Ein bisschen spinnen :-D

iurIch spinn jetzt mal rum. Einfach so, weil es Spaß macht 😀 Ich stell mir einfach mal vor, wie Gemeinde aussehen könnte… . Kann mir sogar gut vorstellen, dass es etwas davon schon gibt, ich bin sicher nicht die Einzige, die sich Gedanken macht… . Und vielleicht setzen es Leute um, die es können – oder besser: Denken es weiter, damit es richtig toll wird 😀

Was mich ehrlich gesagt nervt, ist dieses Schulische. Der Pastor oder der Prediger oder der Apostel oder wer auch immer steht vorne und unterrichtet mit einem Vortrag und die „Schäfchen“ sitzen schön in Reih und Glied wie im Unterricht der 1920ger. Gut, es wird noch gesungen, dann also wie im Unterricht der 1920ger bei den Erstklässlern.

Also… warum es nicht anders machen? Warum sollte man nicht Gesprächs- und Diskussionsrunden machen? Vielleicht in der Form, dass erst so eine viertel Stunde ein Thema vorgestellt wird, dann teilen sich die Leute in Gruppen von 10-20 Leuten auf, suchen sich ein ruhiges Plätzchen vielleicht in einem anderen Raum und dann wird darüber diskutiert. Vielleicht auch, Lösungen gesucht. Wenn es passt, auch miteinander gebetet, wenn es nicht passt, muss ja nicht gebetet werden. (So ein bisschen wie in nem Hauskreis, nur, dass sich hier keine festen Gruppen bilden, sondern man immer wieder neue Leute kennen lernt. Und der Fokus klar auf der Diskussion liegt, man lernt, seine Meinung zu bilden, zu vertreten, aber auch sich kritisch hinterfragen zu lassen und dann vielleicht seine Meinung zu ändern…)

Aber auch diese festen Gruppen finde ich toll. Wie Hauskreise. Aber auch da denke ich manchmal, jedenfalls in (manchen) Hauskreisen, die ich erlebt und von denen ich gehört habe, dass man nicht so viel davon profitieren konnte, wie man gerne wollte, weil es oft einen Leiter gab, der die Meinung so ein bisschen festgelegt hat. Ich will nicht sagen, dass es Absicht war, aber wenn der Leiter was gesagt hat, wurde es oft einfach übernommen. Andererseits verstehe ich schon, dass es in einem Hauskreis mit  (mindestens) 10 Teilnehmern einen Leiter gibt, der das ganze Organisatorische regelt. Es sind einfach zu viele Leute um ohne einen Organisator möglichst unkompliziert klar zu kommen. Aber warum müssen es denn so viele sein? Warum tut man sich nicht zu viert oder fünft zusammen, mit den Leuten, mit denen man am besten klar kommt? Dann Freundekann man sich gegenseitig wirklich öffnen, ehrlich zu einander sein, sich von seinen Problemen erzählen, Sünden bekennen, füreinander beten… . Das sind übrigens auch immer die Gruppen, die mir am meisten geholfen haben. Nicht die Gottesdienste oder Hauskreise. (Obwohl es davon auch echt tolle gibt.)

Nochmal zum Gottesdienst. Ich hab mal in einem Format mitgearbeitet, wo wir in den Gottesdiensten nach der bewusst kurzen Predigt eine Art Pause gemacht haben, in der die Besucher verschiedene thematische Angebote nutzen konnten. Wenn der Gottesdienst zum Beispiel Gemeinschaft zum Thema hatte, konnten sie den Gordischen Knoten spielen, wo sie eine Aufgabe nur lösen können, wenn sie zusammen arbeiten. So kann man das Thema am „eigenen Leib“ erleben und erfahren, warum es für einen selbst relevant ist. Oder wenn es um Vorbilder ging haben wir Kurzbiografien von berühmten Personen als eine Art Galerie aufgestellt, die man sich ansehen konnte und überlegen konnte, welche jetzt als Vorbild taugen und welche nicht. Und warum.

Und für die Leute, die doch lieber das Schulische haben: Ich weiß, dass viele Gemeinden die Predigten online stellen, so als Podcast. Finde ich auch gut. Aber… ich kenne mich da nicht so aus, aber wäre es technisch gesehen möglich, so einen Gottesdienst live zu streamen? Mit Chat? Wie bei Twitch? Einfach für die Leute, die warum auch immer, nicht in die Gemeinde kommen können? Die könnten dann live dabei sein und mit anderen über den Chat sich darüber austauschen und diskutieren und Fragen stellen und diese beantworten… .

Dann noch was ganz anderes: In den meisten Gemeinden, die ich kenne kann man nur in einem Dienst mitarbeiten, wenn klar ist, dass man überzeugter Christ ist und am Besten Mitglied in dieser Gemeinde. Weil man die Reihen sauber halten will, glaubt, dass die Arbeit nur dann gesegnet sein kann und weil man oft eben noch im Kopf hat, dass das „eigentliche Ziel“ der Sache ja ist, die Leute, denen man dient, zu Jesus zu führen. Ehrlich gesagt, ich finde das sooooooo schade. Man verbaut sich als Mitarbeitender die Chance, Gemeindeferne auf eine ganz neue Weise kennen zu lernen und eine ganz neue Beziehung aufzubauen. Man nimmt sich wertvolle Manpower, die man an der einen oder anderen Stelle wirklich gebrauchen könnte. Und in gewisser Weise manipuliert man die Teilnehmer oder Gäste, indem man sagt, ja, wir geben den Hungrigen was zu essen, wir betreuen die Kinder der alkoholabhängigen Familien, ja, wir machen dies und das, aber es geht uns eigentlich gar nicht darum, ihnen zu helfen, sondern wir wollen sie catchen. Schön hinten herum, ganz link, damit niemand in Panik gerät oder sich überlegt, ob er oder sie das will. Schade. Ich denke, der Dienst, den man an den Leuten tut, ist schon der eigentliche Dienst. Da braucht es nicht noch ein „eigentliches Ziel“, das wird schon kommen, wenn es kommt. Und kommen soll.

Allgemein finde ich, Gemeinden sollten viel offener sein für soziale Arbeit, nicht nur für soziale Arbeit an Außenstehenden, sondern für Gemeindemitglieder. Soziale Trainings, in denen es darum geht, wie man mit Konflikten gut umgeht, nicht, wie man seine Meinung anderen aufdrängt. In denen es darum geht, diskutieren zu lernen, und nicht, zu predigen. Und das braucht nicht immer mit einem Bibelvers begründet zu werden. Und man kann auch ruhig etwas offener für völlig andere Meinungen sein, braucht keine Angst zu haben, dass diese anderen Meinungen den eigenen Glauben kaputt machen. Der wird schon stark genug sein, schließlich kommt er von Gott und Gott stellt keinen Ramsch her. Experimentierfreudig zu sein. Neues auszuprobieren. Nicht nur zu beten „Bewahre uns vor dem und dem“ sondern „Mach mal was Schönes“ und dann abzuwarten, was das Schöne ist. Vielleicht ist dieses Schöne ja eine Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche vor Ort und der evangelikalen Charismatengemeinde? Oder eine gemeinsame Arbeit mit Leuten vom DRK oder von Greenpeace?

To be continued… von dir! 😀 In den Kommentaren.

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