Frage 6

Frage 6: Was hältst du von den ganzen verschiedenen Konfessionen und Gemeinderichtungen?
Finde sie gut. Ganz ehrlich. Ich bin gar kein Fan von Einheitsbrei, denn Menschen sind verschieden. Es gibt, um es mal ganz platt zu formulieren, Leute, die eher die ängstlichen Typen sind und vor Freiheit Angst haben, für die wäre beispielsweise eine Brüdergemeinde eher geeignet als eine charismatische oder progressive. (gibt es eigentlich schon progressive Gemeinden? Wäre echt cool.) Dann gibt es die eher freiheitlich denkenden, für die wäre eher eine andere Gemeinde gut. Einen Menschen mit großem Freiheitsdrang in eine konservative Brüdergemeinde zu stecken würde nicht funktionieren, genauso wenig wie es gut gehen würde, einen Menschen mit Ängsten, eigene Entscheidungen zu treffen in eine Gemeinde zu schicken, die auf so etwas großen Wert legt.
Wo man aber vorsichtig sein sollte, finde ich, bei Elitedenken: „Unsere Gemeinde ist die Beste und wer unsere Gemeinde verlässt, ist irregeleitet oder schlimmeres.“ Oder „Diese und jene Gemeinde ist bähbäh und du solltest da weg bleiben!“ Man verändert sich schließlich und wer sagt denn, dass Gott einen nicht von seiner Phobie heilen kann und man plötzlich mehr Freiheit möchte? Oder man sich irgendwann vielleicht „charismatisch ausgetobt“ hat und ein Bedürfnis nach etwas Ruhigerem hat?

15 Gedanken zu “Frage 6

  1. inselines schreibt:

    Deine Sichtweise finde ich gut. Du sprichst die Individualität an und den passenden Rahmen indem man sich wohl fühlt, bzw. der den eigenen Glaubensüberzeugungen entspricht. Damit kann man der Vielfalt noch am ehesten gerecht werden. Wenn ich im Hinterkopf behalte, dass wir noch im Unvollkommenen leben, ist das erst mal eine gute Lösung. Man muss sich ja auch nicht ständig auf das Trennende fokussieren, sondern kann die Ergänzung in den Unterschieden wahrnehmen. So das war die weichspülende Einleitung und Version. 🙂

    Jetzt meine provokante These: Im „Himmel“ oder nach dem Tod (wie immer auch das jeder für sich selbst formulieren möchte), gibt es keine Konfession oder Religion! Unterschiedliche Gemeinden sind der Versuch unterschiedliche Glaubensauffassungen zu strukturieren und sich von anderen Auffassungen abzugrenzen. Daran ist erst mal nichts Verwerfliches, solange man sich eingestehen kann, dass diese Abgrenzung vorübergehend ist, ein Ausdruck mangelnder Erkenntnis, ein Gerüst (um einem wackligen Glauben Halt zu geben).

    Zurück zur der von Dir berechtigten Warnung: Meine Erfahrung ist auch, wo Elitedenken herrscht, da ist Fanatismus nicht weit.

    Es darf geschossen werden. 😉

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  2. bithya85 schreibt:

    Ob es im Himmel unterschiedliche Gemeinden gibt oder nicht, weiß ich nicht. Ehrlich gesagt, darüber mache ich mir nicht viele Gedanken. Ich kann mir beides vorstellen, dass es, wie du schreibst, keine unterschiedlichen Gemeinden mehr gibt, weil alle wissen, wie der Hase läuft, das wäre aber aus meiner begrenzten Sicht potentiell problematisch, weil Menschen einfach unterschiedliche Charaktere haben, es gibt eher extrovertierte Leute und introvertierte. Beispielsweise. Und dann gibt es vorsichtige (ich meine nicht ängstliche) und eher unvorsichtige (ich meine nicht leichtsinnige) Leute. Ich glaube, unterschiedliche Gemeinden fangen auch unterschiedliche Persönlichkeiten auf, nicht nur unterschiedlichen Glauben. Oder anders: Die Persönlichkeit und der Glaube bedingt sich gegenseitig. Ändert sich das eine, ändert sich auch das andere. (Ich hoffe, ich schreibe verständlich, bin grade erst aufgestanden und versuche, meine verschlafenen Gedanken zu formulieren 😀 )
    OK, nochmal zum Himmel: Ich glaube, dass wir nach der Auferstehung auch noch unterschiedliche Persönlichkeiten haben werden, aber fähig sein werden, damit umzugehen. Und wegen diesen unterschiedlichen Persönlichkeiten wären unterschiedliche Gemeinden sinnvoll, aber dann könnten wir es sehen, wie du schreibst, dass Unterschiede etwas Bereicherndes sind und kein Zeichen von die einen sind besser und die anderen schlechter.
    Klar, es wäre auch möglich, dass wir dann alle gleich wären, keine stillen Leute und keine lauten Leute, keine charismatischen Menschen und keine unscheinbaren Menschen, dann bräuchte man natürlich auch keine unterschiedlichen Gemeinden mehr. Aber ehrlich gesagt, das fände ich ziemlich schade und langweilig, dann geht doch ein Großteil von Gottes Schöpfung einfach so verloren.

    😀 😀 Ich glaube, wenn Jesus jetzt neben mir sitzen würde und mir über die Schulter gucken würde, würde er grinsen und denken, sie schreibt viel Unsinn 😀 😀 Aus Unwissenheit.

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    • inselines schreibt:

      Oh, ich denke das habe ich evtl. nicht so gut ausformuliert. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten sind für mich etwas anderes als unterschiedliche Glaubensüberzeugungen. Ich bin davon überzeugt, dass wir unsere Persönlichkeit behalten dürfen, 😉 und dass diese sich in den verschiedensten Angeboten 🙂 auch ausdrücken darf, heute und hier und nach dem Tod.

      Woran ich nicht glaube ist, dass wir für ewig Unvollkommene in der Erkenntnis bleiben und dass das Vollkommene die Glaubensunterschiede aufheben wird, nicht die Persönlichkeit.

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    • inselines schreibt:

      P. S.: Antwort unten hätte hierher sollen, ich weiß. – Ich wollte nur noch mal bestätigen, dass wir da nicht wirklich weit voneinander sind, wie Du jetzt sicher auch festgestellt hast und grundsätzlich über mich: Wenn ich schreibe, „dass ich von etwas überzeugt bin“, dass das nicht gleichbedeutend ist, dass ich es weiß. 😉 Aber es ist schon tief und hat seine Wurzeln.

      Also bei mir hat sich das fast verinnerlicht: Wenn ich schreibe: „also ich glaube, dass..“, dann kam noch nichts was mich vom Gegenteil überzeugte, aber signalisiert die Bereitschaft über Alternativen nachzudenken und ggf. gelange ich so zu einer anderen Glaubensüberzeugung, schreibe ich von: „Überzeugung“, dann ist da schon ein Stück Erfahrung oder Erkenntnis mit drin.

      Von: „Wissen“ schreibe bzw. spreche ich so gut wir gar nicht. Ich weiß, dass ich nichts weiß. 😉

      Aktuell bin ich begeistert, wie viel ich von den Gedanken anderer Blogbetreiber profitiere. Ich habe gerade dieses Bild von Räumen und Türen und an manchen Türen steht der andere und öffnet sie Dir und Du kannst hindurchgehen, weil er den Schlüssel bereits gefunden hat und ich nicht mehr danach zu suchen brauche. Ich persönlich empfinde es gerade als sehr viel leichter, als in den vergangenen Jahren.

      Ich kann auch ausufern, wie Du liest. 😀 😉

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      • bithya85 schreibt:

        Alles gut. Ich hab es auch gar nicht so verstanden, dass wir nennenswert anders denken. Und an den Stellen, wo wir ein bisschen anders denken, finde ich es gar nicht schlimm. Hast dich weder undeutlich ausgedrückt noch besonders provoziert und ich fühle mich auch nicht angegriffen 🙂 Keine Angst.
        Und selbst wenn wir komplett anders denken würden, wäre es doch nicht schlimm, oder?

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  3. Karl Heinz schreibt:

    Hallo, liebe Bithya85 und liebe inselines,
    ich habe Euere Zeilen mit großer Aufmerksamkeit gelesen und ich finde Euere Gedanken und Überlegungen wirklich sehr interessant. Aber je mehr ich mich mit dem Thema hier zu Frage 6 beschäftige, um so mehr entferne ich mich mit meinen eigenen Glaubensvorstellungen von den vielen verschiedenen Ansichten, Aussagen und Interpretationen der aktuellen Religionen und Glaubensgemeinschaften.
    Meine ganz persönlichen Überlegungen und Erkenntnisse haben ihren Ursprung zwar schon in der Religion des Christentums, aber es liegt mir fern, fanatisch allem nachzueifern, was wörtlich in der Bibel (den verschiedenen Bibeln und Heiligen Schriften) steht, oder was in Einzelfällen dogmatisch festgelegt wurde.
    Ich denke, ich habe inzwischen Schritt für Schritt zu meiner ganz persönlichen Glaubensüberzeugung gefunden.
    Jeder einzelne persönliche Glaube hat nur das zum Inhalt, was sich das jeweilige Individuum auch selbst vorstellen kann oder konnte. Auch ich selbst versuche für mich das, woran ich glaube, mir ganz real sowohl im Einklang mit der Bibel als auch im Einklang mit den Erkenntnissen der Wissenschaft vorzustellen.
    Nach meinem Empfinden ist all unsere menschliche Erkenntnis sowas von unwahrscheinlich klein gegenüber dem, was GOTT wohl sein muss, was GOTT auch wirklich ist.

    Wohin kommen wir mit unseren Vorstellungen, wenn wir davon ausgehen: GOTT ist ewig.
    Wenn das stimmt, dann war GOTT immer schon und dann wird GOTT auch immer sein.
    Was liegt also näher als die Vorstellung, dass GOTT die Gesamtheit der materiellen Welt (des Universums) in gleichzeitiger ungetrennter Einheit mit der spirituellen Welt (dem in allem enthaltenen und alles umgebenden Geist und Sinn) ist. Dadurch, dass diese Gesamtheit GOTT nicht statisch verharrt sondern sich auf ewig verändert, entsteht die Zeit. Wie sich GOTT darstellt und zu erkennen gibt, das vollzieht alleine ER.

    Es ist unbestreitbar, dass auch die Menschen über Jahrmilliarden aus der Gesamtheit aller Materie nach einem ganz bestimmten „Plan“ (Entwicklung bzw. Schöpfung durch den Geist Gottes, nach seinem Willen) hervorgegangen sind. Es ist unbestreitbar, dass jeder menschliche Körper mit dem Tod am Ende wieder eingeht in den „Kreislauf“ aller Materie.
    Und der Geist, die Persönlichkeit, die Seele?
    Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch eine unsterbliche Seele hat. Ich bin überzeugt davon, dass die Seele beim körperlichen Tod eines Menschen nicht irgendwo „im Nirwana“ verweht, sondern dass sie wieder eingeht in den alles umfassenden Geist, in den Geist Gottes. Und wie und wo sie dort dann „untergebracht“ wird, darüber haben wir absolut keine Gewissheit. Darüber können wir uns unsere Gedanken selbst machen. DAS weiß nur GOTT allein. Und das WEISS (Gewissheit im Gegensatz zu Glauben) keine einzige Religion und/oder Glaubensrichtung hier auf unserer Erde.

    Ich bin davon überzeugt, dass alle einzelnen Seelen im Gesamtgeist Gottes erhalten bleiben. Es wird dort aber ganz bestimmt keine „Rangordnung“ mehr geben, so wie wir das heute auf der Erde haben. Die kleinlichen menschlichen Regungen beim „Umgang mit Unterschieden“ wird es ganz sicher nicht mehr geben. Aber jede Seele bekommt ihren ganz individuellen Platz im Gesamtgeist Gottes und sie ist auf ewig (ohne jedes zeitliche Ende) für jeden noch so kleinen „Teil der Gesamtheit Gottes“ so sichtbar, wie sie ist. Und sie selbst kann daran nicht mehr das Geringste ändern, das könnte nur GOTT …

    Vielleicht passen meine Überlegungen nicht mehr so ganz zur Frage 6, aber schreibt mir dazu bitte Euere Meinung. Ich interessiere mich wirklich sehr dafür…

    Herzliche Grüße von Karl Heinz

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    • bithya85 schreibt:

      Nein, es passt nicht wirklich zur Frage, das wäre auch eine meiner Fragen auf deine Antwort gewesen, was das mit verschiedenen Gemeinden oder Konfessionen zu tun hat. Außer, dass du eine andere Auffassung hast als sie in Kirchen und Gemeinden üblich ist kann ich dazu in deiner Antwort nichts finden.
      Was ich aber in deiner Antwort finde ist, dass du Gott als Gesamtheit von allem siehst. (Du schreibst, der materiellen und spirituellen Welt) Aber das ist genau das, was du schon in den anderen Kommentaren geschrieben hast. Ich frage mich, warum du das so stark betonst, weil es wirklich in nahezu jedem Kommentar vorkommt, oder irre ich mich? Das hat für mich schon fast etwas missionarisches, dabei ist es einfach ein Glaubenssatz von dir persönlich.
      Du schreibst, du willst nicht einfach nur an dem festhalten, was in der Bibel steht oder was irgend jemand mal gesagt hat. Das kann ich verstehen, das möchte ich auch nicht. Trotzdem profitiere ich von der Bibel(heilige Schriften der Christen) und von vielem, was andere sagen (Dogmen). Denn ich würde nicht behaupten, ich wüsste es besser. Ich bin auf dem Weg, mit Gott, mit Jesus. Und vieles, wovon ich heute überzeugt bin, was ich glaube und was mir einleuchtet, hätte ich vor einigen Jahren als ketzerisch bezeichnet. Vielleicht werde ich dasselbe auch in ein paar Jahren sagen, auch wenn es einige Glaubenssätze gibt, die mir dauerhaft wichtig sind und einige Glaubenssätze, mit denen ich mich nicht (mehr) anfreunden kann und will. Es liegt mir fern, zu sagen, für mich ist Gott genau so und so und das ist mein Glauben und das muss ich immer wie ein Schild vor mir her tragen. Ja, ich glaube, was ich glaube und wenn man mich danach fragt oder sich dafür interessiert, dann werde ich es auch sagen, so ehrlich wie es mir möglich ist. Was ich aber unangenehm finde und irgendwo auch unhöflich, ist, wenn man bei jeder sich bietenden Gelegenheit seine Dogmen nennt, auch wenn das Gespräch eigentlich eine ganz andere Richtung hat. Bei mir kommt es dann so rüber, als ob die Person entweder so unsicher in ihrem Glauben ist, dass sie es sich selbst immer wieder bestätigen muss oder einen großen missionarischen Eifer hat. (Dafür muss man ja nicht unbedingt sagen „Du musst das auch glauben.“)
      Wo ich aber derselben Meinung bin wie du ist, dass wir bei Gott sicher nicht mehr irgendwelche Hierarchien haben. Das sind meiner Meinung nach einfach menschliche Schwächen, dass sich die einen für cooler oder besser oder wichtiger halten als andere, bzw. sich andere als nicht so wichtig empfinden.
      Ist nicht böse gemeint, ich freue mich, wenn du mit diskutierst, aber ehrlich gesagt, ich sag mal so direkt, so langsam wissen wir, dass du Gott als Gesamtheit der materiellen und spirituellen Welt siehst, das musst du nicht mehr in jedem Kommentar erwähnen, ja? 🙂 Und ich kann nur von mir sprechen, für mich ist es ok, wenn du es glaubst, das musst du mit Gott ausmachen, aber mein persönlicher Glaube ist es nicht. Hoffe, das war jetzt nicht zu unfreundlich.
      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag.

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    • inselines schreibt:

      „Hallo, liebe Bithya85 und liebe inselines,
      ich habe Euere Zeilen mit großer Aufmerksamkeit gelesen und ich finde Euere Gedanken und Überlegungen wirklich sehr interessant.“

      Hallo lieber Karl-Heinz,
      das wird länger, weil ich selbst ausführlicher werde und auf Deinen langen ungekürzten Beitrag antworte. Manchmal bin ich mir selbst gegenüber zu skeptisch, nach einer Nacht drüber schlafen und nachdem Bithya bereits einige Punkte angesprochen hat, möchte ich Dir doch spiegeln wie Dein Kommentar auf mich gewirkt hat.
      Schon die Einleitung war „interessant“ – dieses Wort blieb bei Dir erst mal alleine stehen. Der darauf folgenden Satz begann dann mit ABER und lies mich aufmerksam werden. An der Stelle hast Du einen Einwand deutlich gemacht und dann ging es los:

      „Aber je mehr ich mich mit dem Thema hier zu Frage 6 beschäftige, um so mehr entferne ich mich mit meinen eigenen Glaubensvorstellungen von den vielen verschiedenen Ansichten, Aussagen und Interpretationen der aktuellen Religionen und Glaubensgemeinschaften. Meine ganz persönlichen Überlegungen und Erkenntnisse haben ihren Ursprung zwar schon in der Religion des Christentums, aber es liegt mir fern, fanatisch allem nachzueifern, was wörtlich in der Bibel (den verschiedenen Bibeln und Heiligen Schriften) steht, oder was in Einzelfällen dogmatisch festgelegt wurde. Ich denke, ich habe inzwischen Schritt für Schritt zu meiner ganz persönlichen Glaubensüberzeugung gefunden.“

      Hier schreibst Du von Dir, an UNS, nicht an irgendwen. Du hast speziell uns angesprochen. In diesem Zusammenhang empfinde ich Deine Erfahrungen und Erkenntnisse als Kritik an unseren Glaubensüberzeugungen, was grundsätzlich in Ordnung ist, aber verbunden mit den nachfolgenden Sätzen, wirkt das auf mich, dass wer nicht zu denselben Schlussfolgerungen kommt wie Du, entweder fanatisch allem nacheifert oder dogmatisch ist. Ich unterstelle Dir nicht dass das so von Dir beabsichtigt ist, aber so kommt es rüber. Es ist schön, dass Du zu Deiner ganz persönlichen Glaubensüberzeugung gefunden hast. Bezweifelst Du das an der Stelle bei uns?

      „Jeder einzelne persönliche Glaube hat nur das zum Inhalt, was sich das jeweilige Individuum auch selbst vorstellen kann oder konnte.“

      Das ist eine Unterstellung, diesmal allgemeiner. Ich hätte mir nicht zu vorstellen gewagt, was ich mit Gott und Jesus alles erlebt habe. Das geht einigen Christen so. Ich bin nicht nur einmal von Gott überrascht worden. Mein Glaube hat nichts mit Vorstellung zu tun, sondern mit Forschen, Erleben, Erfahren und Offenbarung.

      „Auch ich selbst versuche für mich das, woran ich glaube, mir ganz real sowohl im Einklang mit der Bibel als auch im Einklang mit den Erkenntnissen der Wissenschaft vorzustellen.“

      Das klingt sehr nach Logos, welche Rolle spielt Gottes Geist dabei? Ich würde ohne seinen Geist an den Widersprüchen der Bibel verzweifeln und dass die Wissenschaft ebenso ihre Grenzen hat, ist auch kein Geheimnis mehr. Nicht missverstehen, die Bibel ist mir wichtig, aber ich verstehe ohne Gottes Geist nicht mal die Hälfte von der Hälfte die ich bis jetzt verstanden habe. Ich behaupte, dass jeder die Verbindung von Verstand und Gottes Geist braucht, um Glaubensüberzeugungen gesamtheitlich prüfen zu können. Selbst wenn man ohne das andere zum selben Ergebnis kommt, ist das kein Widerspruch. Man kann auch einseitig überwiegend Treffer landen, nur darauf verlassen würde ich mich nicht.

      „Nach meinem Empfinden ist all unsere menschliche Erkenntnis sowas von unwahrscheinlich klein gegenüber dem, was GOTT wohl sein muss, was GOTT auch wirklich ist.“

      Dessen sind sich auch die meisten Christen bewusst. Jedenfalls in meinem Umfeld.

      „Wohin kommen wir mit unseren Vorstellungen, wenn wir davon ausgehen: GOTT ist ewig.
      Wenn das stimmt, dann war GOTT immer schon und dann wird GOTT auch immer sein.
      Was liegt also näher als die Vorstellung, dass GOTT die Gesamtheit der materiellen Welt (des Universums) in gleichzeitiger ungetrennter Einheit mit der spirituellen Welt (dem in allem enthaltenen und alles umgebenden Geist und Sinn) ist.“

      Das ist DEINE Schlussfolgerung, nicht meine. Für Dich liegt das näher, für mich liegt näher dass es einen Schöpfer gibt und sein Geist alles erfüllen kann, aber (noch) nicht erfüllt.

      „Dadurch, dass diese Gesamtheit GOTT nicht statisch verharrt sondern sich auf ewig verändert, entsteht die Zeit.“

      Dadurch dass mir das zu hoch ist, bedeutet für mich, dass es aktuell nicht relevant ist für meinen Glauben.

      „Wie sich GOTT darstellt und zu erkennen gibt, das vollzieht alleine ER.“

      Darin werden Dir auch die wenigsten Christen widersprechen, aber ich erlebe Gott auch so, dass er auf mich reagiert, Beziehung mit mir möchte. Wenn ich ihn suche, lässt er sich von mir finden. Seine Liebe ist weniger willkürlich, wie sie manchmal dargestellt wird. Du hast das nicht getan – fiel mir an der Stelle einfach nur dazu ein.

      „Es ist unbestreitbar, dass auch die Menschen über Jahrmilliarden aus der Gesamtheit aller Materie nach einem ganz bestimmten „Plan“ (Entwicklung bzw. Schöpfung durch den Geist Gottes, nach seinem Willen) hervorgegangen sind.“

      Ich finde Du lehnst Dich ganz schön weit aus dem Fenster, wenn Du Begriffe wie: „unbestreitbar“ verwendest. Wir brauchen darüber nicht zu streiten, weil ich mit Deiner Meinung an der Stelle kein Problem habe, aber andere sehen das möglicherweise anders und dann sollten einem „unbestreitbar“, zumindest die Belege folgen.

      „Und der Geist, die Persönlichkeit, die Seele?
      Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch eine unsterbliche Seele hat. Ich bin überzeugt davon, dass die Seele beim körperlichen Tod eines Menschen nicht irgendwo „im Nirwana“ verweht, sondern dass sie wieder eingeht in den alles umfassenden Geist, in den Geist Gottes. Und wie und wo sie dort dann „untergebracht“ wird, darüber haben wir absolut keine Gewissheit. Darüber können wir uns unsere Gedanken selbst machen. DAS weiß nur GOTT allein. Und das WEISS (Gewissheit im Gegensatz zu Glauben) keine einzige Religion und/oder Glaubensrichtung hier auf unserer Erde.“

      Auch an diesem Punkt werden die meisten Christen nicht widersprechen, wenn es um Wissen und Glauben geht, aber Du erwähnst mit keinem Wort die Glaubensgewissheit. Das ist mehr als Glauben, ohne dass ich es als Wissen zu bezeichnen brauche, weil es das nicht ist. Ich schreibe davon, nicht, weil es in der Bibel steht, sondern weil dies unzählig viele Menschen erfahren / haben. Damit bin ich wieder bei Gottes Geist.
      Das was Gott – unabhängig von Glaubensüberzeugungen – Menschen ihrem Herzen offenbart und hinein schreibt, ist stärker als Glauben und Wissen. Wenn Gott in unser Herz hinein spricht, dann haben wir Glaubensgewissheit.

      „Ich bin davon überzeugt, dass alle einzelnen Seelen im Gesamtgeist Gottes erhalten bleiben. Es wird dort aber ganz bestimmt keine „Rangordnung“ mehr geben, so wie wir das heute auf der Erde haben. Die kleinlichen menschlichen Regungen beim „Umgang mit Unterschieden“ wird es ganz sicher nicht mehr geben. Aber jede Seele bekommt ihren ganz individuellen Platz im Gesamtgeist Gottes und sie ist auf ewig (ohne jedes zeitliche Ende) für jeden noch so kleinen „Teil der Gesamtheit Gottes“ so sichtbar, wie sie ist. Und sie selbst kann daran nicht mehr das Geringste ändern, das könnte nur GOTT …“

      Deine Glaubensüberzeugungen seien Dir unbenommen, ich habe nur das Gefühl darum dreht es sich hauptsächlich bei Dir. Nicht, dass ich davor gefeit wäre. 😉

      „Vielleicht passen meine Überlegungen nicht mehr so ganz zur Frage 6, aber schreibt mir dazu bitte Euere Meinung. Ich interessiere mich wirklich sehr dafür…“

      Tja, nicht nur darin schließe ich mich Bithya an. Sie passen nicht zur Frage 6 und das zeigt einen Mangel an Aufmerksamkeit. Bei der Frage geht es um Gemeinde, ich habe zwar selbst eine Schwenk ins Jenseits gemacht, aber nicht mit einem langen Beitrag komplett auf ein neues Thema gelenkt.
      Tatsächlich hätte aber auch ich, direkter antworten können, indem ich zumidest einmal schreibe, dass ich das Angebot von unterschiedlichen Gemeinden gut finde. Es geht eben um das HEUTE bei der Frage und wie Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit ihren Glauben leben können. Ich gehe seit längerer Zeit in keine Gemeinde mehr, aber vermisse die Gemeinschaft. Den Austausch weniger, weil ich den schon immer mit Einzelnen hatte, die auch nicht unbedingt in derselben Gemeinde waren. Aber die Angebote und Anteilnahme, die Geschwisterliebe, wenn auch mitunter schwierig, wie bei leiblichen Geschwistern eben.

      Ich finde Bithya hat das in der Einleitung sehr gut beschrieben, was dafür spricht, dass es unterschiedliche Gemeinden gibt und dazu gibt es wohl nicht mehr viel zu schreiben, weshalb sie irgendwie selbst verantwortlich dafür ist, wenn weitere Ergänzungen ausbleiben. :-p Hat dieses Mal einfach zu viel vorweg genommen. 😉

      Ich muss bei mir aufpassen, dass mein Einzelsiedlerleben in meinem Glaubenshaus mich nicht blind macht für die Menschen um mich herum und ich sie wertschätze. Das was man im Miteinander lernt, kann man nicht alleine lernen und umgekehrt. 5,- Euro fürs Phrasenschwein, ich merke es ja selbst schon. Aber scheint so, als würde ich gerade daran erinnert.

      Lieber Karl-Heinz, ich hoffe auch, dass ich Dich nicht zu sehr verletzt habe. Kritik ist unangenehm, mir jedenfalls. Es sind aber nur wenige Seiten von Dir auf die ich gerade eingegangen bin, ich nehme Dich durchaus auch anders wahr und weiß diese Seiten zu schätzen. 🙂

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  4. Karl Heinz schreibt:

    Hallo Bithya85,
    vielen Dank für Deine ausführliche Stellungnahme zu meinem Kommentar. Hier ein paar Worte zum Thema:
    Die Frage alleine lautet ja doch: „Was hältst du von den ganzen verschiedenen Konfessionen und Gemeindeeinrichtungen?“ Was darauf folgt, das sind ja schon Deine eigenen ganz persönlichen Gedanken.

    Ich kann Dir insofern zustimmen, als dass es auf unserer Welt gar nicht anders sein kann. Verschiedenste Religionen, Konfessionen, Glaubenseinrichtungen und -gemeinschaften sind daraus entstanden, dass die Menschen verschieden sind. Und wenn sich ein Mensch in einer Gemeinschaft wohl befindet, dann ist das gut so. Und wenn sich ein Mensch einer Gemeinschaft nicht zugehörig fühlt, dann muss er sich halt in eine andere Richtung orientieren. Jede Entscheidung, egal nach welcher Richtung auch immer, bleibt absolut individuell.
    Wir beide sind nun derselben Meinung, dass „wir bei Gott sicher nicht mehr irgendwelche Hierarchien haben“. Dann sind wir uns ja darüber einig, dass sich vor Gott alle Seelen gleichrangig wiederfinden. Die Individualität jeder einzelnen Seele bleibt zwar erhalten, aber das „Existenz-„Verhältnis zu Gott ist für alle exakt dasselbe. Ob nun „Einheitsbrei“ oder auch nicht, verschiedene Konfessionen und Gemeindeeinrichtungen sind für unser Leben nach dem Tod absolut unerheblich.
    Diesen Gedanken wollte ich u.a. mit meinem „nicht so glücklichen“ Beitrag zum Ausdruck bringen.

    Und nun noch zu Deinen weiteren Worten: „Was ich aber unangenehm finde und irgendwo auch unhöflich, ist, wenn man bei jeder sich bietenden Gelegenheit seine Dogmen nennt…“ bzw. „Bei mir kommt es dann so rüber, als ob die Person entweder so unsicher in ihrem Glauben ist, dass sie es sich selbst immer wieder bestätigen muss oder einen großen missionarischen Eifer hat.“

    Liebe Bithya85 und liebe Leserinnen und Leser,
    ich möchte hier ganz, ganz sicher nicht unhöflich sein und ich will auch wirklich nicht „missionieren“. Falls meine Zeilen in solchem Sinne angekommen sein sollten, dann bitte ich hiermit in aller Form um Entschuldigung. In solchem Sinne sind meine Beiträge oder Kommentare niemals gemeint.
    Ich habe mir nur viele Gedanken darüber gemacht, wie, wo und was GOTT wohl sein wird. Für mich ist GOTT nicht irgend ein irgendwo „über den Wassern“ schwebender Phantasie- oder Märchen-Geist. Für mich ist GOTT die geistige und gleichzeitig auch materielle Realität. Und wenn ich das in vielen meiner Kommentare bisher schon zum Ausdruck brachte, dann bitte ich darum, das so zu verstehen, dass auch ich immer noch auf der Suche bin, insbesondere auf der Suche nach Mitmenschen, die gleich mir auch schon in diese Richtung nachgedacht haben. Meine Überlegungen anderen aufzudrängen, das will ich wirklich nicht.

    Im übrigen kann ich Dir, liebe Bithya85 und auch Dir, liebe inselines versichern, dass ich Euere Antworten keinesfalls als unfreundlich oder verletzend empfunden habe. Mir ist etwas mehr klar geworden, dass meine Beiträge auch missverstanden werden können, was ich aber ganz bestimmt nicht möchte…

    Viele herzliche Grüße von Karl Heinz

    Gefällt 2 Personen

    • bithya85 schreibt:

      Hallo Karl-Heinz,
      danke für deine Antwort. Vielleicht ist es auch einfach unglücklich gelaufen, weil gerade das Trennende sich so viel Platz verschafft hat. Ich habe zu keinem Zeitpunkt gedacht, dass du Gott als Märchen oder Fantasieprodukt ansiehst, nur, dass wir unterschiedliche Ansichten über Gott haben. Ich finde es bereichernd, von anderen ihre Sicht der Dinge zu hören, mag es aber nicht, von diesen Ansichten unter Druck gesetzt zu werden. (Was du ja nicht möchtest. Wahrscheinlich war es wirklich ein Missverständnis.)
      Ich kenne es selbst, dass etwas, was ich sage oder schreibe anders ankommt als ich es meine. Diese ewige Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung. Deswegen finde ich so ehrliche Diskussionen auch so wichtig, weil ich auch davon lerne. Hab zum Beispiel von Ines‘ Kommi oben gelernt, dass ich diese Diskussionen vielleicht schon durch meine (zu?) ausführlichen Antworten in eine bestimmte Richtung lenke. Werde ich auch in Zukunft drauf achten.

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      • inselines schreibt:

        Hallo Bithya,

        „Ich kenne es selbst, dass etwas, was ich sage oder schreibe anders ankommt als ich es meine. Diese ewige Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung.“

        Das und dann dass ich gedanklich schon ganz woanders bin und nicht präzise genug formuliere, wie ich zu meiner Meinung komme. Ich setze manchmal Gedankenlesen voraus ohne es zu merken. 😀 Ich finde es generell nicht einfach, wenn man kein Gesicht, Stimmlage und Gestik dazu hat, da ist es leicht falsch verstanden zu werden.

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    • inselines schreibt:

      Hallo Karl-Heinz,

      vielen Dank für Deine Rückmeldung. Ich freue mich sehr darüber dass es Dich nicht verletzt hat und wo es sich um Missverständnisse handelt. Ich fühle mich so frei und antworte auch, weil ich Dir Antworten schuldig geblieben bin, wie ich gerade feststellte.

      „Wir beide sind nun derselben Meinung, dass „wir bei Gott sicher nicht mehr irgendwelche Hierarchien haben“. Dann sind wir uns ja darüber einig, dass sich vor Gott alle Seelen gleichrangig wiederfinden.“

      Ich habe nicht so viel Vertrauen zu uns Menschen, weshalb ich mir schon fast wünsche dass es zumindest eine übergordnete Hierarchie gibt und Gott die Verantwortung behält. Natürlich hoffe ich ansonsten dass ihr beiden richtig liegt, sonst könnte es wirklich sein, dass ich daran zu knabbern hätte.

      „Die Individualität jeder einzelnen Seele bleibt zwar erhalten, aber das „Existenz-„Verhältnis zu Gott ist für alle exakt dasselbe.“

      Das allerdings glaube ich uneingeschränkt.

      „Ich habe mir nur viele Gedanken darüber gemacht, wie, wo und was GOTT wohl sein wird. Für mich ist GOTT nicht irgend ein irgendwo „über den Wassern“ schwebender Phantasie- oder Märchen-Geist. Für mich ist GOTT die geistige und gleichzeitig auch materielle Realität.“

      Für mich ist er das auch nicht, ein schwebender Phantasie-Märchen-Geist. Aber ich unterscheide Schöpfer (Persönlichkeit) und Schöpfung und da denke ich haben wir, wenn ich Dich richtig verstanden habe, einen Glaubensunterschied. Für mich ist die Natur eine z. T. empfindsame Schöpfung und ich schließe nicht aus, dass sein Geist diese am Leben erhält, aber das hat meinem Verständnis nach weniger mit seiner Persönlichkeit, als vielmehr mit seiner Kraft zu tun. Wenn ich es mal auf die Spitze treiben darf, ohne den Anspruch es allzu ernst zu nehmen: ‚Ich werde weiterhin Kieselsteine ins Wasser schmeißen, ohne mir Gedanken darüber zu machen, ob der Aufprall Schmerzen zufügt, während ich hingegen eine Pflanze nicht mutwillig vertrocknen lassen oder eine Biene tot schlagen kann.‘

      So, hoffe Bithya nimmt es mir nicht übel, schon wieder am Thema vorbei. Aber ich schätze, da kommt auch nicht mehr viel. 😉

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