Hör auf die Stimme…

„Vor ein paar Tagen hab ich einen Blogartikel geschrieben, den ich noch nicht veröffentlicht hab. Ich weiß nicht, ob ich ihn überhaupt noch veröffentlichen werde oder ob ich ihn noch überarbeite. Jedenfalls geht es darin unter Anderem um eine Frau, die sich mir gegenüber grenzüberschreitend verhalten hat.“

Das war das, was ich vor bestimmt drei Monaten geschrieben habe. Ich habe es immer wieder gelöscht und wieder hergestellt, aber niemals fertig geschrieben oder veröffentlicht.

Jetzt weiß ich, warum. Ich konnte es nicht fertig schreiben, weil erst noch etwas passieren musste, damit es fertig werden kann.

Ich gehe ja ab und zu zu diesen Anbetungsabenden von einer Gemeinde hier in der Nähe. Ich nenne sie für mich immer „Come-Abende“, weil so die Anbetungsabende beim Christus-Treff hießen, die ich so toll fand. Das hier ist in etwas kleinerem Stil, aber trotzdem mag ich es.

Bei einem dieser Abende gab es mal eine Situation, wo jemand einen Eindruck hatte, dass einer im Raum Schmerzen in der Hand hatte. Ich hatte Schmerzen in der Hand. Die störten mich aber nicht wirklich, sie waren auch nicht wild. Aber weil ich wusste, wie fies es sein kann, wenn man denkt, man hätte einen falschen Eindruck, bin ich später nach vorne gegangen. (Nachdem der offizielle Teil zu Ende war.) Nicht, um Gebet zu bekommen, ich wollte mich nur kurz outen und dann weiter, weil ich noch unbedingt mit einer anderen Person reden wollte, bevor sie ging.

Da ist aber dann die Frau vom Pastor gekommen und hat nicht eher Ruhe gegeben, bis ich ihr Gebet angenommen habe. War ziemlich aufdringlich, hat meine Neins nicht akzeptiert und hat versucht, mich zu manipulieren. Klar, dass ich dann unfreundlich geworden bin und nicht grade dankbar für dieses Gebet.

Seit dem war so ziemlich der Knies zwischen uns. Ich hab eigentlich bewusst nicht mehr so sehr an diese Situation gedacht, nur, dass es in dieser Gemeinde Grenzüberschreitungen von ihrer Seite gab. Und irgendwie hab ich dann ganz viel in diese Richtung interpretiert. Ob es richtig interpretiert war oder nicht weiß ich nicht. Aber ich war definitiv nicht unvoreingenommen. Konnte halt auch nicht mehr so leicht anbeten da. Ist ja klar, wenn man immer so etwas im Hinterkopf hat…

Vor einiger Zeit ist sie dann auf mich zu gekommen und hat gefragt, ob ich etwas gegen sie wegen einer anderen Situation hätte. Ich hab sie nämlich vorher schon in einem Bibelkurs gesehen und dann dachte sie, da wäre etwas gewesen, weswegen ich sauer auf sie gewesen wäre. Aber da war nichts und ich war zu überrascht als dass ich hätte sagen können, dass es etwas anderes ist. Hab dann auch nicht mehr weiter daran gedacht.

Aber als ich die Tage wieder bei dem Come-Abend war hatte ich den Eindruck, dass ich sie darauf ansprechen sollte, wie diese Gebets-Sache bei mir angekommen ist. Erstens, damit die Sache zwischen uns geklärt ist und weil es ihr gegenüber einfach fair ist, sie sollte wissen, was los ist und die Chance haben, ihre Sicht der Dinge zu schildern und vielleicht daraus zu lernen. Außerdem, weil ich den Eindruck hatte, Gott verletzt es auch, wenn Unfrieden ist. Ich musste schon etwas Mut zusammen nehmen. Ich hab nämlich leider nicht viel Erfahrung in sowas. Möchte es aber lernen, wo es nötig ist.

Ich bin noch ne ganze Weile nach Ende des Come-Abends da geblieben, weil noch aufgeräumt werden musste und da hatte sie natürlich keine Zeit. Danach hab ich sie angesprochen, ob sie noch einen Moment Zeit hätte und dann einfach gesagt, wie ich die Sache empfunden habe. Dass ich an diesem Tag, wo sie für mich gebetet hatte, gar kein Gebet wollte, weil ich keine Zeit hatte, dass ich nicht so abweisend reagiert habe weil ich schüchtern sei, sondern weil ich einfach nur sagen wollte, hier, ich habe leichte Schmerzen an der Hand, der Eindruck war richtig, aber mehr nicht. Und dass ich es aufdringlich und grenzverletzend empfunden habe, als sie nicht eher Ruhe gegeben hatte, bis ich eingewilligt hatte. Ich war nicht laut geworden, war zwar nervös, aber habe mich bemüht, freundlich und auf einer Augenhöhe zu reden. So, wie ich möchte, dass man auch mit mir redet.

Sie hat dann wirklich gut reagiert. Meinte, dass das überhaupt keine Absicht war. Dass es ihr leid tut, wenn sie meine Grenzen verletzt hat. Und dass sie halt irritiert war, weil sie eine solche Situation, dass jemand zwar nach vorne kam, aber kein Gebet wollte, wohl noch nicht kannte und deswegen unsicher war, wie sie reagieren sollte. Sie glaubte, ich sei nur schüchtern und wollte mir mit der Hartnäckigkeit helfen. Aber sie hat sich bedankt, dass ich es ihr jetzt gesagt habe und dass sie darüber nachdenken wird und daraus lernt.

Ich habe auch daraus gelernt. Dass ich solche Dinge ruhig ab und zu ansprechen kann. Nicht alle, die Grenzen verletzen sind kritikunfähig. Und so hat man vielleicht wirklich die Chance, dass sich etwas  verbessern kann. Und ich habe gelernt, dass es besser ist, Missverständnisse wie diese möglichst schnell zu klären, wenn man es kann. Dann kann es keinen Schaden mehr anrichten.

 

Noch etwas Lustiges: Kat hat gestern Wehen bekommen, kam ins Krankenhaus. Dann eben über WhatsApp: „Meine Fruchtblase ist geplatzt und dann kam da was raus.“ – Klar kommt was raus, wenn man bei der Geburt ist, das ist der Sinn der Sache! OK, das hat sie nicht gemeint, der Kleine ist noch drin, aber ich musste trotzdem voll lachen. (Tja, jetzt weißt du schon, worüber der nächste Post wahrscheinlich sein wird. Freu dich also schon mal!)

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