Mindfuck!

thY5E6PYZISamstag bin ich zu einer guten Freundin gefahren. Wir wollten uns ein schönes Urlaubs-Wochenende machen, ich sagte, ich müsse mal raus aus diesem Irrenhaus hier.

Ich hatte ja keine Ahnung, was ein Irrenhaus ist!

Vorgeschichte: Kat, eine andere gute Freundin, war mit einem Kerl zusammen. Der hatte sie nicht mehr alle. Hat sie zum Sex genötigt, geschwängert und verprügelt. Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung und nach mehreren Monaten hat sie mit Hilfe von vielen Leuten eine Bannmeile durchbekommen. Kurz danach ist sie zu ihm zurück. Meinte, sie würden es schon gemeinsam mit Jesus schaffen. Nach einigen Beleidigungen und Bedrohungen seinerseits kam es wieder zum Cut.

Was folgte war ein ständiges Wechselspiel zwischen Paar und kein Paar und Freunde und keine Freunde. Noch vor einer Woche waren sie zusammen, einen Tag später hat sie Schluss gemacht und scheinbar waren sie ca am letzten Wochenende wieder zusammen gekommen.

Und jetzt kommen die wahnsinnigen 72 Stunden.

Sonntag 11:18 Kat ruft mich an, völlig aufgelöst, er hätte sie wieder angegriffen, ich solle schnell kommen. Sie konnte kaum reden und ich hab auch nicht viel verstanden. Nur, dass sie im Krankenhaus sei und er sie wieder geprügelt hat. Ich sagte, ich sei gar nicht in der Stadt, sondern ganz woanders. Könnte auch erst am späten Nachmittag da sein. Und aus der Entfernung konnte ich auch nichts tun.

Sonntag gegen 17:30 ich bin bei ihr. War vorher im Krankenhaus, da war sie aber nicht mehr. Glück im Unglück, dem Kleinen in ihrem Bauch ist wohl nichts weiter passiert und sie ist auch mit Prellungen und Kopfschmerzen davon gekommen. Und dem Schock.
Ein paar Leute aus der Gemeinde tauschten ihr Schloss aus und sie ist erstmal mit zu mir gekommen. Und hat erzählt. Arschloch und sie waren im Gottesdienst und ein Bekannter wollte sich neben die zwei setzen, weil noch Platz war. Da hat Arschloch ihn angefahren, er solle sich gefälligst wo anders hinsetzen. Ohne Grund. Er meinte dann zu Kat, was sie denn für einen Penner als Freund hat und sie ist raus. Musste sich beruhigen, weil ihr das alles so peinlich war und sie sich aufgeregt hat.
Nach dem Gottesdienst sind sie aus der Gemeinde raus. Arschloch ist etwas vorgelaufen. Dann hat er sich aus heiterem Himmel umgedreht und ist auf Kat los und hat ihren Kopf gegen eine Stahlwand geschlagen und sie auf dem Boden liegen lassen. Andere aus der Gemeinde haben sich dann um sie gekümmert, sie beruhigt und zum Arzt gebracht. Die Polizei war auch da.

Später sind wir dann zu ihr nach Hause. Ich habe bei ihr gepennt, wollte sie nicht alleine lassen. Hatte ja auch etwas Angst, dass er wieder vor der Tür stehen könnte. Und da ich sowieso noch die Sachen vom Wochenende im Rucksack hatte…

Am Montag haben wir uns einen schönen Tag gemacht. Waren erst bei ihrer Hebamme, die hat sie auch nochmal gestärkt. Und dann waren wir Eis essen und bummeln.

Montag gegen 15:00: Kat bekommt eine seltsame WhatsApp-Nachricht von ihm, er habe jetzt seinen Frieden über der Sache und würde sie nun in Ruhe lassen. Dabei ein Bild von Wasser. Wir haben uns noch gewundert, was das heißen sollte. Gegen 17 Uhr hab ich sie dann wieder nach Hause gebracht und bin selber heim.

Montag 21:24 Ich bekomme einen Anruf von der Polizei. Arschloch hat sich umgebracht. In Köln von einer Brücke in den Rhein gesprungen. Gab Zeugen. Und Kat konnte den Rucksack identifizieren. Sie war völlig fertig. Ob ich vorbei kommen könnte. Also bin ich nochmal hin. Ich wusste nicht, was ich fühlen sollte. Einerseits entsetzt, weil sich jemand umgebracht hat, andererseits erleichtert, weil Kat und ihr Baby nun in Sicherheit vor ihm sind. Sie hat sich die Augen ausgeweint. Konnte gar nicht glauben, dass das Wirklichkeit ist. Die Nacht auf heute hab ich nochmal bei ihr gepennt. Wollte sie nicht alleine lassen. Nicht, dass ich Angst hätte, sie könnte sich auch was antun, aber sie war so fertig, dass ich Angst hatte, sie könnte völlig zusammen brechen. Irgendwo scheint sie ihn wirklich geliebt zu haben. Das war auch der Moment, wo ich an meine emotionalen Grenzen gekommen bin. Adrenalin bis zum Abwinken. Hätte es trotzdem nicht anders gemacht, weißt schon, Freundschaft.

Dienstag kurz vor Mittag: Sie bekommt eine Messenger-Nachricht von einer gewissen Frau Paige aus Texas. Ob sie ihr sagen könnte, wo ihr Mann sei. Er haben sich schon seit zwei Tagen nicht mehr gemeldet. Moment mal, ihr MANN?!?!?! Beweisfotos und Screenshots von Chats: Die war tatsächlich mit Arschloch zusammen und hatten ein kleines Kind, geboren kurz bevor Kat ihn kennen gelernt hat. Und so kamen auch ne Menge anderer Lügen raus. Angeblich ist Arschloch über Jugend mit einer Mission ins Land gekommen. Bullshit! Er hat diese Frau in Nigeria kennen gelernt und ist mit ihr nach Deutschland. Und noch einiges andere mehr. Ich weiß nicht, ob ich Kat jemals so wütend gesehen hab, nicht mal, als er sie letztes Jahr fast tot geschlagen hat. Da meinte sie nur noch, hoffentlich sei er elend ersoffen, sonst hätte sie nicht übel Lust, nochmal nachzuhelfen.

Dienstag 13:45 Zwei Frauen aus der Gemeinde kommen vorbei. Meine Ablösung! Ich bin echt müde und hab Hunger und bin auch nervlich am Limit. Verabschiede mich und sage „bis morgen“, morgen wollen Kat und ich zusammen mit einer anderen Freundin was unternehmen. Ablenkung tut gut.

Dienstag 19:31 Ich schreibe einen Blogartikel über Mindfuck und versuche, gleich zu schlafen. Und hoffe, dass Kat ihr grünes Licht für diesen Artikel geben wird.

Noch was extra für Kat: Ich hab dir doch von einen Vortrag von Worthaus erzählt. Hier ist er, ich finde, der passt extrem gut. Wenn du ihn hören möchtest: Gottes Liebe und das Weltgericht und du weißt ja: Prüf alles und behalte das Gute. Und den Rest schmeiß innen Müll 😀

2 Gedanken zu “Mindfuck!

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