Überraschung zu Weihnachten

weihnachtsmann Erstmal frohe Weihnachten euch allen!!! Gut, man könnte schon fast sagen nachträglich. Aber auch nur fast. 😀 Hoffe, ihr macht euch nicht so einen Stress und genießt die Feiertage. Den Geburtstag, den wir feiern. BTW, an jedem anderen Geburtstag bekommt das Geburtstagskind Geschenke, nur an diesem einen, speziellen, scheint es anders herum zu sein. (Weißt schon, das Christkind, das Geschenke bringt. Und wer ist wohl dieses „Christkind“?) Außer, wenn man es so interpretiert, dass Jesus sich so sehr mit uns identifiziert hat, dass er sagte, jeder, der dem Geringsten seiner Leute etwas Gutes getan hat, hat dieses Gute ihm selbst getan. (vgl. Mt 25,45) Demnach würde jedes Geschenk, das wir an Weihnachten einem kleinen Kind oder einem Hilfsbedürftigen schenken, für Jesus sein. Aber das ist nur so ein Gedanke am Rand.

Ich wollte ja eigentlich erzählen, was ich so für schöne und interessante Überraschungen erlebt habe. Eigentlich bin ich nämlich Weihnachten gar nicht gerne bei meiner Familie. Ja, ich weiß, die meisten anderen lieben es, an Weihnachten bei den Liebsten zu sein und es im vertrauten Kreise der Familie zu feiern. So heimelig mit schnulziger Stimmung, Schnee, Kerzenlicht, Weihnachtslieder und Gedichte, die die Kleinen aufsagen und so weiter. Aber ist es nicht oft so, dass es ein einziges, großes Schauspiel ist? Vor der Bescherung wird ein furchtbares Theater gemacht, man schreit sich gegenseitig an, man ist gereizt, dass etwas sensiblere Menschen denken, alles würde eskalieren, man macht aus Mücken Elefanten, wie man es an jedem anderen Tag niemals tun würde, dann, um Punkt sieben Uhr, oder wann auch immer man es tut, legt man den Schalter um und macht einen auf Harmonie. Oder bekommt den völligen Nervenzusammenbruch.

Jedenfalls war ich durch die eine oder andere Sache etwas gezwungen, dieses Jahr viel mehr bei der Familie zu sein als ich wollte. Möchte nämlich eigentlich einen Weihnachtstag immer frei haben, damit ich was mit guten Freunden machen kann oder auf eine Fluchtparty gehe oder einfach rumgammel. Machst du das auch gerne? Gehört für mich zu einem schönen Weihnachten dazu. Seit ich mich etwas von dem starren System meiner Familie gelöst habe, merke ich, wie schön Weihnachten manchmal sein kann. Oder ich mache einen Bummel über den Weihnachtsmarkt. Ja, so ein bisschen schnulzig mag ich es dann doch. Aber ich war dann dieses Jahr schon am 24. bei meinen weihnachtenEltern. Mein Bruder war auch da. Und grade meine Mutter ist so ein etwas komplizierterer Fall. Sie macht dieses Theater, das ich oben beschrieben habe, besonders intensiv. Und später sieht es dann meistens so aus, dass jeder irgendwo an einem Monitor sitzt und keiner mit dem anderen spricht. Ich will sowas nicht. Aber dieses Weihnachten war es anders. Es gab keinen nennenswerten Stress und nach dem Essen sind wir irgendwie einfach am Tisch sitzen geblieben. Und haben geredet. Über vieles. Erst über Politik und Gesellschaft diskutiert und das macht mir ja schon Spaß seit ich mich nicht mehr verstecke. Dann auch über Vieles, was so in der Vergangenheit passiert ist. Und so habe ich einiges erfahren, von dem ich glaube, dass ich es eigentlich schon lange hätte erfahren müssen. Über mich und die Geschichte meiner Familie. Denn oft ist es so, dass Probleme wie Sucht und Gewalt und Missbrauch von Generation zu Generation weiter gegeben werden. Was man von den eigenen Eltern erlebt, haben diese oft auch von ihren eigenen Eltern erfahren.

Und so war es auch bei mir. Von der mütterlichen Seite wusste ich es schon. Dass es ein Muster von Bevorzugung und Abweisung von einzelnen Kindern und Rivalitäten und so einen Kram schon über mehrere Generationen gab. Aber dass es das auch auf der Seite meines Vaters gab, wusste ich tatsächlich nicht. Nicht unbedingt, was Lieblingskinder und so angeht, aber bei ihm gab es eine sehr ungewöhnliche, ich will nicht sagen, übergriffige, missbrauchsfördernde Art, wie Generationen miteinander umgegangen sind. Das fand ich sehr, sehr interessant. Weil diese beiden Muster zusammen, dass ein Kind bevorzugt und eins das schwarze Schaf war einerseits und die seltsame, fast schon symbiotische Art, mit anderen Generationen zusammen zu leben andererseits, ist ein guter Teil von dem, was das Leben und Aufwachsen in meiner Familie ausgemacht hat. Irgendwie setzt sich das Ganze so langsam zu einem Puzzle zusammen, das Sinn ergibt. Aber einiges fehlt noch. Vielleicht sollte ich mal das Ganze, was ich weiß, zusammen tragen und als Ganzes betrachten. Aber nicht hier auf dem Blog, glaub ich. 😀 Sorry, aber das wird sicher dann doch zu privat sein.

Die andere Überraschung habe ich am nächsten Tag erlebt. Das Geschenk von meiner geschenkeOma. Ein Buch. (An dieser Stelle sollte ich vielleicht ehrlichkeitshalber sagen, dass sie mir nicht direkt das Buch über geistlichen Missbrauch geschenkt hat, sondern ich ihr gesagt habe, dass ich das Buch gerne hätte und sie hat mir dann das Geld dafür gegeben: Der Anfang einer Reihe?) Aber dieses Buch, das sie mir zu Weihnachten geschenkt hat, war tatsächlich als Buch eingepackt. Klingt interessant, ein Roman von einem neunjährigen Mädchen, das sich selbst irgendwo auf einem Fahndungsplakat erkennt. Aber was mich stutzig gemacht hat war, dass es von Gerth Media ist. Normalerweise haben Hugendubel, Mayersche und Co diese Bücher nicht. Ich hab Oma also gefragt, wo sie das denn her hat? Und da hat sie mir gesagt, dass sie dafür extra in eine christliche Bücherstube gegangen ist und das da gekauft hat. Ich war echt überrascht, weil in meiner Familie mag eigentlich keiner die christliche Szene genug um freiwillig in so ein Etablissement zu gehen 😀 Schon alleine deshalb hat mich das Buch gefreut. Als Jugendliche hab ich viele Missionsversuche bei meiner Familie gemacht, naja, um ehrlich zu sein, so viele, wie ich kräftemäßig konnte, bei den krassen Anmachen, die ich mir regelmäßig anhören durfte. Jedenfalls war es eher so, dass, je mehr ich versucht habe, ihnen den Glauben nahe zu bringen, desto mehr sind sie auf Abstand davon gegangen. Dann ist es auch heute noch sehr schön für mich, zu sehen, dass sie, in so kleinen Dingen, es nicht mehr als das Böse und Schlechte schlechthin sehen.

Dann noch eine Sache, die ich heute erlebt habe. Ganz kurz. Die Freundin von meinem Bruder hat eine voll süße Geschichte erzählt. Die kommt aber in einen extra-Post, weil es sonst viel zu lang würde 😀

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