Frage 8

Wodurch kannst du Gott am ehesten wahrnehmen?
Bei mir sind es oft ganz alltägliche Dinge. Zum Beispiel habe ich mal beim Autofahren Gott davon erzählt, dass ich mich oft unzulänglich fühle in Gebetsgemeinschaften, weil alle anderen so gut uns viel reden können und dann kam als Lied „Nothing at all“ von Boyzone, indem es teilweise übersetzt in etwa heißt „Du sagst es am besten, wenn du nichts sagst, das ist viel schöner als irgend ein blabla.“
Oder wenn ich eine Doku sehe über Armut und das bewegt mich innerlich so sehr, dass ich etwas suche, wo ich aktiv werden kann. Oder durch Gespräche mit Freunden, die mich entweder bestärken oder meinen Blick erweitern.
Das Klassische, also Bibel lesen und Lobpreis und Sonntags-Predigt ist bei mir eher wenig. Jedenfalls im Moment.

10 Gedanken zu “Frage 8

  1. inselines schreibt:

    Bibel und Predigt ist es bei mir auch nicht mehr, kommt vielleicht wieder, aber ich mag diese Frage gar nicht beantworten, weil ich zwei Erfahrungen dazu gemacht habe.

    1. Dass meine Wahrnehmungen in Frage gestellt werden. Rückzug hat dann zur natürlichen Folge, dass kein Erfahrungsaustausch stattfindet und daraus schließt man ein Exot zu sein.

    2. Eine andere Form von Reaktion ist, dass die kleinen alltäglichen Begegnungen und Stimmen, die man selbst als Gottes Führung wahrnimmt, für andere nicht als das gesehen werden.

    Und dann frage ich mich: „Muss ich mir das wirklich geben?“ Muss ich das was mir kostbar ist, entwerten lassen?

    Auf Nr. sicher gehe ich, wenn ich schreibe dass ich durch das Internet Gott ganz viel wahrnehme. Durch verschiedene Blogbeiträge, in den Kommentaren, auf Amen.de – tatsächlich schon öfters. Ich habe auch das Gefühl, seit ich damit rechne dass Gott zu mir spricht, höre ich besser.

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    • bithya85 schreibt:

      Klar, das versteh ich, und ich find es völlig ok. Tut mir leid, ich dachte nicht, dass diese Frage vielleicht zu privat ist. Ich kenne das auch, dass meine Wahrnehmungen infrage gestellt werden oder dass gesagt wird, das wäre wahrscheinlich gar nicht von Gott oder das könnte dämonisch sein oder sowas.

      „Und dann frage ich mich: „Muss ich mir das wirklich geben?“ Muss ich das was mir kostbar ist, entwerten lassen?“
      Natürlich musst du das nicht, bitte tu das nicht. Da hast du jetzt völlig richtig reagiert. Und ob du es glaubst oder nicht, du hast mich mit dieser Reaktion sehr ermutigt. Es zeigt mir, dass man keine Angst hier haben muss, zu sagen, dazu möchte ich nichts sagen. Traut man sich ja auch nicht überall. Danke.

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      • inselines schreibt:

        Liebe Bithya,

        das muss DIR nicht leid tun. 🙂 Ich finde es gut, dass Du diese Frage stellst. Es sind meine eigenen persönlichen Verletzungen die mich an der Stelle vorsichtig reagieren lassen. Tatsächlich vermisse ich den Austausch mit Menschen die auch Ähnliches erleben.

        “ Es zeigt mir, dass man keine Angst hier haben muss, zu sagen, dazu möchte ich nichts sagen. Traut man sich ja auch nicht überall.“

        EBEN! 🙂 Ich habe Dich so eingeschätzt, dass Du das verstehst. 😉

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  2. Astrid schreibt:

    Hm, super Frage …

    Ich weiß noch, wie ich bei einer Studienwoche während meiner Ausbildung (das Thema war „Theologie und Biographie“) total geplättet war, als wir die Aufgabe bekamen zu überlegen, was uns gut tut in Sachen Gottesbegegnung.
    Das war für mich nämlich erschreckenderweise eine ziemlich neue Herangehensweise. Also nicht gesagt zu bekommen: „als gute Christin musst du aber dieses und jenes so und so oft und lange tun.“ Sondern die Freiheit zugestanden zu bekommen, dass ich meinen ganz eigenen Weg mit Gott gehen kann.
    (Natürlich geht diese Freiheit dann aber auch mit der Herausforderung einher, den eigenen Weg zu finden und zu gehen … – da buchstabiere ich bis heute dran. *g*)

    Im Moment würde ich sagen: Mir begegnet Gott am meisten durch biblische Texte. Und durch diese seltenen, kostbaren Gespräche mit anderen, in denen ich ganz echt und ehrlich sein kann.

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    • bithya85 schreibt:

      Ich wünsche mir auch, dass Gott mir wieder durch biblische Texte begegnet, aber im Moment kann ich so gut wie keine Bibel lesen. Ich merke, dass es mir nicht gut tut, weil ich nicht frei in der Interpretation bin. Hab zu viel zu lange gesagt bekommen, wie ich was verstehen soll, das kriege ich nicht so einfach aus dem Kopf. Nicht, dass es alles schlecht war, aber halt eine sehr enge Sichtweise, die keine Abweichungen zulässt. Jetzt sind sofort, wenn ich in der Bibel lesen will, die Assoziationen da und die sind leider sehr hartnäckig.

      Kennst du das Buch 9 Wege, Gott zu lieben? Ich hab es lange nicht mehr gelesen, aber hab es als sehr gut in Erinnerung.

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      • Astrid schreibt:

        „Kennst du das Buch 9 Wege, Gott zu lieben?“

        Nee, ist mir noch nie begegnet. Klingt aber wirklich interessant.

        „[…] im Moment kann ich so gut wie keine Bibel lesen. […] Hab zu viel zu lange gesagt bekommen, wie ich was verstehen soll, das kriege ich nicht so einfach aus dem Kopf.“

        Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Naja, dann muss Gott eben noch ein bisschen durch Boyzone zu dir sprechen. Sollte für ihn ja kein Problem sein. 😉

        Etwas, das ich für mich in den letzten Jahren als sehr bereichernd entdeckt habe, ist ein „betrachtender Zugang“ zu Bibeltexten.
        Zum Beispiel: Eine Jesus-Geschichte lesen. Und dann einige Zeit einfach still sein und die Geschichte anschauen. Gar nicht bis zu einer Interpretation vordringen wollen. Keine schlauen Gedanken denken. Keine drei Punkte herausarbeiten. Nicht überlegen, was dieser Text „mir sagen will“, nicht herausfinden, was „ich tun soll“.
        Sondern einfach hinschauen. Wahrnehmen. An was für einem Ort bin ich da? Wie sieht es da aus? Wie riecht es? Wie sehen wohl die Gesichter der Personen aus? Wie klingen ihre Stimmen? Wie fühlen sich die Leute? —
        Und dann vielleicht irgendwann der Frage nachspüren (aber noch ganz in der Geschichte bleiben!): Und ich? Wie geht es mir in diesem Geschehen? Was fühle ich? Wo bin ich, wo stehe/liege/sitze ich? Ganz nah bei Jesus? Lieber in einer sicheren Zuschauerinnenposition? Warum?

        Diese Herangehensweise birgt glaub ich die Chance, die „Altlasten“ ziemlich gut bei Seite zu lassen. Und ich merke, dass ich häufig ganz unmittelbar berührt werde.
        Vielleicht wär sowas ja für dich irgendwann auch mal einen Versuch wert …?

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      • bithya85 schreibt:

        Das Buch ist von Gary Thomas und eigentlich ganz gut zu lesen, finde ich.
        https://www.amazon.de/Neun-Wege-Gott-lieben-geistlichen/dp/3417263034

        Diese Bibel-Methode kenne ich so nicht, aber so, wie du sie beschreibst ist es glaub ich etwas, das ich immer automatisch mache, wenn ich etwas lese, auch bei der Bibel. Vielleicht hab ich einfach (zu?) viel Fantasie, ich versetze mich immer automatisch in die Geschichte hinein.

        Kommst du eigentlich am Samstag zu Hossa? Ich bin da.

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