christliche Satanisten?!

imagestmzywer3Und schon wieder muss die Bithya provozieren. Ich kann’s nicht lassen. Aber ich muss ehrlich sagen, das hier liegt mir schon auf dem Herzen.

Wenn man eine genügend lange Zeit Christ ist, dabei verschiedene Gemeinden kennen lernt und sich manchmal durchaus kritische Gedanken zu dem Glauben und der Praxis macht, die einem vermittelt und vorgelebt wird, wird man wohl feststellen, wie viel Energie und Zeit von Seiten einiger Geschwister investiert wird, um sich mit einer Kreatur zu beschäftigen, die mehr als alles andere auf der Welt für das Destruktive steht. Manche Christen scheinen sich tatsächlich mehr für den Teufel zu interessieren als für Jesus.

Was meine ich damit?

„Wir müssen die Bollwerke des Feindes zerstören!“
„Wenn ich dieses Bild aufhänge, wird der Feind Zugang zu meiner Wohnung bekommen!“
„Wenn ich diese Sportart mache oder diese Medikamente nehme oder diese Behandlungsmethode gegen eine Krankheit mitmache, öffne ich dem Feind Tür und Tor!“
„Wenn ich nachts um eine bestimmte Uhrzeit nicht schlafen kann, liegt es daran, dass die Diener des Feindes meinen Schlaf verfluchen!“
„Wenn ich Alpträume habe, will der Feind mich angreifen!“
„Wenn ich nicht immer genau das tue, was Gott will, wenn ich Fehler mache oder mal meinen Kopf durchsetzen will, bekommt der Feind Macht über mich!“
„Bleib von belasteten Personen weg, sonst springen ihre Dämonen auf dich über!“

Ich könnte diese Liste noch endlos weiter führen. Und sie ist nicht übertrieben. Es scheint so, als glauben diese Leute an zwei Götter. Einen guten Gott und einen bösen Gott. Und diese zwei Götter scheinen gegeneinander um die Seelen der Menschen zu kämpfen.

Leute, ich habe eine Botschaft für euch: Die Bibel kennt nur EINEN Gott!

Und es scheint so, als hätten diese Menschen ein sehr ausgeprägtes magisches Denken. Das ist, wenn man glaubt, dass symbolhafte Handlungen einen unmittelbaren Einfluss auf das Leben haben. (Wie bei Kindern, die versuchen, im Flur nie in die Zwischenräume der Fließen zu treten, weil sie sonst glauben, dass sich ihre Eltern streiten.) Ein paar der Beispiele von oben sind typisches magisches Denken.

Leute, noch eine Botschaft: Die Bibel kritisiert magisches Denken in diesem Ausmaß.

Lasst mich euch mal empfehlen, euch über Zoroastrismus schlau zu machen. Besonders über die Lehren. Ihr werdet interessante Parallelen zu eurem Denken finden. Dabei ist es eine Religion und ein Glauben, der nicht unserer ist. Er lehrt Dualismus, das heißt, dass es zwei Götter gibt, einen Guten und einen Bösen, die in etwa gleich stark sind und gegeneinander kämpfen.

Ist das denn die Realität? Ist der Teufel so stark wie Gott?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass er uns das glauben machen will. Gesetzt den Fall, er ist wirklich ein gefallener Engel war ja die Theorie, dass er werden wollte wie Gott und genauso angebetet werden. Richtig? Was tut man, wenn man jemanden anbetet, als erstes? Man schenkt ihm einen Großteil seiner Beachtung. Man richtet sein Leben nach ihm aus. Man bewundert ihn für das, was er tut. Erkennt ihn als etwas ganz Besonderes an.

Und was tun einige Christen? Sie schenken dem Teufel einen Großteil ihrer Beachtung, indem sie ständig auf der Hut vor Dämonen und Flüchen sind. So richten sie auch ihr Leben danach aus, denn sie wollen um jeden Preis vermeiden, belastet zu werden. Wenn sie glauben, sie sind es schon, wird doppelt und dreifach aufgepasst und dem Teufel noch mehr Beachtung geschenkt. In gewisser Weise bewundern sie den Teufel, auch wenn sie es nie so sagen würden. Ihr Leben zeigt, dass sie den Teufel bewundern. Denn wenn jemand sie so beeinflussen kann, dann scheint er wohl der Bewunderung wert zu sein? Klar, worauf ich hinaus will? Man gibt dem Teufel genau das, was er will. Und verweigert so Gott seine Stellung als einziger für uns wichtiger Gott.

Ich glaube aber nicht, dass nur der Teufel einen Vorteil von diesem Deal hat.

Was meine ich damit? Naja, sagen wir mal so: Es ist durchaus bequem, so zu denken. Denn dann ist alles, was ich an Bösem und an Hass und Feindseligkeit, Unversöhnlichkeit, Wut, Angst, Ambivalenz, Machtstreben, Zweifel, alles potentiell Gefährliche und Unheimliche in meinen Gedanken, Gefühlen und in meiner Umgebung sehe, eine Folge von den Aktivitäten des Teufels. Ich kann schön die Schuld auf ihn abladen. Ich brauche mich nicht um die dunklen Seiten in mir zu kümmern, ich brauche nicht an meiner Kritikfähigkeit und an meiner Authentizität zu arbeiten, denn alles, was schlecht ist, kommt ja vom Teufel, nicht von mir. So kann man sich schön auf seinem Teufelsglauben als Christ ausruhen, obwohl man im Prinzip die Fehlerhaftigkeit des Menschen niemals anzweifeln würde. (Höchstens seine eigene Fehlerhaftigkeit.) Ich weiß nicht, an welchem Bereich du dich angesprochen fühlst, aber du wirst es wissen. Und Gott weiß es auch. Das ist die Hauptsache.

Ein anderer Vorteil, den manche Christen davon haben ist, damit kann man richtig Geld verdienen! Es geht um Bücher, die geschrieben und verkauft werden, um Heilungs- und Befreiungsseminare, die entweder tatsächlich einiges kosten oder wo um Spenden „gebeten“ wird. Das sind schon ordentliche Summen.

Ich möchte gerne mal ein paar Thesen in den Raum werfen, von denen ich glaube, dass sie biblisch sind.

  1. Der Teufel hat KEINE eigene Macht. Der Einzige, der Macht hat, ist Gott. Deswegen kann weder das falsche Bild an der Wand noch bestimmte Medikamente dämonischen Einfluss auf uns haben.
  2. Die einzige „Macht“, die der Teufel hat, ist die, die wir ihm durch unsere Angst geben. Wenn wir glauben, von Dämonen verfolgt zu werden, sind WIR die, die dem Teufel Macht geben, denn dann glauben wir an seine Macht und nicht an die Macht Gottes.
  3. Alles, was der Teufel will, ist unsere Aufmerksamkeit. Wie ein kleines Kind in einer speziellen Phase. Und wenn man ein solches Kind dann für schlechtes Verhalten mit Aufmerksamkeit belohnt, wird es lernen, dass es immer so weiter machen kann. DON’T FEED THE TROLL!
  4. Es bringt weitaus mehr, sich auf das zu konzentrieren, was Gott tut, in einem selbst und in der Umwelt, sich auch mal auf unkonventionelle Denkarten einlassen, über den Tellerrand schauen, keine Angst vor neuem Denken haben. Vor unbekannten Herangehensweisen. Davor, etwas zu lernen, auch von Menschen, die nicht in allem die selbe Meinung haben. Denn Gott ist so viel größer als wir denken können und er wird uns immer wieder überraschen. Vielleicht sogar in einer Richtung, von der wir im ersten Moment versucht sind zu denken, sie sei von der anderen Seite… .

Also, keine Angst. Eine geköpfte Schlange kann nicht mehr zubeißen. Und sich auf Gott zu konzentrieren und mit ihm zu leben macht sowieso viel mehr Spaß 😀

Schönes Wochenende euch und viel Spaß im Schnee! LG Bithya

3 Gedanken zu “christliche Satanisten?!

  1. inselines schreibt:

    „Ich kann schön die Schuld auf ihn abladen. Ich brauche mich nicht um die dunklen Seiten in mir zu kümmern, ich brauche nicht an meiner Kritikfähigkeit und an meiner Authentizität zu arbeiten, denn alles, was schlecht ist, kommt ja vom Teufel, nicht von mir. So kann man sich schön auf seinem Teufelsglauben als Christ ausruhen, obwohl man im Prinzip die Fehlerhaftigkeit des Menschen niemals anzweifeln würde.“

    Volltreffer meine Liebe. 🙂 Ich beziehe mich da ein Stück weit ein, weil ich es ziemlich depremierend emfinde, so voll innerer Dunkelheit zu sein. Da ist die Versuchung schon sehr verführerisch einen Schuldigen zu suchen, einen anderen als sich selbst. 😉

    Deine Thesen hierzu unterstütze ich vollständig. Der gesamte Beitrag, Volltreffer, meine Liebe.

    Gefällt mir

Geig mir deine Meinung

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s