My heart goes SCHALALALALA!

Dieser Beitrag ist Satire! In Wahrheit bin ich nämlich von Prophetie und Heilung absolut fasziniert und habe auch kein Problem mit anderen Geistesgaben.

Im Auto.pngEs war einmal eine Autofahrerin. Sie war als pflichtbewusste Christin auf dem Weg zu ihrer Gemeinde. Neben ihr saß die Beifahrerin. Auch sie war sehr pflichtbewusste Christin und ebenfalls auf dem Weg zur Gemeinde. Natürlich muss das gesagt werden, da es auch durchaus möglich sein könnte, dass die Beifahrerin in Wirklichkeit unterwegs zu einem Missionseinsatz war und sich das Auto bei der nächsten Kreuzung in zwei Hälften aufteilen würde, die beide fahrtüchtig wären. Bei Gott ist bekanntermaßen nichts unmöglich.
Wie dem auch sei. Die Beifahrerin ist nicht nur pflichtbewusste Christin sondern auch begeisterte Beterin. Was im Gegensatz zur Tatsache, dass beide auf dem Weg in die gleiche Gemeinde waren eigentlich nicht der Erwähnung wert sein müsste, da eine pflichtbewusste Christin auch immer eine begeisterte Beterin ist, hab ich recht? Ich schreibe es nur deshalb, damit man versteht, was im Folgenden passiert und wie es dazu kommen konnte.
Die beiden Frauen unterhielten sich über dies und das, wie es zum guten Ton gehört, tauschten sie „Gebetsanliegen“ aus, es müsste dringend für den Lowpricelighter -äh, Verzeihung, Lobpreisleiter gebetet werden, er sei ja viel zu fleischlich und viel zu sehr auf Ehre aus. Und einfach, weil man es konnte, fing die Beifahrerin mitten im Satz an:
„Oh, Herr, ich bitte dich! Segne diesen Tag! Danke dass wir in den Gottesdienst fahren dürfen! Schalalalalalalalalalalala Rhababerbabababa. Und danke für die fahrende Tine, danke dass du ihr ein Auto geschenkt hast Bababababababa!“ Zungenrede nennt sie das. Biblisch, immerhin. Ob es tatsächlich DIE Zungenrede ist, die der Geist Gottes wirkt, darüber möchte ich mir kein Urteil erlauben. Vielleicht ist es auch nur eine christliche Version der Rhababerbarbara.
„Tine“ schaute nur den ersten Moment verwundert, immerhin kannte sie ihre Beifahrerin schon ne Weile. Was sie dann aber doch verwunderte war, als diese anfing, die Hände zu heben, während Tine über die Schnellstraße fuhr und zum Überholen ansetzte. Und sie fuhren nicht in einem Rover. Tatsächlich war das Auto kaum größer als ein Smart. Und als ob das alles noch nicht genug war…
„Bitte segne Tine! Sie ist so ein toller Mensch!“ Und schwups hatte Tine eine Hand auf ihrem Kopf, die eben diesen scheinbar nach unten drückte – während sie wieder auf die rechte Fahrspur wechselte. (Sie sind dann aber doch heil im Gottesdienst angekommen. Ob das Engel waren?)

Es waren einmal zwei Freundinnen. Nennen wir sie Anna und Elsa. (Diese Namen haben absolut KEINE Bedeutung!) Elsa rief Anna gerne an und telefonierte ausgiebig. Sie beteten auch am Telefon, das heißt, vor Allem Elsa betete, nicht weniger als 10 Minuten am Stück, wohingegen Anna selten mehr als 1 Minute am Stück betete. Dafür war Anna Smartphone-süchtig, sie nahm ihr Ding überall mit hin, sogar auf Toilette.
So kam es, wie es kommen musste. Anna saß auf… und ihr Handy ging los. „Dudel-Dudel-Dudel-Dudel“. Sie dachte sich wenig dabei und nahm ab.
„Hallo Anna.“ Es war Elsa. „Naaaaaa? Wie geht’s?“
Anna ließ sich nichts anmerken… „Ganz ok, und dir?“ Das war gut, denn Elsa konnte nicht nur lang beten, sondern auch lang reden, was überaus praktisch war, wenn man nicht zu viel über sich reden will.
So auch dieses mal. Sie ergoss sich über die Angriffe des Teufels, mit denen sie zu tun habe, da sie so viel für Gott täte, darüber, dass ihre Chefin dämonisch belastet sei, da sie esoterischem Gedankengut nicht abgeneigt sei, und überhaupt, Elsa wolle eh eigentlich gar nicht mehr in diesem Geschäft arbeiten, da sie zu Höherem berufen sei. Die Arbeit sei auch zu anstrengend für einen sensiblen Menschen wie sie und die Chefin einfach böse.
Dann, aus Höflichkeit: „Und was machst du so?“

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Na denn, Prost.

„Im Moment?“
„Ja.“
„Ich sitze am Klo.“
„WAAAS? Iiiiiiiiiiiiiih! Das ist ja voll ekelig!“
Anna schwieg, was sollte sie darauf antworten?
Schließlich Elsa wieder: „Machst du groß oder klein?“
Anna (verdutzt): „Das hast du jetzt nicht wirklich gefragt, oder?“
„Sag schon! Groß oder klein.“
„Ähm… groß.“
Elsa war auf einmal ganz begeistert! „Das ist jetzt prophetisch!“
„Was?!“
„Ja! Das ist prophetisch. Das bedeutet jetzt, ich soll mich nicht mehr mit der Scheiße anderer Leute wie der Chefin abgeben!“
Und während Anna ernsthaft darüber nachdachte, ob sie Elsa ein Foto schicken solle, da ein solch geistgewirkter Moment nicht einfach in Vergessenheit geraten sollte (hat sie aber dann doch nicht gemacht!) wusste sie:
Dieses Ereignis sei fortan bekannt unter dem Namen „Klo-prophetie“.

3 Gedanken zu “My heart goes SCHALALALALA!

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