Ich bin ein Mensch! (Rage-mode)

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„Bist du ein Sklave?“
„Ich bin ein Mensch! Und ich heiße Anakin!“

Das ist ein Teil eines Dialogs aus Star Wars Episode 1. Als ich den Film zum ersten Mal gesehen hab dachte ich, hey, dieses Gefühl, das kenn ich doch!

Ich bin kein Sklave, der nur die Drecksaufgaben machen darf und auf keinen Fall Herausforderungen annehmen und Verantwortung übernehmen darf!

Ich bin kein Sklave, der nur wegen eines angeblichen Chromosonendefekts (ja, so fühlt es sich teilweise an!) auf Putzen, Kochen, Dekorieren und Schnittchen verteilen reduziert wird. Ach ja, und aufs Kinderkriegen. Sex- und Putzmaschine!

Ich bin ein Mensch! Von Gott geschaffen, in seinem Bild. Es steht geschrieben, dass Gott die Menschen in seinem Bild als Mann und Frau geschaffen hat. Nicht, dass er den Mann nach seinem Bild geschaffen hat und dann noch, zur Unterhaltung des Mannes, die Frau. Ich bin durch Jesus Christus ein Kind Gottes, eine Prinzessin. Keine rechtlose irgendwas.

Ihr Männer der Schöpfung, habt ihr euch schon einmal, nur ein einziges mal in unsere Lage versetzt? Habt ihr auch nur einmal darüber nachgedacht und nachgefühlt wie es ist, wenn man gesagt bekommt, Gott will, dass du deine Talente verleugnest?

Was würdest du zum Beispiel sagen, wenn man dir erzählen würde, deine Augenfarbe verhindert, dass du andere fördern, anleiten oder öffentlich reden darfst? Statt dessen sollst du dich unter diejenigen mit anderer Augenfarbe unterordnen, weil das die natürliche Ordnung ist. Du sollst sie in ihrer Arbeit, die eigentlich deine Gabe ist, unterstützen und sei dankbar dafür!!! Weil Gott es so wolle und du willst Gott doch nicht ungehorsam sein, ODER!?!?!?! Willst du das? Nein? Warum wird es dann mit uns gemacht?

Ist es biblisch? Da bist du dir sicher? Und was sagt Jesus dazu?

 »Es ist wie bei einem Mann, der vorhatte, in ein anderes Land zu reisen. Er rief seine Diener zu sich und vertraute ihnen sein Vermögen an. Einem gab er fünf Talente, einem anderen zwei und wieder einem anderen eines – jedem seinen Fähigkeiten entsprechend. Dann reiste er ab. (…) Der aber, der nur ein Talent bekommen hatte, grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn. Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück und forderte seine Diener auf, mit ihm abzurechnen. (…) ´Zuletzt` kam auch der, der ein Talent bekommen hatte. ›Herr‹, sagte er, ›ich wusste, dass du ein harter Mann bist. Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast. Deshalb hatte ich Angst und vergrub dein Talent in der Erde. Hier hast du zurück, was dir gehört.‹ Da gab ihm sein Herr zur Antwort: ›Du böser und fauler Mensch! Du hast also gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Da hättest du mein Geld doch wenigstens zur Bank bringen können; dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückbekommen.‹ (…)«

Schönen Dank auch!

Und jetzt komm mir nicht mit „Aber Eva hat doch im Garten Eden zuerst gesündigt!“ Ja ne is klar. Während Adam die ganze Zeit unbeteiligt, völlig gleichgültig daneben stand und keine Anstalten machte, Eva davon abzuhalten. Ich schätze, die Schlange hat Eva angesprochen, nicht weil sie als Frau so schwach wäre, sondern weil Adam sowieso umkippen würde. Na? WER hat hier zuerst gesündigt? Oder zählt die Sünde durch unterlassene Hilfeleistung nicht in dieser Theologie? Wollen wir uns wirklich auf diese Diskussion einlassen?

Oder kommst du mir jetzt mit Paulus‘ Spruch „Die Frau schweige in der Gemeinde!“? Auf einen einzigen Satz, vielleicht auch zwei, wird einfach mal Jesus Vorbild aufgehoben? Er hatte Frauen um sich, die nicht nur geputzt haben. Er hat mit einer Samaritanerin diskutiert, ließ sich von einer Kanaanäerin korrigieren (!) und zeigte sich nach der Auferstehung als erstes Maria aus Magdala, die er als erste Evangelistin zu seinen männlichen Jüngern geschickt hat. Eine Frau sollte den Männern in Jesu Auftrag etwas derart Wichtiges sagen! BTW: Paulus, der doch so gerne für Unterdrückung heran gezogen wird, empfiehlt an mehreren Stellen (meist mit „Grüße“ oder „abschließende Empfehlungen“ oder ähnlich überschrieben) Frauen für leitende Positionen in Gemeinden. Aber solche Stellen werden gerne geflissentlich ignoriert. Oder es gab mal eben Übersetzungsfehler, wo aus einer Junia ein Junius gemacht wurde… ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Ich habe schon mehrere Predigten in unterschiedlichen Gemeinden von Frauen gehört. Und hab auch selbst schon einmal gepredigt. Bei jedem mal hab ich etwas verstanden, was ein Mann nie so hätte rüber bringen können. Und diese Frauen konnten auch durchaus kritische Punkte in ihren Predigten sagen, Korrektur oder Kritik. Alles kein Problem, konnte ich alles annehmen und drüber nachdenken. Wenn aber ein Mann dasselbe sagen würde hätte ich schon Probleme damit. Nicht, weil ich mir grundsätzlich von einem Mann nichts sagen lasse, das ist so auch nicht richtig. Sondern, weil Frauen, so wie ich es bisher erlebt habe, es anders rüber bringen. Nicht von oben herab oder belehrend, sondern beziehungsorientiert. Es wird nicht klatsch-klatsch-klatsch um die Ohren gehauen, sondern eher gesagt „Es kommt bei mir so und so an“ oder „Ich finde, es lohnt sich, darüber nachzudenken.“ (Und bitte, Herren der Schöpfung, nehmt es nicht als ein so-musst-du-es-formulieren.)

Ich wünsche mir eine gesunde Durchmischung. Dass Männer und Frauen selbstverständlich zusammen arbeiten, auf einer Augenhöhe, als Team, nicht als Übergeordneter und Untergeordnete. Man könnte auch in Gemeinden so viel von einander lernen. Bitte vergiss nicht, dass im Urtext der Heilige Geist weiblich ist. Ein sehr wichtiger Teil von Gott ist weiblich. Ich wünsche mir Pastorinnen und Pastoren auch in freien Gemeinden, so wie es in den Richtlinien der FEG schon lange steht. Aber nicht bekannt ist. Quelle:  Bericht der FEG von 2010 und dass Frauen endlich auch Leitungsaufgaben übernehmen dürfen, die sich nicht im Dekoteam und in der Kinderbetreuung erschöpfen. Es braucht ja keine Frauenquote, aber schon alleine die Möglichkeit, die glaubhaft kommunizierte Möglichkeit, wäre schon ein großer Fortschritt, finde ich. Nicht nur so zwischen zwei Sätzen „Ach ja, Frauen sind übrigens auch gemeint“ sondern klar und deutlich und wenn nötig mehrmals und dann auch die Frauen lassen, die sich dann freiwillig melden. Und die Männer können ja auch mal ruhig unterstützen.

Ich hoffe, ich war jetzt nicht zu sehr im Rage-Mode, aber der musste einfach mal raus. 😀 Schönen Wochenanfang von Bithya.

2 Gedanken zu “Ich bin ein Mensch! (Rage-mode)

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