Naturerfahrungen und die Bibel #hossael18

IMG_20180625_080256.jpgWie schon gesagt, für eine verwöhnte Europäerin ist es schon etwas Besonderes, in der Wüste unterwegs zu sein. Ich habe schon öfter gehört, dass man gewisse Dinge von Deutschland aus nicht verstehen kann, wenn man sie in der Bibel liest oder davon hört und das eigentlich auch nicht bezweifelt. Aber dass sich gewisse Sachen irgendwie von selbst erklären könnten oder jede Erklärung sich irgendwann erübrigt, damit hatte ich nicht gerechnet.

Nein, ich hatte keine abgedrehte Offenbarung und bin auch nicht in den Himmel entrückt worden. (*Ironie-off*)

Aber… wie schon erwähnt beim letzten mal kann die Wüste dich außer Gefecht setzen, wenn du nicht aufpasst. Ich habe keine wissenschaftlichen Quellen dafür, aber ich würde mal behaupten, ohne Wasser bist du je nach Temperatur nach einer Stunde bewusstlos und nach zwei Stunden tot. Wasser ist dein neuer BFF! Du schwitzt ja wie Sau. Und dann denke ich unter Anderem an Folgendes:

Und wer einem dieser Kleinen auch nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist, wahrlich, ich sage euch: Er wird nicht um seinen Lohn kommen.

Klar. Ich hätte ihn geknuddelt!!! Hättest du auch, wenn du durch die knallende Sonne laufen würdest, mit 40° im Schatten, und dann allein der Gedanke, dass dir das Wasser ausgeht und dir jemand was von seinem abgibt! Es gab ne Situation, in der wir an eine Wasserstelle zum Flaschen auffüllen gekommen sind und so am Ende waren, dass wir uns den Kopf unter fließendes Wasser gehalten haben. Das war genial in diesem Moment.

 

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Im Paradies: Alle 4 BFFs da! Naja, das Salz wird schon irgendwo sein… (Bei den Jordan-Quellen)

Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen. 

DIESES KOPFKINO! Das würde nicht nur der Person das Leben retten sondern auch allen anderen, die mit ihm in Kontakt kämen. Ich stelle mir jetzt auch nicht unsere geführten Trips vor sondern den harten Ernstfall, ohne Guide.

Und wenn du so viel Wasser brauchst, weil du so schwitzt gibt es noch ein anderes Problem, an das ich nie im Leben gedacht hätte, aber eigentlich ist es naheliegend. Schon mal Schweiß in den Mund bekommen? Ist irgendwie salzig, ne? Salz schwitzt man auch aus und das ist nicht gut. Das bringt irgendwie den Körper durcheinander und man beginnt, wirr zu werden. Deswegen haben wir immer wieder eine Pause gemacht und einige Salzbrezeln oder Cracker verteilt und gegessen. Mein zweiter BFF wurde Salz und ich habe gedacht, ich werde nie wieder Chips oder Salzstangen einfach nur so essen können 😀

Und dann der Gedanke daran:

Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.

OK, erstens: Salz hat mich vor dem Wahnsinn bewahrt, krass ausgedrückt, und die Reiseleiterin meinte auch, dass es echt gefährlich ist, zu wenig Salz zu haben, dann müsse man echt ins Krankenhaus. Vielleicht nicht nur dieses Haltbarmachen, was immer wieder in diesem Zusammenhang genannt wird, das, was ich erlebt habe war viel mehr ähnlich wie das Wasser, absolut wichtig in der Wüste, nur nicht so offensichtlich, sondern eher unauffällig. Wird leichter vergessen, aber ist genauso wichtig. Salz rettet Leben und lässt einen klar im Kopf bleiben.

Und zweitens, Salz wegschütten? HAST DU SIE NOCH ALLE?!?!?!

Eine weitere Sache war der Wind. Der war zwar nicht so lebensnotwendig wie Wasser und Salz, aber ich war immer wieder so dankbar für den Wind, der zwischendurch kam. Wenn wir eine Pause machen, unter einem Olivenbaum stehen, und dann kommt ein kurzer Wind, das merkst du viel mehr als hier. Er tröstet, macht Mut, weiter zu gehen, gibt Kraft… es fällt wirklich nicht schwer, sich vorzustellen, dass der Wind damals direkt mit Gott in Verbindung gebracht wurde. (Kurz für die, die es vielleicht noch nicht wissen: Der Heilige Geist kann auch als Wind Gottes übersetzt werden.)

Und dann der Schatten. Du willst ihn, du brauchst ihn! Das Schwitzen ist irgendwann nicht mehr so das Problem, wenn du Wasser hast. Aber die knallende Sonne! Viele von uns hatten lange Ärmel oder wirklich Kopftücher. Ich auch zwischendurch. Du suchst jeden kleinen Schatten, den du bekommen kannst. Und wenn du wo sitzt und jemand stellt sich vor dich und du sitzt in seinem Schatten könntest du ihn auch knuddeln.

Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel.

Und ich kann jetzt echt besser verstehen, warum sich Frauen in diesen Gebieten verschleiern! Ich hab ne Theorie. Ich glaube, angefangen hat es damit, dass einige gemerkt haben, dass dieses Verschleiern gegen die stechende Sonne hilft. Dann haben es immer mehr gemacht und es wurde daraus eine Mode, und weil es so wirksam war, eine Art Kultur. Oder ein fester Teil der Kultur. Und vielleicht haben einige es so, wie ich es oben mit Wasser, Salz, Wind und Schatten gemacht habe, auf den Glauben übertragen und das Verschleiern als Schutz Gottes interpretiert. Nicht nur gegen die Sonne, sondern auch gegen Anderes. Könnte das sein? Ich weiß nicht, ich bin ja kein Islamkenner.

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