Wie verhext!

Harveys Neue AugenHab ich schon mal erwähnt, dass ich jahrelang nicht zum Abendmahl gehen konnte? Dass es mich auch die meiste Zeit nicht gestört hat, weil es sich einfach für mich immer wieder anfühlte wie Gewalt? Vielleicht sogar Richtung Vergewaltigung? Aber es gleichzeitig eine Erinnerung war an wirklich wunderbare Zeiten im Glauben, von denen ich gleichzeitig auch wusste, dass sie wahrscheinlich so nicht wieder kommen würden? Gleichzeitig schwang meine Wut auf die christlichen Systeme mit und meine Hilflosigkeit weil ich nichts dagegen tun konnte. Und mit einer Wut im Bauch, dachte ich, konnte ich ja nicht zum Abendmahl gehen.

Ich merke grade, dass ich in der Vergangenheitsform schreibe. Seltsam… .

Trotzdem, seit ich wieder die Nähe zu Gemeinde suche ist auch wieder das Bedürfnis danach da. Einerseits natürlich auch, weil ich mich nicht absichtlich ausschließen will, klar, das schwingt auch mit. Abendmahl ist da in den Gottesdienst integriert, als Teil der Liturgie. Nicht jeden Sonntag, aber ab und zu. Und vielleicht war das tatsächlich auch der ausschlaggebende Punkt, ohne den ich nicht den Arschtritt bekommen hätte, mich damit auseinander zu setzen. Aber auch, weil ich einfach will. Kann gar nicht wirklich einen Grund nennen, ich merke einfach, dass es mir auch gut tun würde/gut tut. Und als ich dann mal mit Jesus darüber geredet habe (weil ich wirklich ganz Krasses damit verbinde) hat er mich gefragt, ob es denn für mich ok wäre, mit ihm einfach mal Kaffee trinken zu gehen. Ich so, natürlich wäre es das. Wenn es ginge, würde ich das echt gerne. Und er meinte dann, viel was anderes wäre das doch auch nicht. War wohl damals so ein bisschen wie es heute ist, mit Freunden im Cafe zu sitzen. Das hat mir schon geholfen, was das Denken angeht. Aber Abendmahl triggert. Und wie es triggert!!! Schon, wenn ich aufstehe und weiß, dass an dem Tag Abendmahl ist, schnürt es mir manchmal richtig die Kehle zu. An ganz schlimmen Tagen zittere ich wie Espenlaub und bekomme kein Frühstück runter. Und im Gottesdienst selber muss dann oft alles passen, damit ich in der Lage bin, teilzunehmen. Wie gesagt, ich möchte es wirklich. Aber ich kann es dann einfach nicht immer. Es brauch manchmal nur ein falscher Satz vorzukommen, dann ist es aus und ich renn heulend aus dem Raum. Ohne Scheiß. Naja, ich versuch halt, möglichst unauffällig raus zu gehen und mir nichts anmerken zu lassen. Es kann schließlich niemand was dafür und ich will weder als der Freak gelten noch das Gefühl vermitteln, andere wären für meinen Zustand verantwortlich. Ich weiß ja, dass die Verantwortlichen da echt darauf achten, es so niedrigschwellig zu halten wie es irgendwie geht. Und ich merke auch, dass es ganz langsam besser wird. Schon alleine seit Karfreitag, es wurde ein „ausgiebiges Abendmahl“ angekündigt und als Thema ausgerechnet Judas. Das fand ich so schräg, merkwürdig und interessant, dass ich einfach viel zu neugierig war, um zuhause zu bleiben. Und ja, es hat echt getriggert, und ich hatte auch echt wieder Panik bekommen. Bin auch wieder raus und hab mich mal wieder auf der Toilette eingeschlossen, um mich zu beruhigen. Aber dann hab ich etwas gemacht, was ich vorher dann nie gemacht habe: Ich wurde so sauer auf diesen Trigger, der mir das Ganze immer wieder so vermiest, dass ich dachte: „Du beruhigst dich jetzt wieder und dann gehst du da jetzt wieder rein!“ Es war verdammt schwer, konnte kaum atmen, die Kehle war praktisch zu, aber ich wollte auch nicht wieder weg laufen. Und mein Sitznachbar hat mich dann sofort integriert und das Eis gebrochen. Er hat wohl auch schon gemerkt, dass irgendwas war. Wahrscheinlich war es nicht zu übersehen. War wohl ziemlich verheult und zittrig. Trotzdem bin ich im Nachhinein froh, dass ich geblieben bin. War auch für mich ein Erfolgserlebnis. Ich bin dem nicht hilflos ausgeliefert.

Trotzdem ist es nicht vorbei. Beispiel letztes mal: Eigentlich hab ich mich tatsächlich drauf gefreut, dachte echt, dass jetzt alles in Ordnung ist, nachdem ich an Karfreitag wieder rein gegangen bin, nur dann gab es eine Fundi-Predigt. Kommt leider auch ab und zu vor. War ein Gastprediger, ein älterer Mann, der wahrscheinlich sein ganzes Leben nur Freie Gemeinden gekannt hat. Kann ihm ja dann keiner verübeln. Aber es kamen dann so Phrasen wie, dass wir die Auserwählten Gottes sind und die evangelikalen Definitionen von heilig, und ziemlicher Exklusivismus, da war es für mich trotz des guten Tages eigentlich nicht mehr zu retten. Hab die ganze Zeit schon gedacht, ich möchte mich jetzt am liebsten ins Auto setzen und nach Hause fahren. Aber im nächsten Atemzug hab ich dann gedacht, oder war es ein Eindruck von Gott? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall hab ich gedacht, dass ich mir dadurch die Chance nehme, etwas Gutes zu erleben. Ich saß also in der Reihe und war schon echt aufgelöst. Aber ich dachte, nein, du bleibst hier! Aber ich habe mich schon in mich zurück gezogen und konnte nichts mehr hören. Ich bin mir nicht sicher, ob das einen Namen hat, aber ich kann mich dann irgendwie so in mich selbst zurück ziehen, dass ich die Predigt wirklich nicht mehr höre. Wie ein Selbstschutz. Aber dann gab es die ersten Schuldgefühle: Kann ich denn eigentlich beim Abendmahl teilnehmen, wenn ich so rebellisch bin und nicht auf die Predigt höre? Ich habe durchgeatmet und bin wieder raus gekommen, gerade richtig um zu hören, wie der Prediger vom Zorn Gottes angefangen hat.

Schöne Scheiße.

Da war es aus und ich bin raus. Mitten in der Predigt. Ging wirklich nicht mehr. Es war so schlimm, dass ich mich nicht mal mehr bis zur Toilette zurück halten konnte. Und dieses mal war es wohl wirklich alles andere als unauffällig, bühnenreifer Abgang. Voll peinlich. Aber ging nicht anders. Hab mich dann ausgeheult. Kurz hab ich überlegt, ob ich ganz draußen bleibe, ich weiß auch nicht, wie lange ich da war. Aber dann hab ich mir das Gesicht gewaschen und wollte wieder zurück, da kam mir eine entgegen, die wohl Lunte gerochen hat. Gott, war das peinlich! Ich hab zwar gesagt, dass es mir gut geht, aber ich glaube nicht, dass sie mir das abgenommen hat. Aber ich bin trotzdem wieder zurück. Dachte, jetzt bist du schon so weit gekommen, jetzt gibst du nicht auf. War ziemlich verkrampft, aber es ging und war ok.

Puh, es kommt mir echt verhext vor, als wollte mich irgendwas um jeden Preis abhalten. Oder wie Lillis Kampf gegen ihre inneren Dämonen in Harveys Neue Augen.

33 Gedanken zu “Wie verhext!

  1. Kira schreibt:

    Scheiße, krass :/
    Klingt, als wärst Du nahezu traumatisiert. Die Beschreibung erinnert mich an Reaktionen im Fällen von Missbrauch (körperlich), wo das Erlebte so tief eingeschlagen hat, dass die konkrete Erinnerung daran gar nicht mehr greifbar ist, weil man es, um es irgendwie zu bewältigen, praktisch abspalten musste, aber in manchen Situationen bestimmte Reize eben triggern (manchmal sowas ganz Banales wie der Klang einer Stimme) …und dass das dann so etwas auslöst, dass man nicht nur emotional sondern auch körperlich reagiert. Weil der Reiz einem vermittelt, man wäre wieder IN der Situation.
    Abendmahl triggert, sagst Du. Wäre vielleicht zu überlegen, was genau. In einem geschützten Rahmen, echt mal konkret in Worte fassen, wovor Dich Dein Unterbewusstsein eigentlich schützen möchte. Erst mal ganz harmlos und allgemein, so in etwa vorfühlen…was bedeutet Abendmahl für Dich? Ganz theologisch gedacht. Wofür steht es? Gemeinschaft? Mit Jesus? Anderen Christen? Und dann den Fragen nachgehen…Fühle ich mich noch als Teil dieser Gemeinschaft? Will ich noch Teil von ihr sein? Darf ich es? Bedeutet das, dass ich wieder Teil eines Systems werde, das mich kaputt gemacht hat? Das sind nur Gedankenbeispiele meinerseits, um zu verdeutlichen, was ich meine. Können auch ganz andere Fragen sein. Aber ich würde das, wenn möglich, nicht alleine durchspielen. Vielleicht mit einer guten Freundin. Weil es echt nach Trauma klingt, und so, als ob da im Unterbewusstsein Sachen liegen, die so tief verletzt haben, dass sie gar nicht mehr ins Bewusstsein dringen. Was ich meine – das Abendmahl an sich ist zwar der Trigger, aber nicht das Problem an sich. Das liegt tiefer. Wird aber vom Abendmahl transportiert, also muss die Antwort etwas damit zu tun haben, was es für Dich bedeutet.
    Alles Liebe 💗

    Gefällt 2 Personen

    • bithya85 schreibt:

      Danke für deine lieben Worte 🙂
      Hast recht, ja, das hat auch etwas von körperlichem Missbrauch. Denn ich war lange Zeit in einem System, das das Abendmahl tatsächlich beinahe sexuell gedeutet hat, deswegen am Anfang auch die Andeutung von Vergewaltigung, das war mehr als nur ein „es fühlt sich so an wie sich das vielleicht anfühlen könnte, so in etwa.“ Ziemlich crazy, ich weiß. Aber es fällt eben nicht grade leicht, dem einen neuen, gesunden Sinn zu geben. Aber ich bin dran.
      Mit einer Freundin wäre schon schön, aber ich fürchte, da würde ich wohl wenig Verständnis ernten 🙂 Ist mir dann einfach ein zu großes Risiko, denn wie gesagt, bin eh ein gebranntes Kind.

      Gefällt 1 Person

      • Kira schreibt:

        „…beinahe sexuell gedeutet…“ – O.m.G. Verstehe. Da steckt einiges drin. Mich verstört ja schon allein die Vorstellung, der Gedanke daran.
        Stimmt, dass das Verständnis nicht unbedingt gegeben ist, auch bei guten Freunden, das hab ich nicht bedacht. Atheisten verstehen vielleicht gar nicht, wie da überhaupt ein Problem sein kann, dazu fehlt oft der Bezug zum Gesamten. Sich da einfühlen zu können, ist dann schwer…und Christen können das vielleicht auch gar nicht verstehen, wie etwas, was ihnen heilig ist, für einen selbst solche Auswirkungen haben kann…und dann kommen, wenn es ganz blöd läuft, wirklich gut gemeinte Ratschläge, die alles nur noch schlimmer machen können.
        „Aber ich bin dran.“ 💙 Es klingt auch echt so, als ob es immer besser wird. Wahrscheinlich braucht sowas einfach mehr Zeit, so dass man das oft gar nicht merkt. Aber Du hast es hin und wieder mal anklingen lassen, und im Vergleich zu früheren Beiträgen, Sätzen, usw. zu dem Thema, hört es sich wirklich so an, als ob da einiges voran gegangen ist. Von daher – dat wird!
        Ich hatte solche Reaktionen eine Zeit lang, nachdem ich aus meiner Fundi-Gemeinde raus war, immer dann, wenn ich versucht habe, in eine Kirche zu gehen, einen Gottesdienst zu hören, usw. Ich konnte nicht mal in dem Gebäude bleiben. Schwindel, Herzrasen, Panik, das ganze Programm. Das hat auch keiner gecheckt 🙂 Aber es ging vorbei. Irgendwie. Für Dich wird das auch so, zumal Du es ja aktiv angehst und Dich damit auseinandersetzt.
        lg

        Gefällt 2 Personen

      • bithya85 schreibt:

        „Mich verstört ja schon allein die Vorstellung, der Gedanke daran.“ Stimmt, das muss ein sehr… interessantes Kopfkino sein 😀 😀 😀 Erstmal gelacht. Bei allem Schrägen, irgendwie tut es gut, darüber mal lachen zu können. Ich glaub, ich hör jetzt lieber auf zu schreiben, das würde sonst zu bizarr 😀

        Gefällt 1 Person

      • bithya85 schreibt:

        Ich hab da neulich tatsächlich mal mit einer Freundin geredet und sie hat echt verstanden, wo das Problem ist, ich musste gar nicht viel sagen. Allgemein hat das Aufschreiben und das Schreiben mit euch hier und das Reden mit Maren echt gut getan und ich glaube auch einen guten Teil Heilung angestoßen. Bin auf jeden Fall schon viel klarer 🙂

        Gefällt 1 Person

      • Kira schreibt:

        Hey, des is ja cool 😃💙
        Ein Hoch auf Maren 😊,dass sie Dich da so aufgefangen hat…
        Es ist schön, dass was voran geht. Ich bin davon überzeugt, dass es eines Tages in Ordnung sein wird.
        lg

        Gefällt 2 Personen

  2. mARi schreibt:

    Liebe Bithya,
    ich habe bisher noch nicht viel in deinem Blog gelesen, aber dieser Artikel hat mich direkt umgehauen. Bei mir läuft es nämlich exakt genauso ab. Man hat mir gesagt, dass es sich um eine posttraumatische Belastungsstörung handelt und ich finde das plausibel. Daher rate ich dir sehr (ich hoffe, ich darf das), dich damit an eine*n Seelsorger*in, Berater*in oder Therapeut*in zu wenden, um zu klären, was es damit genau auf sich hat – und habe damit dasselbe Anliegen wie Kira, denke aber, dass das Gespräch mit einer Freundin NT eine gute Ergänzung dazu sein kann. Ich habe mich entschieden, für einige Jahr(zehnt)e Gottesdiensten fernzubleiben, weil die Belastung einfach zu groß war, selbst wenn die Gottesdienstinhalte okay waren (was ja bei dir nicht immer so der Fall zu sein scheint).
    Ich wünsche dir, dass dieses Leid (in welcher Form auch immer) aufhört und dass du den „richtigen“ Menschen begegnest!
    Alles Liebe!

    Gefällt 1 Person

    • bithya85 schreibt:

      Danke Mari 🙂 Für deine lieben Worte. Es gibt manchmal wirklich Dinge, die niemals hätten passieren dürfen. Die einen schier zerreißen und man nicht weiß: Was passiert hier grade? Ich habe deswegen wie du einige Jahre Pause von Gemeinde gemacht.
      Tja, Beratung, Seelsorge, Therapie, ich kann es verstehen, dass du sie mir rätst. Ob ich es mache… kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich tendiere eher zu nein, denn ich habe gemerkt, dass sie mir, auch wenn sie professionell heißen, nur kurzfristig helfen, langfristig oft eher schaden. Trotzdem danke 🙂
      Die Gemeinde, die ich momentan besuche habe ich mir tatsächlich auch deswegen gesucht, weil ich den Kontakt mit Christen vermisst habe und mich freiwillig wieder anschließen wollte. Aber ich war schon sehr wählerisch, denn hier im Umkreis gibt es sehr viele fundamentalistische und teilweise missbräuchliche Gemeinden und in diese Falle wollte ich nicht mehr tappen. Deswegen habe ich mir die Gemeinde echt gut angeschaut und auch die Online-Predigten, bevor ich hin gegangen bin. Mach dir keine Sorgen darum, die Inhalte sind überwiegend gut, außer manchmal wenn Gastredner aus anderen Gemeinden kommen, da hat man ja dann nicht unbedingt Einfluss drauf.
      Liebe Grüße!

      P.S.: Dein Kommentar war doppelt, ich hoffe es ist für dich ok, wenn ich einen davon lösche 🙂

      Gefällt 1 Person

      • mARi schreibt:

        Oh, dass du so schlechte Erfahrung mit Beratung gemacht hast, tut mir sehr leid. Da hatte ich wohl Glück. Mich hat die Beratung quasi „gerettet“. Also wenn eine Therapie oder Seelsorge langfristig schadet, ist sie schlecht! Das Gegenteil sollte der Fall sein.
        Du, ich wollte deine Entscheidung keinesfalls kritisieren, im Gegenteil. Ich wollte eigentlich nur damit sagen, wie heftig auch mein Erleben mit all dem ist. Ich hoffe, ich habe irgendwann auch den Mut, mich wieder an eine Gemeinschaft heran zu wagen, so wie du… Also: Hut ab dafür!

        Gefällt 2 Personen

      • Kira schreibt:

        Hi Mari,
        alles Liebe 💙 für Dich. Du hast offenbar richtig krass üble Erfahrungen mit Gemeinde/ geistlichem Missbrauch gemacht ☹ Macht schon sehr betroffen, zu lesen, was das Ganze in Dir zerstört hat.
        Ich wünsche Dir auf jeden Fall, dass Du eines Tages Gemeinschaft mit Christen wieder positiv erleben kannst, so wie Du es Dir wünschst. Aber mach Dir da keinen Druck, was die Gottesdienste angeht, ein Trauma zu verarbeiten braucht seine Zeit…
        Ich habe mir eine Zeit lang Predigten online angehört und an verschiedenen Aktivitäten innerhalb der (ev.) Landeskirche teilgenommen, Chor, Theater, Ausflüge, solche Sachen, einfach um zwanglos unter Leute, sprich: Christen zu kommen, und die Unverbindlichkeit war sehr hilfreich…Vielleicht ist sowas in der Art was für Dich, wenn Dir der Austausch, das Zusammensein fehlen sollte. Und wenn Du merkst, verbindlich Teil einer Gemeinde zu sein, geht nicht mehr für Dich, ist das auch völlig in Ordnung. Gemeinschaft ist da möglich, wo Menschen zusammen kommen, unabhängig von den klassischen Strukturen. Das Internet bietet da ja auch eine Menge Spielraum.
        Weißt Du, dass Du soviel Unterstützung und Hilfe durch Seelsorge und Beratung erfahren hast, ist für mich schon auch irgendwie ein Zeichen, dass Gott Dich nicht alleine gelassen hat, dass er Dir die richtigen Leute zur Seite gestellt hat…und von daher habe ich die Hoffnung, dass er Dir auch weiterhin Türen öffnen wird und Möglichkeiten schafft. Und dass es gut für Dich wird.
        lg

        Gefällt 2 Personen

      • mARi schreibt:

        @ Bithya: Ja, das glaube ich – trotz allem – tatsächlich auch! 🙂
        @ Kira: Vielen Dank für deine lieben Worte! Ja, das Internet nutze ich da schon für meine Zwecke und da habe ich schon viel Gutes gefunden. Ich liebäugele auch mit der Kirche, weil ich hoffe, dass die äußeren Formen etwas anders sind und es dann vielleicht nicht so ein starker Trigger ist. Aber erst mal nur an solchen Angeboten teilzunehmen ist wirklich eine gute Idee, vielen Dank! Ich denke mal drüber nach.
        Viele liebe Grüße! 🙂

        Gefällt 1 Person

  3. Strandläufer schreibt:

    „Puh, es kommt mir echt verhext vor, als wollte mich irgendwas um jeden Preis abhalten. Oder wie Lillis Kampf gegen ihre inneren Dämonen in Harveys Neue Augen.“

    Ich kenne das Beispiel jetzt nicht, aber möglicherweise liegst Du damit gar nicht so falsch. Ohne eine Übertragung vornehmen zu wollen, denke ich dass das mit rein spielt. Das was ich positiv erlebte an der Stelle, ist, dass dies für Jesus kein Problem darstellt.

    Teamwork mit Jesus machst Du ja bereits, von daher denke ich dass Du schon instinktiv alles richtig machst und bin auch wie Du und die anderen der Überzeugung das wird wieder heil. Ich habe jedenfalls großen Repekt davor wie Du Dich dem stellst und unangenehmen Gefühlen, Triggern nicht ausweichst, da habe ich in der Vergangenheit oft gekniffen und kann mir eine Scheibe von Dir abschneiden. Für mich ist das gerade die Bestätigung weiter zu gehen auf diesem Weg.

    P. S.: Es soll nicht belehrend rüber kommen, aber mir hat geholfen nicht von *meinen* inneren Dämonen zu sprechen. Sie gehören nicht zu mir, vielleicht hilft es Dir auch. Klingt vielleicht kleinlich, aber jedenfalls bei mir hatte alleine dies schon einen psychologischen Effekt.

    Ich wünsche Dir und allen anderen natürlich auch, dass wir in allem was wir erleben, es schaffen, fokussiert zu bleiben darauf was uns hilft und ich bin deshalb so zuversichtlich darin, weil die Entwicklungen hier bei jedem einzelnen von uns sichtbar werden. Mag es auch ein langer uns steiniger Weg sein, auf dem sind wir ja nicht alleine, sondern gemeinsam unterwegs und er wird auch nicht immer nur lang und steinig bleiben. 😉

    Gefällt 1 Person

    • mARi schreibt:

      Liebe(r) Strandläufer,
      ich denke auch, dass es transzendente Mächte gibt, die wir nicht kennen und kontrollieren können. Ich gebe nur zu bedenken, dass dieses Erklärungsmodell für unsere inneren Vorgänge uns unter Umständen davon abhalten, den Dingen auf den Grund zu gehen. (Wobei ich jetzt bei dir nicht davon ausgehe, dass das bei dir der Fall ist, denn du schreibt ja lediglich, dass dieser Aspekt „mit rein spielt“.) Das ist es, was ich weiter oben schon sagen wollte: Ich halte es für wichtig, zu VERSTEHEN, was in der ursprünglich traumatisierenden Situation passiert ist. Nicht nur, um die Zukunft bewältigen zu können, sondern auch, um destruktive religiöse Praktiken und Lehren sowie missbräuchliche Strukturen in religiösen Settings zu entlarven und sich dagegen zu wehren.
      Versteht ihr, was ich meine? Das muss natürlich nicht in einer Beratung stattfinden, es gibt ja auch sehr viel hilfreiche Literatur dazu.
      Liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

      • bithya85 schreibt:

        Ich seh das wie du. Kann ja durchaus sein, dass so etwas damit zu tun hat, das will ich gar nicht abstreiten. Und klar, dass Jesus stärker ist als was auch immer das ist. Ohne ihn könnte ich mich dem sicher nicht stellen.

        Aber was hilft es mir in der Praxis? Ich habe bei mir erlebt, dass ich, wenn ich davon rede, vielleicht Dämonen zu haben, entweder Angst davor bekomme, so nach dem Motto, ich habe unsichtbare und nicht nachweisbare Parasiten, die mein Verhalten und Fühlen kontrollieren. Das hilft mir nicht. Oder ich fange an, Teile von mir, die mir nicht passen oder die mich verstören von mir abzuspalten und diese Teile dann die „Dämonen“ nenne, die eben nicht zu mir gehören. Und auch das will ich nicht, denn es hilft mir nicht dabei, mich mit mir selbst zu versöhnen. Können ja andere anders erleben und ich denke, dann ist das auch ok.

        Aber wo ich Strandläufer echt recht gebe, und das ist auch was, das mich fasziniert, wie wir uns hier alle entwickeln. Kann es manchmal kaum glauben, wenn ich mir alte Beiträge oder Mails nochmal durchlese. ❤

        Gefällt 1 Person

      • Strandläufer schreibt:

        Hallo Bithya,

        es tut mir leid, dass dir mein Kommentar nicht geholfen hat. Ziel verfehlt. Vielleicht ist es dir nicht aufgefallen, aber ich habe das Thema bewusst kurz gehalten. Lies dir mal meinen Kommentar noch mal durch, dann wirst du feststellen dass ich an der Oberfläche geblieben bin, das war nicht zufällig. Aus anderen Blogbeiträgen und Kommentaren, auch von mir, ist durchaus hängen geblieben, dass es klüger ist bei diesem Thema nicht tiefer einzusteigen. Tatsächlich wollte ich Mut machen.

        “ Ich seh das wie du. Kann ja durchaus sein, dass so etwas damit zu tun hat, das will ich gar nicht abstreiten. Und klar, dass Jesus stärker ist als was auch immer das ist. Ohne ihn könnte ich mich dem sicher nicht stellen.

        Aber was hilft es mir in der Praxis? “

        Ja, das war dann eben eine Übertragung, das hätte ich ahnen können. Mir hat es sehr geholfen, aber ich habe ungeheucheltes Verständnis dafür, wenn es nicht hilft.

        “ Ich habe bei mir erlebt, dass ich, wenn ich davon rede, vielleicht Dämonen zu haben, entweder Angst davor bekomme, so nach dem Motto, ich habe unsichtbare und nicht nachweisbare Parasiten, die mein Verhalten und Fühlen kontrollieren. Das hilft mir nicht. “

        Ja, Angst hatte ich eine Zeit lang, das hat sich aber komplett gedreht und inzwischen habe ich keine Angst mehr. Die Erinnerung daran war mir nicht präsent genug. Diese Erfahrung ist natürlich der Hammer und ich gehe davon aus, dass jeder Mensch der mit Gott geht, früher oder später an diesen Punkt kommt, weil ich ihm hier das als seinen Willen unterstelle. Das war wohl mein Fehler, dass ich diese Situation bei dir unterschätzt habe, das hatte ich echt nicht auf dem Schirm, ich werde dazu auch nichts mehr schreiben.

        “ Oder ich fange an, Teile von mir, die mir nicht passen oder die mich verstören von mir abzuspalten und diese Teile dann die „Dämonen“ nenne, die eben nicht zu mir gehören. Und auch das will ich nicht, denn es hilft mir nicht dabei, mich mit mir selbst zu versöhnen. Können ja andere anders erleben und ich denke, dann ist das auch ok. “

        Ja, auch das ist verständlich für mich, sogar sehr verständlich. Ich habe vor vielen Jahren eine sehr gute Freundin dadurch verloren, dass ich ihr in einem langen Brief vor den Kopf geknallt habe, dass ich es nicht mehr hören kann, wenn in Bezug auf meine Person von Belastungen gesprochen wird und sie hatte nicht mal unrecht, aber für mich wurde das dann einfach unerträglich. Eine andere Freundin von mir kriegt es für sich noch nicht getrennt und schafft sich dadurch Ausreden für ihr Verhalten. Also in all dem verstehe ich dich wirklich.

        Was mich persönlich verletzt, ist, dass man sich in meinem Kommentar auf ein, zwei Sätze (mehr waren es nicht zu dem Thema) gestürzt hat und den ganzen Rest anscheinend für wertlos erachtet. Meine einzige Motivation war dich zu ermutigen und hättest du diese Vermutung nicht selbst erwähnt, ich hätte kein Wort darüber verloren. Ich hatte nicht mal die Absicht das groß werden zu lassen, sondern wollte dein Gefühl nur kurz bestätigen. Dass es dir Angst macht, dass ich das nicht im Blick hatte, tut mir auch ehrlich leid, ich hätte es sonst gelassen.

        Finde jetzt kein versöhnliches Ende und möchte auch keins künstlich konstruieren. Ich schätze euch so ein, dass ich das zumuten kann und hoffe ich irre mich nicht erneut.

        Liken

      • bithya85 schreibt:

        Es tut mir leid. Du hast recht, ich habe mich nicht auf deinen kompletten Kommentar bezogen und bin an diesem Thema hängen geblieben. Ich könnte jetzt Gründe dafür nennen und mich rechtfertigen, aber das wäre glaub ich grade unfair, ich hab dich auf dieses Thema reduziert und dich damit verletzt und das tut mir leid. Ich werde mir morgen noch mal deinen Kommentar ausführlich durchlesen, mit dem Wissen im Hinterkopf. Heute ist es mir schon etwas spät dafür. Wollte das einfach nur geschrieben haben.
        Liebe Grüße und sorry.

        Gefällt 1 Person

      • Strandläufer schreibt:

        Liebe Bithya, alles wieder gut. 🙂

        In meinem Kommentar an Mari habe ich meine Gefühlslage dazu erklärt, also ich schließe nicht aus, dass ich heute gerade besonders „sensibel“, vielleicht auch etwas unverhältnismäßig war. 😉 Einfach mal ungefiltert, aber ich hoffe ihr wisst dass ich jeden einzelnen von euch sehr schätze! Liebe Grüße 🤗.

        Gefällt 2 Personen

      • Strandläufer schreibt:

        “ (Wobei ich jetzt bei dir nicht davon ausgehe, dass das bei dir der Fall ist, denn du schreibt ja lediglich, dass dieser Aspekt „mit rein spielt“.) “

        Grundsätzlich darf man bei mir ausgehen, dass ich ehrlich bin, aber jetzt bitte verzeiht mir das und filtert es selbst, will ich nicht einfühlsam sein oder diplomatisch, sondern ungefiltert meine spontanen, subjektiven Emotionen raus lassen. Ich erhebe in keinster Weise den Anspruch dass sie gerecht oder gerechtfertigt sind, sondern sie sind einfach da.

        Ich war sehr beruhigt diesen Satz in Klammer gelesen zu haben, sonst wäre ich wahrscheinlich an die Decke gegangen, weil ich mich schon wieder missverstanden fühlte und das kotzt mich echt so langsam an. Es ist einfach mühsam ständig ausführlich erklären zu müssen wie man es meint oder keinesfalls meint. Ich gebe zu dass ich da manchmal zu viel voraussetze, wenn ich davon ausgehe dass man mich doch inzwischen etwas besser kennen müsste.

        „Das ist es, was ich weiter oben schon sagen wollte: Ich halte es für wichtig, zu VERSTEHEN, was in der ursprünglich traumatisierenden Situation passiert ist. Nicht nur, um die Zukunft bewältigen zu können, sondern auch, um destruktive religiöse Praktiken und Lehren sowie missbräuchliche Strukturen in religiösen Settings zu entlarven und sich dagegen zu wehren.
        Versteht ihr, was ich meine?“

        Ja, das hatte ich von Anfang an verstanden, deshalb gab es von mir ja auch eine visuelle Bestätigung, zugegeben einen Kommentar weiter. Das alles habe ich schon lange hinter mir. Mein Text sollte weder im Widerspruch zu deinem stehen, noch beinhaltete er irgendeine Form der Kritik. Im Gegenteil, ich fand den Verlauf der Kommentare ausreichend zum Thema, weil Bithya den Eindruck auf mich machte, dass sie ihren Weg wissend weiter geht.

        Was ich mit meinem Text bezweckte, schreibe ich gleich noch Bithya.

        Du hast in deiner Antwort an mich nichts falsch gemacht, das möchte ich ausdrücklich betonen. Ich habe es einfach satt eingeschätzt zu werden und ziehe daraus meine Konsequenzen. Liebe Mari, beziehe deshalb meinen Ausbruch nicht auf dich, ich greife dich nicht persönlich an, sondern lasse meinen allgemeinen Frust raus. 😉

        Liken

      • mARi schreibt:

        Nein, nein, alles gut auf meiner Seite! 🙂 Ich hab das auch selbst nicht so sehr als Widerspruch zu deinem Kommentar gemeint, ich hatte nur irgendwie noch mal das Bedürfnis, diesen Aspekt noch mal zu betonen. Eben weil man bei Texten nicht so genau weiß, wie sie bei anderen ankommen. 😉
        (Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich mich selbst im Nachhinein gefragt habe, ob das nun wirklich nötig war. Und wenn ich das genauer reflektiere, würde ich sagen: Wahrscheinlich war es für mich selbst nötig, nicht für eine(n) von euch…)
        – Ist doch eine gute Diskussionskultur hier, finde ich! 🙂

        Gefällt 3 Personen

    • bithya85 schreibt:

      Danke für deinen Zuspruch. Ich kann verstehen, wenn man den negativen Gefühlen ausweicht. Sie stören halt ungemein. Ich meine, das mache ich ja mehr oder weniger schon alleine mit der Bibel. Sie löst halt sehr selten etwas Positives bei mir im Moment aus, deswegen meide ich sie meistens. Ich denke, die wird auch früher oder später „dran“ kommen, aber muss ja nicht alles auf einmal. Siehst, ich weiche auch schon mal aus. 😀 Da bist du sicher weiter.
      Mir hat mal jemand gesagt, dass es manchmal vielleicht sogar besser ist, sich nicht den Triggern zu stellen, denn je nachdem, wie stark sie sind kann man nicht absehen, was sie in einem auslösen und was dann passiert. Kann ich nachvollziehen. Deswegen hast du das vielleicht sogar richtig gemacht, wenn du ihnen eher aus dem Weg gegangen bist.
      LG 🙂

      Gefällt 1 Person

      • mARi schreibt:

        Ja, das ist so eine Sache mit den Triggern. Bei mir ist es so, dass die sachliche Auseinandersetzung mir insofern hilft, dass ich besser verstehe, was dann in so einem Moment bei mir passiert. Ich kann das dann manchmal (manchmal auch erst im Nachhinein) sagen: Aha, jetzt geht hier also wieder der Film ab, ich spüre wie mein Herz rast usw. und suche dann nach dem Auslöser. Dadurch gewinne ich schon mal etwas Distanz und kann es besser verarbeiten. Und über die Jahre kann ich wirklich sagen, dass die Auseinandersetzung damit immer schneller geht, weil ich immer besser weiß, was ich dagegen halten kann. „Es liegt nicht an mir“, „So ist Gott nicht“, „Das war übergriffiges Verhalten“ etc. Man bekommt Übung. Vielleicht ähnelt das dann tatsächlich wieder dem, was man gemeinhin unter „geistlichem Kampf“ versteht. Aber es ist anders, als ich den Begriff bei Christen kennengelernt habe. Nun ja, man kann das ja auch mit neuem Inhalt füllen. 😉 Trotzdem geht es zumindest mir so, dass ich die Anzahl an Triggersituationen wirklich begrenzen muss, sonst wird es mir im Alltag einfach viel zu anstrengend. Da muss man wohl einfach schauen, wieviel Kraftreserven man hat…
        Ich freu mich sehr, dass mein Kommentar dir geholfen hat, für mich ist dieses Gespräch auch noch mal eine gute Gelegenheit, über das Thema nachzudenken, also vielen Dank für deinen Artikel und deine Ehrlichkeit! Es tut gut, dass man mit dem Thema nicht allein ist!

        Gefällt 3 Personen

  4. mARi schreibt:

    P.S.: Noch eine kleine Nachricht an Strandläufer (Sorry, die Reihenfolge und Verästelung der Kommentare verwirrt mich etwas…):
    Ich bin hier ganz neu auf dem Blog und kann mich nicht erinnern, schon mal was von dir gelesen zu haben… Also sorry! Habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass das Medium Text nur bedingt geeignet ist, um solche tiefgehenden Themen zu besprechen. Man hat keinen Gesichtsausdruck vor Augen, keinen Tonfall im Ohr und kann nicht anders, als zu interpretieren. Das geht leider oft in die Hose. :-/ Aber ich finde, du hast deine Emotionen gut in Worte gefasst und sie in angemessener und differenzierter Weise an uns gerichtet, da brauchst du dich in keinster Weise für zu entschuldigen!! Bei solchen Themen wird man eben schnell getriggert, geht uns doch allen so. Also bitte nicht ärgern, wenn man dich mal missversteht, das würde bestimmt nicht passieren, wenn es ein Treffen vis-à-vis wäre! 🙂 Liebe Grüße!

    Liken

    • Strandläufer schreibt:

      Hallo Mari, also das mit der Reihenfolge ist auch nicht so einfach, scheint mir. Inzwischen weiß ich dass ich direkt aus meinem Postfach heraus über die Benachrichtigungsmail antworte und selbst dann noch hängt die Antwort manchmal ganz woanders an, als erwartet. 😉

      “ Ich bin hier ganz neu auf dem Blog und kann mich nicht erinnern, schon mal was von dir gelesen zu haben… Also sorry! “

      Na ja, so viel hast Du nicht verpasst. Es ist mir nicht gerade angenehm so öffentlich offen zu schreiben und ich genehmige mir immer wieder mal Blogpausen. Was mir aber wichtig ist, dass Du Dich bitte auch nicht mehr entschuldigst. Das ist gar nicht nötig, hatte ich ja bereits formuliert. 🙂 Ich differenziere schon was meine Baustelle ist und Du hast nichts falsch gemacht.

      “ Habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass das Medium Text nur bedingt geeignet ist, um solche tiefgehenden Themen zu besprechen. Man hat keinen Gesichtsausdruck vor Augen, keinen Tonfall im Ohr und kann nicht anders, als zu interpretieren. Das geht leider oft in die Hose. “

      Ja, da ist was Wahres dran; auf der anderen Seite, wenn ich mich ausdrücken möchte, dann kann ich das am besten schriftlich. Oft sitze ich früh morgens an meinem Rechner und finde dort Worte, die, wenn ich sie bräuchte, nicht den Weg von meinem Hirn über meine Lippen finden. Irgendwo dazwischen gehen sie verloren. Oder eine ähnliche Situation: Einen Tag später bin ich dann die Schlagfertigkeit in Person, 😉 zu spät, aber wer kennt das nicht.

      Ja, das mit Augen, Tonfall, Interpretation, das sind Kriterien die fehlen, aber bei mir kommt noch hinzu, dass ich ganze Dialoge voraussetze, die nicht stattgefunden haben. Ich analysiere manchmal zu viel und mache deshalb noch lange nicht weniger Fehler, bin dabei zu lernen direktes Feedback zu geben, bestätigen wie etwas angekommen ist, erst nachzufragen, nicht so viel Eigeninterpretation. Trigger richtig deuten auch nicht einfach. Und manchmal schieße ich mir ein Eigentor, weil ich etwas sage, was ich völlig anders meine. Dann höre ich mir zu und denke: „Häh? Was rede ich denn da?“ Gut dass das nur noch selten passiert. Also dass man mich missversteht, liegt zu einem großen Teil an mir selbst. Da muss ich hinschauen, auch wenn es weh tut.

      Kennst Du die Hammer Geschichte?

      Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er »Guten Tag« sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!“
      Wieder in seiner Wohnung sitzt er da mit seinem Bild in der Hand – enttäuscht und verzweifelt über seine Mitmenschen. Und er beschließt ganz fest: „Nie wieder sprech ich einen an!“

      (aus P. Watzlawick: Anleitung zum unglücklich sein.) Andere behaupten ursprünglich von Ephraim Kishon. 📚

      In diesem Sinne wünsche ich uns ein schönes, erholsames, lösungzufliegendes Wochenende. 🌞Fröhlich wäre super! Das war ein 🙏🏼, für den Fall dass wir es nicht hinbekommen 🤬. Denke aber doch! 😉 🌈

      Gefällt 1 Person

      • mARi schreibt:

        Ich sehe, wir verstehen uns bestens!
        Ja, du hast Recht, Texte sind vor allem dann gut geeignet, wenn ich meinem Standpunkt in Ruhe deutlich machen will. Ich bin leider auch nicht so der schlagfertige Typ und da kann es im direkten Gespräch schon mal schwierig werden.
        Oder das liebe Tagebuch: Was hab ich schon Seiten voll geschrieben, um meine Gedanken zu ordnen…!
        Die Geschichte ist super, leider wohl recht nah am Leben…
        Vielen Dank dafür!
        Ich wünsche euch auch allen ein schönes Wochenende! 🙂

        Gefällt 1 Person

    • bithya85 schreibt:

      Ja, das mit der Reihenfolge ist irgendwann wirklich unübersichtlich. Ich habe auch Schwierigkeiten damit. Aber ich weiß auch nicht, wie ich es besser machen kann. Vielleicht liegt es einfach am Theme der Seite und wenn ich es ändern würde, würde es wohl den gesamten Blog verändern.

      Liken

Geig mir deine Meinung

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s