Frage 10

Was meinst du, hat der Glaube allgemein in der Welt mehr Gutes oder mehr Schlechtes bewirkt?
Keine einfache Frage, wenn man an die Terroranschläge und an geistlichen Missbrauch denkt. Es gibt einfach zu viele Verletzte (und Tote) um die Frage eindeutig zu beantworten. Ich glaube aber trotzdem, dass trotz allem der Glaube etwas Gutes ist, denn viele Menschen sind darin geborgen und wenn er nicht ausartet, kann er Orientierung und Sicherheit geben. Und die Geschichten, die erzählt werden sind einfach zu faszinierend.
Davon abgesehen möchte ich auch nicht auf das verzichten wollen, wovon ich glaube, dass es von Gott kommt.

4 Gedanken zu “Frage 10

  1. Karl Heinz schreibt:

    Hallo Bithya85,
    da hast Du ja eine Frage gestellt, zu der man ohne Ende diskutieren könnte.

    Ich empfinde die Fragestellung als solche ziemlich problematisch, weil nach meiner Erkenntnis der Glaube selbst weder Gutes noch Schlechtes bewirkt. Glaube ist da oder er ist eben nicht da.

    Wenn ich als Mensch zu ergründen versuche, woher ich komme und wohin ich gehe, dann komme ich zwangsläufig entweder zu der Erkenntnis, dass ich durch einen Schöpfungsprozess nach dem Willen einer unendlichen ewigen Macht (nach dem Willen Gottes) durch IHN und aus IHM entstanden bin oder, in Ermangelung solcher Erkenntnis, dass ich durch irgendwelchen Zufall (natürliche Evolution) im Laufe von Milliarden von Jahren halt auch aus der Ursuppe (mir dann egal, wo die herkam) hervorgekrochen bin und dass mit dem körperlichen Tod halt einfach alles wieder aus ist.
    Ich denke, dass sich aus solchen Überlegungen eben der Glaube an Gott oder eben dann auch kein Glaube entwickelt.
    Was in der Welt gut oder schlecht ist, wer betrachtet, beurteilt und entscheidet DAS denn? Die Entscheidung über gut oder schlecht treffen doch ausnahmslos nur die Menschen selbst. Und Gutes oder Schlechtes in der Welt wird doch nicht vom Glauben, sondern alleine von den Menschen bewirkt.
    Lassen wir doch einmal ganz bewußt die Bibel beiseite und überlegen wir uns, wo, wie und wann uns Gott (wenn wir schon an ihn glauben) ganz deutlich gesagt hat, dass dieses oder jenes gut oder schlecht war. Wir kommen immer nur auf Bewertungen aus uns selbst heraus oder aus dem Verständnis und den Ansichten von anderen Menschen. Was uns ganz persönlich unser Glaube sagt, das erfühlen wir nur mit unserem eigenen Herzen; und das sagt uns genau, was gut oder was nicht gut war.

    Ich bin der Überzeugung, dass tiefer Glaube an die Allmacht und an die Allgegenwärtigkeit unseres Gottes und Erschaffers mehr die Voraussetzung dafür bildet, dass wir eher zur Gemeinschaft stehen und zur Verwirklichung der Grundsätze „gemeinsam sind wir stark“ und „was du nicht willst, das man dir tu, das füg‘ auch keinem andern zu“.
    Ich denke, wenn der Glaube fehlt, dann sind bei den Menschen (leider) für ihr Streben nach Macht, Anerkennung und Reichtum und für den individuellen Egoismus Tür und Tor weit geöffnet…

    Mit vielen Grüßen von Karl Heinz

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    • bithya85 schreibt:

      Du gehst davon aus, dass es etwas Gutes und Böses nicht gibt, sondern dass es alles nur Interpretationen von Menschen sind. Das kann ich bis zu einem bestimmten Punkt unterschreiben, aber trotzdem bin ich sicher, dass es auch unabhängige Momente gibt, in denen man sagen kann, etwas ist gut oder böse. Beispiele Kinderpornografie, Menschenhandel, Fahrerflucht auf der einen Seite, wer würde sagen, da kann man drüber streiten, ob es gut oder schlecht ist? Auf der anderen Seite: Den Hilflosen helfen, die Ausenseiter integrieren, ein kleines Kind trösten, wer würde da darüber streiten wollen, ob es gut oder schlecht ist?

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  2. Karl Heinz schreibt:

    Hallo, liebe Bithya85,
    es tut mir wirklich sehr Leid, aber ich möchte nicht missverstanden werden. Vielleicht finde ich auch nicht immer die richtigen Worte, das auszudrücken, was ich wirklich meine.

    Ich habe beileibe nicht die Auffassung, dass es Gutes und Böses nicht gibt, ganz im Gegenteil. Ich bin mir nur absolut sicher, dass Gott nicht Gutes oder Böses schickt oder geschehen lässt. Somit kann auch der Glaube an Gott weder Gutes noch Schlechtes bewirken.

    Menschen können an Gott glauben oder auch nicht. Aber wer an Gott glaubt ist deshalb noch lange nicht „gut“ und wer an Gott nicht glaubt ist deshalb noch lange nicht „schlecht“. Ob gut oder schlecht, bzw. eben ob gut oder böse, das ergibt sich ausschließlich aus dem Verhalten, aus der Gesinnung, aus der Betrachtung und Beurteilung von/durch Menschen. Kinderpornografie, Menschenhandel, Fahrerflucht und und und, das alles entsteht doch ausschließlich nur aus dem Verhalten von Menschen untereinander, zueinander, übereinander oder auch gegeneinander. Die Ursachen für jedes Fehlverhalten von Menschen, für das Schlechte liegt nicht im Glauben oder Nichtglauben an Gott sondern ganz alleine im Menschen selbst.
    Mit meinen Zeilen wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass nach meiner Überzeugung der Glaube in der Welt weder Gutes noch Schlechtes bewirkt (Deine Formulierung in der Frage).
    Der Glauben an Gott, an seine Allmacht, an seine Schöpfung und die Erkenntnis dazu, woher wir kommen und wohin wir gehen, das alles eröffnet uns Menschen die Sichtweise für ein gottgewolltes, gerechtes und solidarisches Miteinander. Alles, von jedem Glauben abgewandte und egoistische Streben der Menschen nach Macht, Anerkennung und Reichtum muss auf lange Sicht unausweichlich zum Untergang führen. So sehe ich das…

    Mit vielen Grüßen von Karl Heinz

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