Frage 2

Frage 2: Wann wolltest du Gott mal so richtig die Meinung sagen?
Naja, das kommt schon ab und zu vor 😀 In so alltäglichen Situationen, wo ich vielleicht irgend etwas von ihm lese oder höre und dann denke „Ey, willst du mich verarschen?“ Dann guck ich ihn an (oder würde es, wenn er sichtbar neben mir sitzen würde) und würde am liebsten was nach ihm werfen.
Ne, aber im ernst. Als ich meine erste Stelle verloren habe, oder besser, ne Weile danach. Ich bin da einfach an Gottes Reden verzweifelt weil ich so felsenfest geglaubt habe, Gott wolle mich in dieser Stelle haben. Ich war da noch nicht so weit gewesen, Gott anmeckern zu können, vielleicht hätte es geholfen. Aber da war ich innerlich wirklich wütend auf ihn, habe mich aber nicht getraut, das vor mir selbst zuzugeben, ja, nicht mal wirklich zu fühlen, denn es ist ja Gott.
Eigentlich denke ich heute, hey, eben, es IST Gott. Er kann das aushalten, wenn ich sauer bin. Gott braucht sich doch nicht zu profilieren oder etwas zu kompensieren.

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6 Gedanken zu “Frage 2

  1. inselines schreibt:

    Das ist schon viele Jahre her, aber dieser Prozess hat tatsächlich auch Jahre angehalten. Bei mir hing das sehr mit verloren gegangenem Vertrauen zusammen. Ich wäre gerne anders gewesen, nicht so verletzt, anklagend und lieber vertrauend, annehmend, aber das war ich ganz und gar nicht.
    Manchmal bin ich selbst über mich erschrocken was ich mir Gott gegenüber rausnahm, aber ich konnte gar nichts anders, so fertig war ich und wo sollte ich hin mit dem ganzen Mist, wenn nicht zu ihm? Die Psalmen halfen mir, weil ich las, dass es anderen schon lange vor mir, ähnlich ergangen ist und Gott keinen verlässt, „nur“ weil man vielleicht verbal und emotional durchdreht.
    Letztes Endes hatte ich dann wohl doch mehr Vertrauen, als ich dachte, sonst wäre ich leiser gewesen vor Gott.
    Das verstehen viele nicht, aber auf eine bestimmte Weise war das ein, nicht immer unbewusster, Test von mir. Wenn Gott mich wirklich so liebt, wie er sagt, dann lässt er sich nicht von meinen Ausbrüchen davon abhalten. Wenn Gott mehr liebt als wir Menschen und wir bereits in der Lage dazu sind, schwierige Menschen zu lieben, wieivel mehr wird er dann hinter Symptomen die Ursache erkennen.
    Ich halte meine Gefühle vor Gott nach wie vor nicht zurück, bin aber sehr erleichtert, dass sich diese doch sehr verändert haben und ich viel mehr stehen lassen kann.

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  2. bithya85 schreibt:

    Ich weiß ganz genau, was du meinst 😀 Und ich bin mir sicher, man darf das. Auch, wenn ich keine Kinder habe, ich arbeite mit Kindern und eines der Kinder, noch ein ganz kleines Mädchen, ist sehr schwierig teilweise, weil es sehr schnell emotional umschwenkt, aber ich hab die Kleine so gerne. Und ich kenne ein wenig die Hintergründe, warum sie so ist, wie sie ist. Und wenn ich, die ich eigentlich gar nichts mit dem Mädchen zu tun habe, sie so mag, trotz ihrer Art, dann wird Gott das wohl mindestens genauso gut können, oder? 😀
    Aber sag mal (wenn du willst), gab es eine Situation, wo Gott dir besonders klar gemacht hat, dass das in Ordnung ist? Oder war es eher so allgemein, dass du einfach das Vertrauen hattest/hast?

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  3. inselines schreibt:

    „Aber sag mal (wenn du willst), gab es eine Situation, wo Gott dir besonders klar gemacht hat, dass das in Ordnung ist? Oder war es eher so allgemein, dass du einfach das Vertrauen hattest/hast?“

    Es gab mehrere Situationen die mir dabei geholfen haben und immer noch helfen, wenn ich mich daran erinnere. Zu Beginn „muss“ ich wohl nennen, dass mich Gott bereits mit Geistesgaben überhäuft hatte, als ich ganz am Anfang stand meines Glaubensweges. Ich war menschlich betrachtet, noch gar nicht reif genug und fühlte mich auch nicht wirklich würdig, aber hat Gott wohl nicht gekratzt. Dies war eine extrem positive Erfahrung. Er liebte mich, als ich ihn noch nicht liebte.

    Ein anderes Mal war ich so wütend auf Gott, weil er meiner Meinung nach nicht richtig für mich sorgte, damals hatte ich schon mehrere Tage kaum etwas zu essen, dass ich die Bibel auf mein Bett pfefferte und ihn anschrie (ich war wirklich laut und zornig), dass ich es unmöglich finde, dass er darin Versorgung versprach, mich aber im Elend hängen lässt. (Also so ungefähr, genaue Wortwahl weiß ich auch nicht mehr). Ich ERWARTETE von ihm und fordertet ihn dazu auf, zu seinem Wort zu stehen und entweder, dass spätestens den nächsten Tag Nahrungsmittel vor der Tür liegen oder Geld im Briefkasten ist, damit ich uns etwas zu essen kaufen konnte. Und weil ich richtig einkaufen wollte, müssten es mindestens 100,-DM sein. Das waren genau meine Worte und ich gebe zu, dass ich auch ein wenig Schiss vor meiner Courage hatte, aber ich bin keinen Schritt davon abgewichen. Den nächsten Tag waren 100,-DM im Briefkasten und Du kannst Dir vorstellen dass mir die Kinnlade runterfiel.

    Viele kleine Begebenheiten, die Du sicher auch kennst: „Das richtige Buch zur richtigen Zeit, Menschen mit den richtigen Worten oder Taten, Adrian Plass ;-), aber vor allem die leise innere Stimme in mir.“ Gott sagte sinngemäß über Jahre ständig zu mir: „Was Du bei mir ablädst, kann Dich (bzw. ich mich selbst) nichts mehr anklagen, weil Du weißt, dass ich es Dir vergeben habe.“ Manchmal habe ich auch gewettert: „Nein, ich liebe Dich nicht, ich mag Dich gerade auch nicht.“ Ich habe festgestellt dass beinahe jede Kommunikation besser ist, als keine und wenn sie „nur“ dazu führte, dass ich hinterher angkrochen kam: „Tut mir leid, habe es nicht so gemeint“.

    Ich hatte nicht von Anfang an Vertrauen, ganz im Gegenteil. Das war Lebenslauf bedingt ziemlich erschüttert und blieb es viele Jahre. Ich würde auch heute noch nicht behaupten wollen, dass ich über all dem stehe. Allerdings hatte ich von Kind an, diese Ahnungsgewissheit (es war mehr als Ahnung, aber Gewissheit wurde es später) dass Gott existiert. So denke ich, dass Wachstum im Glauben und Vertrauen beides braucht: „Gott und mich“. Du hast das ja so ähnlich auch schon formuliert.

    Soweit zu mir. 😉 Das mit dem kleinen Mädchen kann ich gut nachvollziehen. Es hat meistens einen Grund, wenn unsere Aufmerksamkeit zu einem bestimmten Menschen gelenkt wird. 🙂

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  4. bithya85 schreibt:

    Das sind echt coole Geschichten und ja, das mit dem Geld im Briefkasten kenne ich auch, ich hatte sowas auch schon mal gehabt. Nicht, weil ich so dringend Geld brauchte, aber ich glaube, Gott wollte mich damit ermutigen, weil ich damals gedacht habe, sowas passiert nur den großen Helden im Glauben, weißt du, was ich meine? Sowas ist wohl der ultimative Beweis, dass Gott versorgt. Ich kann mir gut vorstellen, wie du wütend auf Gott warst, irgendwann platzt es einfach nur noch heraus, weil man selbst so unter Druck steht.

    Ich gebe dir vollkommen recht, jede Kommunikation ist besser als gar keine. Ich meine, eine Familie, die nicht mehr miteinander spricht, was ist das noch für eine Familie? Oder ein Paar, das sich nichts mehr zu sagen hat, das wäre doch schlimm. Ich glaube, bei Gott ist es genau so. Schimpfen und toben ist immer noch besser als gar nichts zu sagen.

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  5. Kathi Schoneveld schreibt:

    So ungefähr bei jeder Begegnung mit einer Spinne. Ich habe einen großen Ekel vor Spinnen. Und dann schrei ich oft „Gott, warum hast du so ein scheußliches, garstiges Tier erschaffen?“ Und dann hole ich einen Schlappen und schlag drauf ein wie eine Verrückte.

    Ich könnte auch fragen, warum dieser Ekel? Ist erlernt. Man kann es auch verlernen, und nachdem ich in der Türkei auf Ausgrabung war mit Taranteln auf dem Klo, Tausendfüßlern unter dem Essenstisch und Skorpionen neben meinem Bett, ging es auch besser. Aber jetzt ist der Ekel wieder da.

    Aber Spaß beiseite. Manchmal frag ich Gott auch, warum er Person XY nicht mehr Hirn und Herz geschenkt hat. Die Frustration gilt eher den Menschen. Die Antwort, die ich gefunden hab, ist, man muss sich manchmal überwinden, jemanden zu lieben.

    Gilt wahrscheinlich auch für Spinnen.

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    • bithya85 schreibt:

      „Oh Herr, lass Gras wachsen, denn der Rindviecher werden viele…“ 😀
      Da könnte ich dir auch ein paar Leutchen nennen, die ich am liebsten gegen die Wand klatschen würde. Seltsamerweise hab ich aber gemerkt, dass, wenn ich anfange, diese Leute zu verurteilen, steckt mich Gott früher oder später schon mal in eine Situation, in der ich (fast) genauso arschig reagiere wie die hirnlosen Leute, dann hilft es mir, sie besser zu verstehen und ich muss sie nicht mehr verurteilen sondern kann auf einer Augenhöhe mit ihnen sprechen.

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