Nervös? Oder Angst? Oder was?

Ich bin grade erst aufgestanden. Echt, am Sonntag bin ich um acht aufgestanden. Und das, obwohl ich gestern spät ins Bett gegangen bin. Und nein, ich hab mir nicht den Wecker gestellt. Konnte einfach nicht mehr schlafen. Und ich weiß, was das heißt.

Wie du (vielleicht) weißt, bin ich jetzt eine ganze Weile ohne feste Gemeinde. Und ich muss ehrlich sagen, dass mich das die meiste Zeit auch nicht weiter gestört hat. Es war eher so, dass ich den Gedanken mochte, er hat etwas Rebellisches, wenn fast alle im Umkreis sagen, man bräuchte als Christ eine feste Gemeinde und man selbst zeigt, hey, es geht auch anders. Wenn man genug Freunde hat, die Christen sind, mit denen man sich austauschen kann und wenn man sich selbst den Input holt, den man braucht. Ging sehr gut. Das Problem ist nur: Die meisten von ihnen sind auf einmal weg gefallen bzw. werden wahrscheinlich bald weg fallen. Eine dieser Freunde scheint seit einem halben Jahr sauer auf mich zu sein, ohne dass sie sagen will, was ist, eine ist weg gezogen, eine andere wird wahrscheinlich weg ziehen müssen. Klar, man kann telefonieren und so, aber das ist nicht dasselbe… und ich bin leider nicht sehr gut darin, Freunde zu finden.  Ohne soziale Kontakte geht bei mir aber nicht. Also wurde das Thema Gemeinde wieder aktueller. Und da gibt es tatsächlich in der Nähe eine, die „es“ sein könnte. Eine, die nicht fundamentalistisch, konservativ und/oder paranoid ist. Ich war ein paarmal da, zum Schnuppern, und fand, es waren ganz liebe Leute und die Lehre war schön entspannt, verglichen mit dem, was ich sonst so kennen gelernt habe.

Und deswegen war ich auch letzte Woche auf dieser Freizeit. Ich wollte testen. Ich wollte es genauer wissen. Und ich wollte vielleicht auch schon den einen oder die andere aus der Gemeinde kennen lernen. Es war seltsam. Es ging um die Theodizee-Frage und da ist einiges hoch gekommen, aber das alleine konnte eigentlich nicht der Grund sein, warum ich so viel geweint habe. Ich glaub nicht, dass die anderen es mitbekommen haben, ich hab halt schon darauf geachtet, dass ich alleine bin, wenn ich geweint habe. Es war verwirrend. Aber gegen Ende der Freizeit hat es Klick gemacht, mir ist klar geworden, dass es einfach diese Art von Weinen war, die kommt, wenn man die Probezeit geschafft hat oder wenn die Klausur, von der alles abhängt und man glaubte zu wissen, man hätte sie vermasselt, plötzlich eine gute zwei ist oder wenn der Richter sich nach Jahren zu deinen Gunsten entscheidet. Bei mir war es das plötzliche Wissen, die Erkenntnis, nicht alleine zu sein mit meinen Fragen und Zweifeln und meinem Mehr-Wissen-Wollen. Diese Art von Fragen, auf die klassische Evangelikale nur platte und schnelle Antworten geben, die Art Zweifel, die schnell als Sünde verurteilt werden und das Mehr-Wissen-Wollen, das gefährlich zu sein scheint. Ich glaube, es war eher unbewusst, dass ich mich alleine gefühlt habe, jedenfalls die meiste Zeit, denn sonst wäre ich doch sicher früher drauf gekommen, warum ich so viel geweint habe. Und nicht nur das, auch das Zwischenmenschliche war etwas, das ich nur selten so erlebt habe. Ich meine, die Pastoren, von denen man die meiste Zeit gar nicht gewusst hat, dass sie welche sind, die zwar theologische Vorträge gehalten haben (keine Predigten!!!) aber sonst völlig normal waren, mit diskutiert haben, und die BLÖ-DES-TEN Partyspiele mitgemacht oder vorgeschlagen haben und sich selbst teilweise so richtig zum Affen gemacht haben!

Ich hab gedacht, ich fange nächste Woche an, hin zu gehen und ernsthaft zu versuchen, mich zu integrieren. Aber du weißt ja, wie Gott ist. So: Warum nicht schon heute? Warum nicht? Weil ich Angst habe! Ich weiß nicht mal genau, wovor. Vielleicht, dass sie mich gar nicht wollen, dass ich ihnen zu verkorkst bin. Aber dann bin ich heute morgen um halb acht aufgewacht und hab mehr als genug Zeit, mich fertig zu machen und hin zu gehen.

Oh Mann.

Also… ich sollte mich so langsam fertig machen.

Hilfe!

Unbenannt2Das hier hab ich eben auf Facebook gesehen. Irgendwie hat mich das angesprochen. Klingt vielleicht etwas platt, aber ist irgendwie schön. Und passend. Und ermutigend. Jedenfalls verstehe ich das so, dass Gott mich damit ermutigen will. Etwas Angst habe ich trotzdem. Und bin nervös. Oder irgendwie so etwas in der Richtung. Seltsam. Verwirrend.

2 Gedanken zu “Nervös? Oder Angst? Oder was?

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