiden, da bin ich mir ganz sicher!
    Schöne Sonntagsgrüße
    Rebecca

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    • bithya85 schreibt:

      Diese Geschichte ist echt zu verrückt für die Realität. Ehrlich gesagt, ich glaube, wenn ich sie von jemand anderem hören würde, mit den ganzen Details, ich würde sie wohl nicht geglaubt haben. Aber ja, umso schöner, dass sie jetzt endlich wieder zusammen sind ❤ Dir auch einen schönen Sonntag. Gehst du heute weg?

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    • bithya85 schreibt:

      Sonntagscafe klingt gut, schön entspannt. Ich hab heute keine Lust auf Gottesdienst, aber heute Abend ist Hossianna also das Treffen von den Hossa-Talk-Hörern und Postevangelikalen hier aus der Gegend. Da geh ich hin. Ich freu mich drauf, hab die Leute lange nicht gesehen. Sonst muss ich hier ein bisschen aufräumen, wollte schon mal mit Weihnachtsdeko anfangen. Einfach weil es so schön ist 😀

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      • sonntagscafe schreibt:

        Ja, es ist sehr entspannt. Das brauche ich auch. Gottesdienste besuche ich z.Z. keine mehr, weil ich keine Gemeinde habe. Aber das ist nicht schlimm. Ich hab eben auch hohe Ansprüche 🙂
        Weihnachtern bin ich immer bei meiner Tochter. Das ist schön und entspannt. Ich mag keinen Weihnachtsstress, eigentlich überhaupt keinen Stress 🙂 Weihnachten kann für mich an jedem Tag im Jahr stattfinden, genauso wie Ostern.

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      • bithya85 schreibt:

        Kann ich total verstehen. Weil es mir in Bezug auf Gemeinde genauso geht. Ich hatte irgendwann einfach die Schnauze voll, von diesem ganzen heilig sein müssen und immer den selben Geschichten. Ich bin fünf Minuten vor dem Gottesdienst einfach wieder nach Hause gefahren und nie wieder zurück dahin. Dann erst mal ne lange Zeit ohne Gemeinde, aber ich hatte einfach so ein Glück, dass ich eine richtig schöne gefunden hab. Weil ich auch ziemlich anspruchsvoll bin. Hab geheult, als ich sie gefunden hab. Dachte da nämlich schon, ich wäre alleine.

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  2. sonntagscafe schreibt:

    Ich kenne übrigens einige solche Geschichten und ich bekomme immer einen echt dicken Hals, wie verantwortungslos ohne jede Empathie mit manchen schwer belasteten Menschen oder Kindern umgegangen wird. Es geht so oft nicht um das Wohl der zu Betreuenden, meist geht es ums Geld.

    Hat sie auch einen Blog?

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    • bithya85 schreibt:

      Da sagst du was 😦 Ich war noch so naiv, dass ich ihr damals sogar geraten habe, sich Hilfe beim Jugendamt zu suchen. Was glaubst du, was ich mir deswegen schon für Vorwürfe gemacht habe. Heute würde ich das nicht mehr so einfach raten. An manchen Stellen sah es ja wirklich aus wie Kinderhandel oder so.
      Nein, sie hat leider keinen Blog, obwohl ich sie versucht hab, zu überreden 😀 Sie kann nämlich gut schreiben. Aber ich schätze, jetzt wird sie auch keine Zeit mehr dafür haben.

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  3. sonntagscafe schreibt:

    Naja, das Jugendamt darf man nicht total verteufeln. Es liegt an den einzelnen Mitarbeitern, wie es läuft. Ich finde es aber total mutig von deiner Freundin, dass sie so gut für sich eingetreten ist und dieser Kampf letztendlich belohnt wurde.

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    • bithya85 schreibt:

      Klar, ich verteufel es auch nicht unbedingt. Bin ja selber SozPäd. Nur ich hab noch kein JA kennen gelernt, bei dem es gut läuft. Auf der Arbeit ist ein anderes JA zuständig und die tun gar nichts, was wir diese Woche erlebt haben. Kindesmissbrauch und die juckt es gar nicht, sagen nur es gäbe Schlimmeres. 😦 Also ein gutes, ausgewogenes Jugendamt hab ich noch nicht kennen gelernt.

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